Die Leica CL – eine Kamera die die Community polarisiert

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Lesezeit: 4 minuten

„Oh ein Blogposting zu einer Kamera. Na Super….“

Stimmt. Wer das nicht lesen will sollte gleich weiter gehen. Smile.

Wer sich für eine kleine Kamera interessiert die die Fotofuzzy-Welt in zwei Lager spaltet, der ist hier in diesem Beitrag wahrscheinlich recht gut aufgehoben.

Wir meine treuen und fleissigen Blogleser und Freunde wissen, bin ich immer noch auf der Suche nach einer „Herzens-Kamera“, die ich als Ergänzung/zweite Kamera zur Leica Q nutzen möchte. Diese sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Autofokus
  • Elektrischer Sucher (EVF)
  • 24 Megapixel – nicht weniger aber auch bitte nicht viel mehr)
  • Rangefinder-Design – also den Sucher auf der linken Seite – so das das linke Auge frei bleibt
  • 4K Video
  • es sollten Objektive mit auf KB umgerechnet wie folgt verfügbar sein:
    • 50mm auf KB umgerechnet
    • 85/90 auf KB umgerechnet
    • und ein WW um die 20mm wäre schön – ist aber kein muss Kriterium
  • Vollformat – also KB-Sensor wäre schön, ist aber kein muss Kriterium
  • Die Objektive sollten einen Blendenring haben

Ihr seht schon – was ich da suche gibt es eigentlich nicht! Ich suche eine Leica Q mit einem 50 und 85 mm Objektiv. Aber leider wird das nur ein frommer Wunsch bleiben. Also schaue ich mir – entgegen meiner inneren Überzeugung – Alternativen und damit auch Kompromisse an.

Heute traf ich mich mit meinem sehr guten Freund Carsten bei Leica in Wetzlar und wir testeten zusammen etwas die neue Leica CL bei einer Tasse Kaffee.


Hier ein paar Aufnahmen mit der Leica CL und dem Summilux TL 35 1.4:
(aufgenommen im JPG und nur verkleinert auf 1.200px Kantenlänge)


Dazu im Vergleich ein paar sehr ähnliche Aufnahmen mit der Fujifilm X-E3 und dem Fuji XF 35 1.4 – auch fast alle bei Offenblende:
(aufgenommen im JPG und nur verkleinert auf 1.200px Kantenlänge)


Und jetzt Jörg? Fündig geworden? Haste die CL gekauft?

Genau diese Fragen habe ich auf meine Instagram Stories aus Wetzlar als Kommmentare/Fragen bekommen. Nein ich habe die CL (noch) nicht gekauft.

Mein persönliches (Zwischen-) Fazit zur CL

Die Leica CL polarisiert! … und das zurecht. Es ist eine Kamera die mit dem Summilux TL 35 1.4 ziemlich genau 5.000 Euro kostet und nichts kann, was andere Kameras nicht auch können. Wie Ihr an den Bildern oben sehen könnt, kann auch eine Kamera für um die 1.300 Euro inkl. einem 35mm 1.4 Objektiv sehr ähnliche Bilder machen. Ich bin mir auch sicher, dass ich die Bilder ausgedruckt auf meinem A2 High End Drucker nicht unterscheiden kann, welche aus welcher der beiden Kameras kamen. Aber geht es darum? Ist ein Werkzeug nicht auch manchmal etwas, wo man schon beim Anfassen den Unterscheid merkt (oder glaubt zu merken)?

Die CL sieht aus wie ein kleines Briket mit Buckel und ist teuer!

Das stimmt zu 100%. Dennoch fasst sich diese kleine und sehr handliche Kamera extrem gut und wertig an und macht sofort (als Leica Q User) verdammt viel Spaß in der Hand. Sie ist ein Kompromiss, wie jede andere Kamera auch. Die TL Objektive haben beispielsweise keinen Blendenring, der mir eigentlich recht wichtig ist. Die Leica CL hat einen APS-C Sensor – also einen kleineren Sensor als die Leica Q.

Die Leica CL ist ein Kompromiss – aber einer der sehr viel Spaß macht. Das muss ich nach diesem Nachmittag in Wetzlar auf jeden Fall so sagen.

Ich habe im Moment mit der kleinen Fuji X-E3 eine Kamera zum testen hier bei mir, die auch ein Kompromiss ist, vielleicht auf dem Datenblatt sogar ein kleinerer Kompromiss als die Leica CL, denn die Fujifilm XF Linsen haben den von mir so gewünschten Blendenring. Die Fujifilm X-E3 liefert auch sehr gute Bilder und hat viel mehr Funktionsumfang als die Leica CL. So zum Beispiel auch einen externen Mikrofon-Anschluss (warum auch immer mit einem seltenen 2,5mm Anschluss *kopfschüttel*) und einen deutlich günstigeren Objektivpark mit deutlich lichstärkeren Optiken wie bspw. dem 56mm 1.2. Bei den Leica TL Objektiven gibt es dort nur das (wesentlich teurere 60mm 2.8. Es bleibt also spannend – ob es noch mehr Kompromisse auf dem Markt geben wird oder ob ich mich final für einen der beiden Kompromisse entscheiden kann?!

Was will ich eigentlich hiermit zum Ausdruck bringen?

Schaut Euch Kameras in Ruhe an bevor Ihr ein Urteil darüber fällt und den ganzen Foren-Weisheiten oder Social-Media-Päpsten glauben schenkt. Eine Kamera ist ein Werkzeug, welche emotionale Bilder liefern soll. Da muss die Chemie zwischen Werkzeug-Anwender und dem Werkzeug selbst stimmen. Und gerade die Leica CL hat auf mich persönlich heute, trotz Ihrer „Makel“ eine sehr positive Ausstrahlung hinterlassen und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich werde diese Kamera mal noch nicht von meinem „Zettel“ streichen.

An dieser Stelle vielen lieben Dank an meinen sehr guten Freund Carsten für den schönen Nachmittag und lieben Dank an Janina aus dem Leica Store für Ihre Engelsgeduld mit den beiden alten Männern. Zwinker. Danke!

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer


Mehr Bilder aus meinem Alltag findet Ihr wie immer in Instagram unter
www.instagram.com/langeronline.

Sehen wir uns dort?


Hinweis zu WERBUNG:

Ich wurde weder von Leica, noch von Fujifilm, noch von Carsten oder Janina bezahlt, belohnt oder sonst wie bevorteilt. Schade das man das mittlerweile überall erwähnen muss.

Meine Blogbeiträge und Videos sind Gluten-, Glukose- und Laktosefrei, können aber Spuren von Werbung beinhalten da ich die Artikel ab und zu kostenlos zur Verfügung gestellt bekomme.

Meine Meinung ist frei von kommerziellen Einflüssen, kann aber Spuren von Sarkasmus oder Ironie beinhalten.

Dieser Blog verfolgt keine kommerziellen Absichten. Die meisten mir zur Verfügung gestellten Taschen verschenke ich oder verlose die für gute Zwecke. Meine treuen Leser wissen das seit Jahren. Ich betreibe diesen Blog aus Spaß an der Sache und nicht aus kommerziellen Absichten. Das mag in der heutigen Zeit eher ungewöhnlich sein. Mit diesem Schock müsst Ihr leider zurecht kommen.

27 Kommentare

  1. Hallo Joerg,
    Chemie – mir ging es ähnlich: Es war die Pen-F und das 20er-Lumix, eine wunderbare Kombi.
    Muss jeder aber für sich persönlich entscheiden ;-)
    Dir und Deinen Lieben einen guten Übergang ins neue Jahr 2018.
    LG (auch an Karsten)
    Rudolf

    1. Stefan Groenveld Ich wollte eine Rangefinder Brücke für Jörg bauen. Aber inzwischen sehe ich das wie du. Würde ich mir wieder eine Fuji kaufen, dann aktuell eher die T2 als die Pro 2. Aber momentan giere ich eher nach einer analogen F80 oder F100. ?

    2. Feyzi Demirel und Stefan Groenveld, das stimmt beides zu 100% und sehe ich nach Datenblatt auch so. Aber die Xt2 ist mir zu viel Kamera und ich mag für diese Zwecke mehr die Rangefinder-Style wie meine heißgeliebte Q. Im Moment kommen für mich da die X-E3 und die Leica CL am meisten ran. Das heißt natütlich nicht das die X-Pro2 ne gute Cam ist und die XT2 ne noch bessere Cam ist. Nur da ist wieder diese „Chemie-Geschichte“…

      Für alles andere habe ich ja ne schicke Nikon :P

    3. Ich sehe das auch so. Als ich eine meiner Fujis verkaufen wollte, habe ich Die X-T1 weggegeben und die X-E2 behalten. Die T ist mir zu sehr an SLR angelehnt. Wenn ich sowas will, dann nehme ich gleich eine SLR, in meinem Fall meine Df.
      Bzgl. XE oder XPro: eigentlich halte ich die Pro auch für spannender, allerdings bietet die XE (fast) das gleiche für weniger Geld und es kommt ja u.U. auch auf die Größe an. Was wiederum auch gegen die CL spricht, denn die CL ist zwar wunderbar kompakt, doch die TL-Objektive sind vergleichsweise riesig.

    4. Die Q habe ich noch nie als Rangefinder gesehen. Sucher links haben doch viele cams. Rangerfinder ist doch eher dieses: nicht vollständig sehen, was du fotografierst und ob es scharf sein wird – Gefühl. Da ist dann einfach mehr Freude da, wenn ausnahmsweise mal was geklappt hat.

  2. Mich interessiert das Foto und nicht womit es gemacht ist. Bei meinen kleinen bescheidenen Aufträgen bisher, kriege ich Reaktionen auf die Bilder und nicht darauf mit welcher Kamera sie gemacht sind.
    Wenn sich einer mit der CL wohl fühlt, soll er sie auch nutzen. Nur wenn man sich mit seiner Kamera wohl fühlt, werden die Fotos auch besser.

  3. Die Fuji X-E3 steht auf meinem Wunschzettel ganz oben, wobei ich noch nicht weiss, welche Optiken ich dazu haben möchte.

    Mich würde aber Deine Meinung zu der Kamera interessieren. Vielleicht hast Du ja mal Zeit und Lust, dazu was zu schreiben?

  4. Bei Deinen oben genannten Anforderungen müsstest Du doch bei Fuji ganz gut aufgehoben sein. Eine Pro2 Graphite Edition sieht zudem noch ganz klasse aus.

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