Diese Sehnsucht in 2020…

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So viele Monate sind seid dem letzten Blogpost vergangen… mannomann. Gestern habe ich auf meinem Business-Netzwerk, auf LinkedIn, einen Artikel zu diesem Jahr verfasst, den ich Euch meine lieben Freunde, Familie, Leser und Hater hier gerne angepasst auch posten möchte.

Diese Sehnsucht in 2020…

… die wir alle Verspüren in diesem Jahr ist unfassbar groß. Diese Sehnsüchte werden durch die Medien meines Erachtens zudem immer weiter geschürt. Versteht Ihr was ich meine?

Sehnsucht? Wer vermisst eigentlich wen oder was?

Na, Ihr wisst schon, da hängt beispielsweise der dunkle schicke Business-Anzug traurig im Kleiderschrank und fragt sich ob er jemals wieder gebraucht wird?

Der Firmenwagen fragt sich, warum er ausschließlich zum Supermarkt oder mit Gartenabfällen zur Grünecke fahren darf. Man könnte meinen, er hat regelrecht Sehnsucht nach dem allmorgendlichen Stau mit seinen Artgenossen.

Die schicke Ledertasche, die regelmäßig in der Bahn oder auf dem Rücksitz des obigen Firmenwagens in das Büro gefahren wurde, setzt eine respektable Staubschicht in der Ecke – in der hinteren Ecke – des Home-Offices an.

Der heimische Kaffeeautomat hat massive Sehnsucht nach Ruhepausen und signalisiert mit häufiger Anzeige des vollen Satzbehälters, dass er sich unangemessen stark beansprucht fühlt seit März 2020 und winselt durch vehementes regelmäßige Bohnenauffüllungsmeldungen (spannendes Wort!) darum, diese schwere Last wieder mit den Kaffeemaschinen aus dem Büro zu teilen.

Der Paketboote hat Sehnsucht nach seinem „Paket liegt in der Filiale-Block“, denn wir sind ja immer da wenn er klingelt. Leider versteht er wenig von dem, was er von unseren Telefonkonferenzen mitbekommt, während wir unsere stark frequentierte und geübte Unterschrift auf sein eigentlich kontaktloses Pad kritzeln.

Die Fototaschen setzen sehnsüchtig Staub an und schütteln sich bei dem Gedanken weitere viele Monate im Schrank, auf dem Schrank und neben dem Schrank zu stehen, anstatt von Event zu Event, von Dienstreise zur Dienstreise von Hochzeit zu Hochzeit zu „fliegen“ und fleissig auf Taschenfreak.de und seinen Social Media Kanälen gezeigt zu werden.

Die Stative schreien sehnsüchtig aus dem Regal nach stabilen Aufträgen und wollen Stabilität in das ganze System bringen.

Die vielen Terrabytes im Server haben Sehnsucht nach vielen vielen Bildern die sonst in den Jahren zuvor gesichert werden mussten und dieses Jahr waren es durch die Auftragslage nur sehr wenige…

Intimität? Das war noch mal was genau?

Ja, und dann ist da noch diese Sehnsucht nach „Intimität“… diese, die wir alle vor dem März 2020 noch kannten. Man trifft sich in Meetingräumen oder reinen Telefonkonferenzen.

Noch nie zuvor habe ich die Katze von meiner Kollegin Anni gesehen oder kannte die Haarfarbe der Kinder meines Chefs. Die neue Art zu arbeiten, hat viel verändert. Wir trinken Abends zusammen in einer Zoom-Konferenz Gin „zusammen“, Videotelefonieren mit Freunden beim Kochen und kennen die Arbeitsplätze und Wohnzimmer von nahezu allen Kollegen und Kolleginnen in unserem Umfeld. Die Katze vor der Kamera ist in diesem Jahr zu einem wirklichen regelmäßigen Running Gag geworden und ich persönlich entwickel aktuell eine regelrechte Sehnsucht nach Katzen in den vielen Microsoft-Team- oder Zoom-Calls, die wir alle so fleissig absolvieren.

Früher war alles…

… besser? Nein, ganz gewiss nicht. Es war anders.

Ich neige dazu, und mein persönliches Umfeld kann das bestätigen, allem etwas positives abzugewinnen. Ich möchte natürlich nicht behaupten CO-VID19 hat etwas positives, aber in vielen Aspekten des heutigen „Arbeitens“ hat diese Pandemie einen enormen Boost der Digitalisierung und des modernen und flexiblen Arbeitens gefördert. Wenn ich denn im Ohrensessel besser arbeiten kann als am Schreibtisch, warum denn nicht? Kann ich mit dem Notebook an den fetten Displays am Schreibtisch besser arbeiten oder auf der Terrasse mit dem Tablet, warum denn nicht?

Die Familie, die Partnerin, die Kinder gehören zum Leben mit dazu, warum also soll man diese nicht auch mal im Hintergrund wahrnehmen oder gar sehen? Das ist das Leben!

Wir wären heute, und da spreche ich von meinem Arbeitgeber und meiner persönlichen Art zu arbeiten, bei weitem noch nicht da, wo wir jetzt „aus der Not“ heraus im Rahmen der Pandemie sind. Wir haben eine wirkliche Evolution des Arbeitens feststellen können. Für mich als Fujitsu Mitarbeiter war „mobiles Arbeiten“ schon lange kein Fremdwort mehr. Schon lange war ich in dem Genuss, so flexibel arbeiten zu können. Dennoch ist es durch die Pandemie und deren Auswirkungen massiv gepuscht und normal geworden.

„The New Normal“ – mir gefällt es!

Die Infrastruktur, die Hardware und die Software ermöglichen ein sehr flexibles Arbeiten! Ich mag das…

Gibt es Tipps?

Nun, man lernt viel dazu. Anekdoten helfen einem sehr schneller und effektiver zu lernen. Ein aus dem Gästebad brüllendes

„… ich habe Kacka gemacht….“

hilft zum Beispiel sehr effektiv den Wert des Mute-Buttons angemessen wert zu schätzen. Im Chat zu lesen „Jörg, ich kann Dich hören….“ während man einem kleinen sieben jährigen jungen Mann die Sinnhaftigkeit von Amazons frisch gelieferten Anti-Schnarch-Nasenpflastern verbal näher bringt, während man unbemerkt seinen Chef angerufen hat, hilft einem ebenso ungemein zukünftig genau den Wählen-Button zu beobachten. Ganz sicher sind das zwei – von sehr vielen anderen – Begebenheiten die ich noch Jahre als „Corona-Anekdoten“ erzählen werde.

Zusammengefasst:

  • Achtet auf Eure Mute-Buttons…
  • Achtet darauf WEN ihr WANN anruft…
  • Habt den DHL-Mann/Frau lieb! Die trinken übrigens auch gerne mal einen Kaffee zwischendurch…
  • Lasst die Kinder und Haustiere ruhig an Eurem Arbeiten mal teilhaben…

Und jetzt? Warum dieser Artikel?

Ich denke wir werden noch lange Zeit von den aktuellen Veränderungen, von den „Learnings aus 2020“, zehren und noch vieles optimieren und weiter entwickeln. Mein Ziel mit diesem Artikel war zusammengefasst das folgende:

  • Corona hat auch viel positives bewirkt – nicht alles ist schlecht! Die Menschen haben mehr Respekt vor der Familie und mehr Wertschätzung für flexible Arbeitsplatzumgebungen.
  • Ich arbeite gerne für Fujitsu und wir leben „Home Office“ und „Digitalisierung“ und schützen uns und unser Umfeld.
  • Familie und Kinder gehören zum Alltag dazu!
  • Lacht mal wieder!

Wie sind Eure Meinungen? Was sind Eure Anekdoten? Lasst uns gemeinsam den „Corona-Blues“ verlassen und lasst uns mal gemeinsam lachen!

Und wie geht es weiter?

Nun, Ihr Lieben, ich habe in 2019 und 2020 mein Leben nahezu gänzlich auf den Kopf gestellt, habe weiter einiges abgenommen und bin gesundheitlich fit wie noch nie, habe sehr viel handwerklich gelernt und bin zu einem regelrechten Hobbygärtner geworden. Das Jahr hat seine Spuren dennoch hinterlassen, aber eventuell darüber mehr in einem Jahresrückblick, sofern ich mich dazu durchringen kann einen solchen noch zu verfassen. Aber einen Ausblick möchte ich Euch geben, es geht hier im Blog wieder weiter, denn ich starte gerade mit ein paar Twitter-Fotofreunden einen Weekly-Projekt für das neue Jahr. Dazu gibt es aber ganz bestimmt bald in einem neuen Artikel mehr Informationen.

Stay tuned, bleibt gesund und bitte bleibt positiv im Kopf und negativ im Corona-Test!

Euer Home-Worker & Fotofuzzy – Jörg Langer

5 Kommentare

  1. Jörg danke für diesen schönen ehrlichen Artikel. Manchmal denke ich ich muss in Gedanken die ganze Welt umarmen.
    Kräftig schütteln damit das Böse raus fällt.
    Aber immer wieder fühle ich wie mich dieses einfach machen, ob BildSchoen, Afrika im Herzen oder die Herzenspost und vor allen unsere Liebe und Leidenschaft zur Fotografie uns erdet und Kraft schenkt.
    Wir schätzen das Miteinander mehr und jede Umarmung genießen wir, weil wir nun wissen, wie fragil diese einfachen Dinge doch sind und weil wir merken, wie sehr sie uns fehlen. Und wir konnten bereits sehen, wie viele Veränderungen wir aushalten können – wie sehr wir plötzlich bereit waren, alles zu hinterfragen und neu anzufangen, wenn wir dies möchten.

    Alles was wir weiterhin tun können ist zu zeigen, dass wir menschlich sind, ausgestattet mit der Fähigkeit einander zu helfen.
    Zu diesem helfen gehört weiterhin auch tragen von Masken und Abstand halten.,
    Eine dicke Umarmung für Dich, Deine Liebe und deine Familie sendet Dir
    Daniela ❤️

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