Moin ihr Lieben!
Wer mich und meine Kamerageschichten schon länger verfolgt, weiß: Die Suche nach einer Immer-dabei-Kamera ist bei mir eine kleine Odyssee. Es waren schon einige Kandidaten dabei. Kameras, die mir richtig Spaß gemacht haben. Kameras, bei denen ich dachte: Jetzt passt es.
Und irgendwann fehlte dann doch wieder etwas.
Jetzt ist also die Panasonic Lumix L10 bei mir gelandet. Einige von euch haben gefragt:
„Warum ausgerechnet die, Jörg?“
Genau darum geht es hier. Um meine Erwartungen an eine Alltagskamera, um die Dinge, die mir an der Lumix gefallen, und um die Macken, die ich euch natürlich ebenfalls erzählen möchte.
Das passende Video ist an der Nordseeküste entstanden. Mit Strandkörben, schöner Aussicht und meiner Australian-Shepherd-Dame, die von meinem Kameraschnack nur mäßig begeistert war. Sie wollte den Deich runter. Ich wollte über Kameras reden. Ihr könnt euch ungefähr vorstellen, wie konzentriert das Ganze ablief. 😉
Mein Video zur Panasonic Lumix L10
Wer lieber zuschaut und zuhört, findet hier den vollständigen Videoschnack:
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Was ich von einer Immer-dabei-Kamera erwarte?
Für meine beruflichen Aufgaben habe ich meine Arbeitsgeräte. Bei einer Kamera für den Alltag sind mir andere Dinge wichtig.
Ich möchte sie mitnehmen, ohne lange darüber nachzudenken. Beim Spaziergang, unterwegs, zwischendurch. Sie soll Fotos machen, aber auch vernünftige Videos ermöglichen. Und sie soll mir so viel Freude an der Bedienung machen, dass ich tatsächlich zu ihr greife.
Dabei brauche ich weder die höchstmögliche Auflösung noch die maximale Freistellung. Ich brauche eine Kamera, deren Möglichkeiten zu meinem Alltag passen.
Meine wichtigsten Punkte sind:
- Eine handliche Größe.
- Ein Preis, mit dem ich mich beim täglichen Mitnehmen wohlfühle.
- Ein Objektiv, das für meine Motive sinnvoll ist.
- Gute Möglichkeiten für Fotos und Videos.
- Ein bewegliches Display.
- Eine Bedienung, mit der ich warm werde.
Das klingt erst einmal überschaubar. In der Praxis habe ich aber festgestellt, wie unterschiedlich die einzelnen Kameras diese Wünsche erfüllen.
Warum es bisher keine dauerhafte Lösung gab?
Fujifilm hat mir viel Freude gemacht. Dieses analoge Gefühl, die Farben und die Art, mit der Kamera zu arbeiten: Das spricht mich an. Trotzdem hat mir am Ende für die Rolle als Immer-dabei-Kamera etwas gefehlt.
Eine Leica Q ist für mich in diesem Zusammenhang zu groß und zu teuer. Ich möchte im Alltag nicht ständig darüber nachdenken, welchen Wert ich gerade mit mir herumtrage.
Die Fujifilm GFX 100RF finde ich ebenfalls großartig. Für diese konkrete Aufgabe ist sie mir aber zu groß und zu kostspielig. Und 100 Megapixel brauche ich für meine täglichen Erinnerungen schlicht nicht.
Bei der Ricoh GR IV hat mich die Größe begeistert. Die ist wirklich hosentaschentauglich. Auch die Haptik hat mir gefallen. Mit den Menüs bin ich allerdings nicht richtig warm geworden. Das ist eine persönliche Sache, aber im Alltag eben entscheidend: Wenn mir eine Kamera in der Bedienung nicht liegt, hilft mir das schönste Datenblatt wenig.
So ging die Suche weiter. Und damit sind wir bei der Lumix.
Warum ich mich für die Panasonic Lumix L10 entschieden habe?
Der Preis liegt für mich noch im Rahmen
Rund 1.500 Euro für die Kamera sind eine Menge Geld. Mit etwas Zubehör war ich bei ungefähr 1.600 Euro. Das ist der Preisrahmen meiner Anschaffung.
Natürlich wären mir 1.000 Euro lieber gewesen. Trotzdem war die Summe für mich noch vertretbar – gerade im Vergleich zu den deutlich teureren Kameras, die ich für diese Aufgabe ebenfalls im Kopf hatte.
Eine Alltagskamera wird benutzt. Sie kommt in die Tasche, wird wieder herausgeholt und stößt vielleicht auch mal irgendwo an. Ich möchte dabei ein überschaubares finanzielles Risiko haben.
Das Objektiv passt zu meinem Alltag
Bei einer Festbrennweite kann ich mich auf den jeweiligen Bildwinkel einlassen. Ob 28, 35 oder 40 Millimeter: Für meinen Alltag kann das funktionieren.
Ein vielseitiges Zoom macht es unterwegs allerdings bequem. Mal möchte ich mehr von der Umgebung zeigen, mal etwas enger fotografieren. Genau diese Flexibilität gefällt mir an der Lumix.
Dazu kommt die Lichtstärke des Objektivs. Die Kombination ist für mich ein wichtiger Grund, warum ich in dieser Kamera eine sinnvolle Begleiterin für Fotos und Videos sehe.
Ein Wechselobjektivsystem brauche ich für diesen Zweck nicht. Ich möchte eine Kamera mitnehmen und damit loslegen.
Das 4:3-Format liegt mir inzwischen richtig gut
Früher bin ich mit 4:3 nicht besonders gut zurechtgekommen. Durch meine Arbeit mit der Fujifilm GFX hat sich das verändert.
Mittlerweile ist 4:3 sogar mein bevorzugtes Seitenverhältnis. Bei meinen Nikon-Arbeitsgeräten mit 3:2 merke ich manchmal, dass mir im Bild etwas fehlt. Meine Sehgewohnheiten haben sich verschoben.
Deshalb passt das Four-Thirds-Konzept für diese Kompaktkamera gut zu mir. Ein größerer Sensor hat seine Vorteile, aber für meine Alltagsbilder brauche ich diese Vorteile nicht zwingend.
Das bewegliche Display macht einen Unterschied
Das ist einer der Punkte, die ich im Alltag besonders schätze.
Ich möchte aus unterschiedlichen Perspektiven fotografieren und filmen können. Ich möchte Hochkant-Content aufnehmen, den Fokuspunkt bequem setzen und das Display so drehen, wie ich es gerade brauche.
Bei der Ricoh mochte ich die kompakte Bauform sehr. Ein festes Display ist für meine Nutzung aber ein Kompromiss.
Die Lumix braucht mehr Platz. Dafür bekomme ich das bewegliche Display, das mir in vielen Situationen hilft. Außerdem kann ich es mit der Bildschirmseite nach innen schließen. Wenn die Kamera in der Tasche landet, finde ich das praktisch.
Hosentaschentauglichkeit ist dabei relativ: In meine großen Hosentaschen bekomme ich sie hinein. Bei einer schmal geschnittenen Hose dürfte das anders aussehen.
Ein Sucher gehört für mich dazu
Der Sucher ist klein. Trotzdem bin ich froh, dass er da ist.
Gerade draußen bei hellem Licht möchte ich nicht ausschließlich auf das Display angewiesen sein. In solchen Situationen erfüllt er für mich genau seinen Zweck.
Warum mir die Videofunktionen wichtig sind
Meine Alltagskamera soll auch beim Filmen zu mir passen.
Für meinen Videoschnack an der Küste habe ich eine separate kleine Vlogging-Kamera genutzt. Trotzdem möchte ich mit der Lumix ebenfalls Videos aufnehmen können und dabei Reserven haben.
Dazu gehören für mich flexible Aufnahmeformate und die Möglichkeit, mit höheren Bildraten zu arbeiten. Ich filme durchaus viel in 4K. Eine höhere Auflösung allein ist deshalb nicht das entscheidende Argument für mich.
Interessanter finde ich, was ich beim Aufnehmen und später beim Bearbeiten damit anfangen kann. Etwas Spielraum zum Begradigen des Horizonts ist willkommen. Höhere Bildraten geben mir Möglichkeiten für Zeitlupe.
Auch Open Gate im 4:3-Format spricht mich an. Das passt zu meiner Vorliebe für dieses Seitenverhältnis und zu dem Wunsch, mit einer kleinen Kamera flexibel arbeiten zu können.
Ein externer Mikrofonanschluss ist ebenfalls vorhanden. Ein anderes Detail vermisse ich allerdings – dazu komme ich gleich.
LUTs und Bildlooks: Das macht mir Spaß
Ihr wisst, wie sehr ich Fujifilm und die Arbeit mit unterschiedlichen Bildlooks mag.
Deshalb gefällt mir an der Lumix, dass ich LUTs nutzen und verschiedene Looks direkt in der Kamera auswählen kann. Vereinfacht gesagt lässt sich damit die Farbwirkung des Bildes beeinflussen.
Für meine Nutzung funktioniert auch die App ausgezeichnet. Ich kann Looks auf die Kamera übertragen und ihre Reihenfolge organisieren. Dass ich sie anschließend direkt per Taste auswählen kann, finde ich im Alltag richtig gut.
Damit wird die Bildgestaltung schon beim Aufnehmen ein Teil des Spaßes. Ich kann ausprobieren, welche Stimmung zu einem Motiv passt, und sehe unmittelbar, wohin die Reise geht.
Zusammen mit den individuellen Einstellungen und Custom-Modi ist das für mich ein überzeugendes Gesamtpaket.
Was mich an der Lumix L10 stört
Natürlich ist auch diese Kamera nicht frei von Macken. Manche davon betreffen meine praktische Nutzung, andere sind eher Geschmackssache.
Der Kopfhörerausgang fehlt
Ein Mikrofon anschließen zu können, ist gut. Den aufgenommenen Ton direkt kontrollieren zu können, wäre ebenfalls hilfreich.
Gerade beim Filmen höre ich gerne mit einem kleinen kabelgebundenen Kopfhörer mit. So merke ich, ob mit dem Ton etwas nicht stimmt.
Diese Möglichkeit fehlt mir hier. Das ist für mich ein echter Kritikpunkt.
Die Rückseite des Displays könnte hochwertiger sein
Das Metallgehäuse gefällt mir. Die Kamera fühlt sich für mich hochwertig an.
Die Kunststoffrückseite des Displays passt für mein Empfinden nicht ganz dazu. Sie erfüllt ihren Zweck, aber bei der übrigen Anmutung hätte ich mir an dieser Stelle etwas Schöneres gewünscht.
Das ist keine Katastrophe. Es fällt mir trotzdem auf.
Das Zoomen dürfte schneller gehen
Wenn ich über den Zoomhebel zwischen Weitwinkel und Tele wechsle, dauert mir das zu lange.
Im Alltag möchte ich meinen Bildausschnitt zügig anpassen können. Da dürfte die Kamera für meinen Geschmack gerne etwas flotter reagieren.
Der ausfahrende Objektivtubus gewinnt keinen Schönheitspreis
Ja, das ist eine Frage der Optik. Und ja, darüber darf man bei einer Kamera auch mal sprechen.
Der ausfahrende Objektivtubus sieht für mich einfach nicht besonders schön aus. Die Bilder werden dadurch natürlich nicht schlechter. Aber hübscher wird die Kamera beim Einschalten in meinen Augen ebenfalls nicht.
Noch spezieller wird es mit einem automatischen Objektivdeckel. Praktisch ist diese Lösung durchaus: Kamera einschalten, Deckel öffnet sich, fertig.
Optisch erinnert mich das Ganze allerdings an eine explodierte Tulpe. Ihr merkt: Wir werden da keine Freunde. 😉
Dazu kommt, dass ich gelegentlich Filter benutze. Dann wird so ein Automatikdeckel ohnehin unpraktisch. Deshalb bleibe ich beim normalen Objektivdeckel. Wenn die Kamera in die Tasche kommt, kommt der Deckel drauf.
Welches Zubehör ich nutze
An meiner Lumix habe ich eine Daumenauflage von SmallRig und eine Bodenplatte von SmallRig.
Praktisch finde ich, dass ich mit der montierten Bodenplatte weiterhin an Akku und Speicherkarte komme. Die Platte lässt sich außerdem ohne Werkzeug abnehmen.
Ein Stativ nutze ich mit dieser Kamera eher selten. Für unterwegs gefällt mir grundsätzlich eine kleine, unkomplizierte Lösung, die sich schnell irgendwo aufstellen lässt.
Im Video seht ihr auch das kleine JOBY-Stativ, das bei meinem Aufbau zum Einsatz kommt.
Ist die Lumix L10 jetzt endlich die Richtige?
Stand heute würde ich sie wieder kaufen.
Der Preis war für mich noch im Rahmen. Das Objektiv passt zu meinem Alltag. Bildqualität, Videomöglichkeiten, Sucher, bewegliches Display und die direkt wählbaren Looks ergeben für mich eine Kombination, mit der ich gerne unterwegs bin.
Aber ich kenne mich inzwischen gut genug, um mit dem endgültigen Urteil zu warten.
Am Anfang war ich auch mit anderen Kompaktkameras sehr zufrieden. Ob eine Kamera dauerhaft zu mir passt, zeigt sich nach der ersten Begeisterung: Nehme ich sie weiterhin mit? Macht mir die Bedienung noch Spaß? Komme ich mit ihren Einschränkungen zurecht?
Genau das wird sich bei der Lumix erst mit der Zeit zeigen.
Im Moment habe ich jedenfalls Lust, sie zu benutzen. Und das ist für eine Immer-dabei-Kamera schon eine ziemlich wichtige Voraussetzung.
Beispielbilder
Kameraschnack mit Meerblick und einer ungeduldigen Hündin
Zum Schluss noch ein Wort zum Video: Meine Hündin hatte für diesen ausführlichen Kameraschnack nur begrenzt Verständnis.
Während ich über Displays, Bildlooks und Objektivdeckel gesprochen habe, hatte sie den nächsten Teil des Spaziergangs längst fest eingeplant. Wer einen Australian Shepherd kennt, kann sich vorstellen, wie nachdrücklich solche Wünsche vorgetragen werden.
Entsprechend gab es den einen oder anderen verlorenen Gedanken und einige unfreiwillige Unterbrechungen. Dafür war die Aussicht schön. Und zu lachen gab es auch etwas.
So ist dieser Beitrag entstanden: unterwegs, mitten im Alltag und mit genau der Art von Kamera, die mich dabei begleiten soll.
Welche Kamera begleitet euch?
Habt ihr eure Immer-dabei-Kamera schon gefunden? Was ist euch wichtiger: möglichst kleine Abmessungen, ein Sucher, ein bewegliches Display oder besonders gute Videofunktionen?
Schreibt mir eure Erfahrungen und Fragen gerne in die Kommentare – hier im Blog oder unter dem Video.
Wenn euch der Kameraschnack gefällt, freue ich mich auch über ein Like und ein Abo auf YouTube.
Bis bald, ihr Lieben!
Euer Jörg
Kamera und Zubehör
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