Fujinon GF500 F5.6 im Praxistest: Begeistert – aber brauche ich es?

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500 mm am Mittelformat, dazu die Auflösung meiner Fujifilm GFX 100 II: Das wollte ich einfach ausprobieren. Also habe ich das Fujinon GF500 F5.6 mit an die Nordsee genommen. Ein bisschen Morgenlicht, eine Runde mit Chili und ein ungewöhnliches Objektiv für den Gassigang – mehr brauchte es für diesen Praxistest nicht.

Ein herzliches Dankeschön geht gleich zu Beginn an Martin Wagner von Ringfoto, der mir das Objektiv für den Test geliehen hat.

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Warum teste ich ein 500-mm-Objektiv?

Aus meinem Bekanntenkreis kam durchaus die berechtigte Frage: „Jörg, was willst du denn damit? Du fotografierst doch überwiegend Menschen. Brauchst du jetzt mehr Abstand?“

Nein, ich bin nicht plötzlich schüchtern geworden. Ich war schlicht neugierig. Ich wollte wissen, wie sich eine solche Telefestbrennweite an meiner GFX anfühlt und welche Bilder ich damit machen kann.

Für mich gehört das zur Fotografie dazu: Dinge ausprobieren, auch wenn sie nicht direkt auf der Einkaufsliste stehen. Manchmal entsteht daraus ein neuer Blick auf die eigene Arbeit. Und manchmal stellt man fest, dass ein Objektiv großartig ist, ohne dass man es besitzen muss.

Großes Objektiv, überraschend leichtes Gefühl

Mit aufgesetzter Gegenlichtblende ist das GF500 schon eine Ansage. Als ich es zum ersten Mal in die Hand genommen habe, war ich trotzdem überrascht: Für seine Größe fühlte es sich deutlich leichter an, als ich erwartet hatte. Mein erster Gedanke war tatsächlich: Ist das ein Dummy, oder ist da Glas drin?

Ohne Gegenlichtblende wirkt das Ganze gleich etwas weniger gewaltig. Natürlich bleibt es ein großes Teleobjektiv. Aber beim Spaziergang ließ es sich für mich angenehm handhaben.

Den Stativfuß drehe ich gerne nach oben. So liegt das Objektiv beim Fotografieren mit seiner Rundung in meiner Hand, und zum Tragen habe ich einen praktischen Griff. Das passt einfach zu meiner Art, mit so einer Kombination unterwegs zu sein.

Bildwirkung, Freistellung und ganz viel Spaß

Was mich am Fujinon GF500 besonders begeistert hat, ist die Bildanmutung. Diese Plastizität, die Freistellung und die Wirkung der Motive vor dem Hintergrund: Das macht schon richtig Freude.

Beim Spaziergang habe ich verschiedene Motive aufgenommen, mit der Freistellung gespielt und ausprobiert, was im Nahbereich möglich ist. Im Video seht ihr dazu Beispielbilder, damit ihr euch selbst einen Eindruck machen könnt.

Auch das Verhalten im Gegenlicht hat mir sehr gut gefallen. Beim Autofokus ist die Kombination aus GFX und GF500 nach meinem Eindruck kein Geschwindigkeitswunder. Für das, was ich bei diesem Ausflug fotografieren wollte, konnte ich aber alles umsetzen.

Der Bildstabilisator hat mich ebenfalls überzeugt. Gerade bei einer langen Brennweite macht es für mich einen großen Unterschied, wenn ich entspannt aus der Hand fotografieren kann.

Ein kleines Fenster mit praktischem Nutzen

Ein Detail muss ich besonders erwähnen: Die Gegenlichtblende hat ein kleines Schiebefenster. Darüber lässt sich ein Polfilter drehen, ohne die komplette Blende abzunehmen.

Das klingt unspektakulär, ist in der Praxis aber richtig angenehm. Fenster auf, Filter einstellen, weiterfotografieren. Solche Kleinigkeiten mag ich, weil sie mir die Arbeit erleichtern.

Auch der Blendenring und die direkt erreichbaren Bedienelemente tragen dazu bei, dass mir das Arbeiten mit dem Objektiv Spaß gemacht hat.

Warum ich das GF500 trotzdem nicht kaufe

So begeistert ich von den Bildern bin: Ich brauche diese Brennweite an meiner GFX zu selten.

Hinzu kommt die feste Brennweite. Mal möchte ich etwas mehr aufs Bild bekommen, mal näher heran. Für die Situationen, in denen ich gelegentlich ein langes Tele brauche – etwa unterwegs oder beim Sport –, passt ein Zoom besser zu meiner Arbeitsweise.

Dafür nutze ich meine Nikon Z8 mit dem 28–400 mm. Das ist eine völlig andere Kombination mit anderen Stärken. Mir geht es bei diesem Vergleich vor allem darum, welches Werkzeug für meine Aufgaben sinnvoll ist.

Das GF500 begeistert mich mit seiner Bildwirkung. Die Nikon mit dem Zoom bietet mir die Flexibilität, die ich in diesen Situationen häufiger brauche. Und genau deshalb bleibt das Fujinon für mich ein Objektiv, das ich gerne ausprobiere, aber nicht unbedingt anschaffen muss.

Warum Nikon und Fujifilm GFX für mich zusammenpassen

Die Frage nach dem GF500 führt auch zu einer Frage, die ich öfter höre: Warum nutze ich überhaupt zwei Kamerasysteme?

Weil beide in meinem Alltag ihren Platz haben.

Meine Nikons sind meine Arbeitsgeräte für das tägliche Geschäft. Die GFX nehme ich gerne für Businessporträts, Architektur und Aufnahmen, bei denen ich besonders viel Auflösung und Reserven haben möchte.

Und manchmal ist die Entscheidung auch eine Herzensangelegenheit. Wenn ich Zeit für ein Porträtshooting habe und mich ganz bewusst auf die Bilder konzentrieren möchte, greife ich sehr gerne zur GFX. Ich mag das Arbeiten mit diesem System einfach.

Das muss für meinen Alltag Sinn ergeben. Und das tut es.

Bilder aus dem GF500

Bilder zum Vergleich aus der Nikon Z8 mit dem Nikkor Z 28-400 VR @ 400mm

Die selben Motive mit der Fujifilm GFX100II und dem Fujinon GF500

Mein Fazit zum Fujinon GF500 F5.6

Das Fujinon GF500 F5.6 hat mir richtig viel Spaß gemacht. Die Bildwirkung, das angenehme Handling für diese Größe und die praktischen Details haben mich überzeugt.

Trotzdem werde ich es mir nicht kaufen. Dafür fehlt mir der regelmäßige Einsatzbereich. Ein tolles Objektiv muss nicht automatisch mein nächstes Objektiv werden.

Wenn hier allerdings eine Schubkarre voller Geld herumstünde und ich dringend Platz für die Schubkarre bräuchte, könnten wir noch einmal darüber reden.

Wie sieht das bei euch aus? Habt ihr schon einmal ein Objektiv ausprobiert, das euch begeistert hat, obwohl ihr es eigentlich nicht braucht? Schreibt es gerne in die Kommentare – genauso wie eure Fragen zum GF500.

 

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