Voigtländer Nokton an der Nikon Zf – Warum ich manuelles Fotografieren wieder neu entdeckt habe

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Es gibt Produkte, die kauft man, weil man sie braucht. Und es gibt Produkte, die kauft man, weil man sie erleben möchte. 

Die drei Voigtländer Nokton Objektive für Nikon Z gehören für mich ganz klar zur zweiten Kategorie.

Eine kleine Geschichte von Schmollen, Neugier und Begeisterung

Vor über einem Jahr hatte ich versucht, mit Voigtländer in Kontakt zu kommen. Genauer gesagt interessierte mich damals das Nokton 40mm F1.2 für meine Nikon Zf.

Es gab Gespräche, Rückmeldungen und mehrfach die Ankündigung, dass sich jemand bei mir melden würde. Passiert ist letztlich nichts.

Ganz ehrlich? Ein bisschen gekränkt war ich damals schon.

Wer selbst Inhalte produziert, kennt das vielleicht. Man freut sich auf eine mögliche Zusammenarbeit, investiert Zeit und Energie und am Ende verläuft alles im Sande.

Also habe ich das Thema Voigtländer zunächst einmal zur Seite gelegt.

Bis ich durch einen sehr guten Händlerkontakt ein Angebot bekam, das ich nicht ablehnen wollte.

Und plötzlich standen sie auf meinem Schreibtisch:

  • Voigtländer Nokton 28mm F1.5
  • Voigtländer Nokton 40mm F1.2
  • Voigtländer Nokton 75mm F1.5

Alle drei mit nativer Nikon-Z-Fassung. Alle drei vollständig manuell. Und alle drei mittlerweile fest in meinem persönlichen Fotografie-Alltag angekommen.

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Warum überhaupt manuelle Objektive?

Diese Frage bekomme ich tatsächlich häufig gestellt. Wir leben im Jahr 2026. Autofokus-Systeme erkennen Menschen, Tiere, Augen, Fahrzeuge und mittlerweile vermutlich auch schlechte Laune.

Meine Nikon Z8 erledigt vieles nahezu perfekt. Meine Fujifilm GFX-Kameras ebenfalls.

Warum also freiwillig zurück in eine Welt ohne Autofokus?

Die Antwort ist überraschend einfach:

  • Weil Fotografieren wieder bewusster wird.
  • Man denkt anders.
  • Man arbeitet langsamer.
  • Man betrachtet Motive intensiver.

Und genau darin liegt für mich mittlerweile ein großer Reiz.

Die Nikon Zf ist der perfekte Partner

Die Nikon Zf ist für mich eine der schönsten Kameras der letzten Jahre. Nicht nur optisch. Sie vermittelt ein anderes Gefühl beim Fotografieren.

  • Zeitenrad.
  • ISO-Rad.
  • Belichtungskorrektur.
  • Blendenring am Objektiv.

Alles fühlt sich mechanisch und bewusst an. Natürlich besitzt die Kamera modernste Technik. Aber sie zwingt einen nicht dazu, diese permanent zu nutzen.

Mit den Voigtländer Noktons entsteht dadurch eine Kombination, die sich fast wie eine moderne Analogkamera anfühlt. 

Das Nokton 40mm F1.2 – Mein persönlicher Favorit

Wenn ich heute nur eines der drei Objektive behalten dürfte, wäre es vermutlich das 40mm F1.2. Diese Brennweite fühlt sich für mich mittlerweile einfach natürlich an.

Früher war ich stark im 28mm-Bereich unterwegs. Wer meine Zeit mit der Leica Q3 verfolgt hat, weiß das. Heute sehe ich Motive anders.

Etwas enger. Etwas konzentrierter. Etwas ruhiger.

40mm trifft genau diesen Sweet Spot zwischen Reportage, Street, Alltag und Portrait. Dazu kommt die enorme Lichtstärke von F1.2. Und trotzdem bleibt das Objektiv erstaunlich kompakt.

Das 28mm F1.5 – Überraschend selten genutzt

Eigentlich hätte ich erwartet, dass das 28er mein meistgenutztes Objektiv wird. Schließlich fotografiere ich gerne Städte, Architektur und Straßenszenen. Die Realität sieht anders aus. Ich nutze das 28er deutlich seltener als erwartet. Nicht weil es schlecht wäre. Ganz im Gegenteil. Es ist optisch hervorragend. Aber mein fotografischer Blick hat sich verändert. Ich suche heute häufiger Details als Übersichten.

Mehr Konzentration als Weitwinkel.

Das 75mm F1.5 – Die Herausforderung

Besonders überrascht hat mich das 75mm. Während eines Fotowalks durch Frankfurt hätte vermutlich jeder vernünftige Fotograf zum 28er gegriffen.  Ich nicht. Ich habe fast alles mit dem 75er fotografiert. Warum?

Weil Herausforderungen Spaß machen.

Mit 75mm muss man Motive anders sehen. Anders komponieren. Anders denken. Genau das macht den Reiz aus. 

Schärfe, Bokeh und Charakter

Die drei Noktons sind beeindruckend scharf. Wirklich beeindruckend.Fast schon zu scharf für meinen persönlichen Geschmack. Deshalb nutze ich auf allen drei Objektiven PolarPro Everyday Filter mit integriertem Black Mist Effekt. Dadurch erhalten die Bilder etwas mehr Charakter. Etwas mehr Atmosphäre. Etwas weniger klinische Perfektion. Denn genau das suche ich mittlerweile. Nicht maximale technische Perfektion. Sondern Bildwirkung.

Der große Vorteil der nativen Nikon-Z-Version

Natürlich könnte man auch Leica-M-Objektive oder Voigtländer Objektive mit dem Leica M-Anschluss adaptieren. Viele Fotografen tun das. Ich persönlich mag Adapter jedoch nicht besonders. Noch ein Bauteil. Noch eine mögliche Fehlerquelle. Noch mehr Bastellösung. Die nativen Nikon-Z-Versionen funktionieren dagegen perfekt.

Ansetzen. Losfotografieren. Fertig.

Fotos aus Berlin

Fotos aus Frankfurt

Sind die Objektive ihren Preis wert?

Das ist vermutlich die schwierigste Frage. Denn günstig sind die Noktons definitiv nicht. Je nach Modell bewegen wir uns ungefähr um die 1.000 Euro oder teilweise darüber. Für ein rein manuelles Objektiv ist das viel Geld.

Auf der anderen Seite erhält man:

  • hervorragende Verarbeitung
  • exzellente Optik
  • native Nikon-Z-Anbindung
  • enorme Lichtstärke
  • außergewöhnliche Haptik
  • ein sehr besonderes Fotografiererlebnis

Ob das den Preis rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden.

Für mich persönlich lautet die Antwort mittlerweile: Ja.

Mein Fazit

Die Voigtländer Nokton Objektive haben mich überrascht. Nicht wegen ihrer Schärfe. Nicht wegen ihrer Lichtstärke. Nicht wegen ihrer Verarbeitung. Sondern weil sie mir etwas zurückgegeben haben, das ich im beruflichen Alltag manchmal verliere:

  • Die Freude am langsamen Fotografieren.
  • Die Freude am bewussten Fotografieren.
  • Die Freude daran, einfach nur für sich selbst Bilder zu machen.

Und genau deshalb werden mich diese drei Objektive sehr wahrscheinlich auch auf meiner kommenden Norwegen-Kreuzfahrt begleiten. Zusammen mit meiner Nikon Zf.

Ganz ohne Auftrag. Ganz ohne Druck. Einfach nur zum Fotografieren.

 

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