730 Tage – zwei Jahre – und sehr viele gemeinsame Erlebnisse – zwei Jahre Leica Q

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Das ist gar nicht so einfach, mal eben zwei Jahre in ein paar wenige Worte oder Stichpunkte zu packen die man mit einer Kamera so erlebt hat. Die kleine Leica Q ist heute auf den Tag genau zwei Jahre „mein Buddy“ und nahezu immer an meiner Seite.

Gekauft habe ich das, wie ich damals dachte, „völlig über teuerte Spielzeug, das ja nix kann“ und wollte mich damit für ein sehr hartes Jahr im November 2015 belohnen.

„Die nimmste nur rein privat und die hat nix mit dem Fotobusiness zu tun….“

… war der Plan. Und schon bei den ersten Terminen, bei der sie ja nun logischerweise als „neue“ doch dabei war, war sofort klar, das „Spielzeug“ muss doch als Werkzeug herhalten. Und genau so wurde es auch. Diese Kamera mit ihrem nicht wechselbaren 28mm Objektiv ist nun das meist genutzte Werkzeug und machte in diesen zwei Jahren weit über 60% aller meiner Auftragsbilder.

Um die vierzig Hochzeiten haben wir zusammen gemeistert, weit mehr andere Shootings und viele Reportagen. Wir waren auf zwei Kreuzfahrtschiffen zusammen, wir waren vier mal in Dänemark zusammen und fünf mal auf Fehmarn an der Ostseeküste, vier mal in Paris, und zig male in Berlin, Hamburg und München. Wir haben etliche male an der Holländischen Küste in die Brandung geschaut und in Amsterdam die Kanäle aufgenommen. Im Salzburger Land haben wir auf die Berge geschaut und sind über zig Passstraßen zusammen geschlendert und haben die Adria zusammen angeschaut und einige Bilder bei einer Pizza am Gardasee aufgenommen. Wir sind in diesen zwei Jahren gute 100.000 km zusammen unterwegs gewesen und haben wirklich viel gesehen und erlebt. Einigen Sternenkinder-Eltern haben wir mit Aufnahmen geholfen die Trauer zu bewältigen und vielen anderen Familien haben wir Aufnahmen damit gezaubert an die sie noch lange denken werden. Sekt haben wir getrunken und abbekommen auf einigen sehr lustigen Junggesellinnen-Abschieden und einige Nächte haben wir uns in Städten um die Ohren gehauen zusammen. Ach ja, und wir haben unzählige tolle und weniger tolle Fototaschen angezogen und von innen betrachten. Smile.

Das klingt wie eine alte Ehe – oder?

Ist es irgendwie auch. Die kleine Leica Q und ich harmonieren extrem gut und werden sicher auch noch einige „Abenteuer“ zusammen erleben.

Wir waren nur zwei mal ganz kurz getrennt um im inneren der eigentlich geschlossenen Leica Q ein paar Staubkrümel entfernen zu lassen im Service. Ansonsten haben wir uns immer aufeinander verlassen können. 

28mm ist gar nicht meine Brennweite!

… dachte ich immer und war überrascht wie schnell die 28mm Brennweite genau zu meiner Brennweite wurden.

Was für ein Ziel verfolgt dieser Beitrag hier eigentlich?

Gar keins! Ich feiere mit diesem Blogposting einen Jahrestag mit einer geliebten. Menno… 

Fazit? Gibt es eins?

Ein Fazit gibt es hier eigentlich keines. Die Leica Q ist eine Kamera die Kanten hat, nicht wirklich bequem in der Hand liegt, eigentlich nix besonderes kann, der viele Funktionen fehlen und dennoch macht es einfach unglaublich viel Spaß mit Ihr zusammen zu arbeiten. Ich würde diese Kamera jederzeit genau so wieder kaufen. Die Kamera hat einige Makel und die habe ich auch. Vielleicht passen wir deswegen so gut zusammen.

„Kameras sind nur Werkzeuge…“

… predige ich ja zu gerne in meinen Texten, und dennoch hat diese Kamera etwas mit mir gemacht. Ich habe zugelassen meine Sichtweisen etwas zu ändern und ich glaube diese Kamera hat mich ganz langsam im Laufe der zwei Jahre weg von der Technik, hin zum Bild, zum Motiv, zur Bildaussage gebracht. Ein Weg der mir gefällt… und irgendwie ist das dann doch auch ein Fazit.

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

p.s.: Unter diesem Link findet Ihr ganz viel andere Beiträge zur Leica Q auf meinem Blog.


Mehr Bilder aus meinem Alltag findet Ihr wie immer in Instagram unter
www.instagram.com/langeronline
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Sehen wir uns dort?

12 Kommentare

  1. “ Ich habe zugelassen meine Sichtweisen etwas zu ändern und ich glaube diese Kamera hat mich ganz langsam im Laufe der zwei Jahre weg von der Technik, hin zum Bild, zum Motiv, zur Bildaussage gebracht. Ein Weg der mir gefällt… und irgendwie ist das dann doch auch ein Fazit.“ Würde ich genauso schreiben :))

  2. Das mit dem „… ist nur für privat“ kenne ich. Super Plan – und grandios gescheitert. Auch wenn ich meiner NEX-6 untreu geworden bin und ich nun eine Alpha 6500 in Benutzung habe, ich habe an diesem Kameraformat einfach viel Freude.

  3. Welch ein schöner Rückblick (mit tollen Fotos!). Aus dem Text scheint deine „Zuneigung“ zur Q – auch, wenn du da ja bei Kameras nie wahrhaben willst. 😉
    Vielleicht macht die Q mit dem 28er auch deshalb so viel Freude, gerade weil sie diese Einschränkung hat. Es kann eben auch erleichternd sein, geradezu befreiend, wenn man nicht ständig darüber nachdenkt, welches Objektiv man denn am besten nutzen sollte. Ein befreiter Geist ist ein kreativer Geist. Und einer, der Einschränkungen überwinden muss, wird nochmals kreativer. Kreativität kommt nicht wie ein Erleuchtung, sondern braucht Herausforderungen.

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