SnapBridge – und wieder einmal gehen meine Vorurteile über Board!

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„Ja das ist ja ganz nett, aber sowas brauche ich nicht… Für was soll ich Bilder direkt on the Fly aus der Kamera auf mein Smartphone übertragen lassen. Das kostet doch irre viel Akkuleistung und ist doch elend langsam….“

… so meine typisch deutsche ablehnende Haltung „Neuem“ gegenüber als ich las das die App SnapBridge etwas neues kann.

Die App SnapBridge gibt es schon viele Jahre und war bei mir in einer Gedanklichen Schublade die mit einem umfassenden Begriff beschriftet ist, Schrott!
Natürlich behaupte ich von mir selbst geistig sehr flexibel und anpassungsfähig zu sein, aber was in dieser Schublade mal drinne liegt…. Ihr versteht?

Gestern habe ich bei einem spontanen – völlig ungeplanten Ausflug in die wunderschöne französische Stadt Strasbourg meinen inneren Schweinehund mal überrumpelt und einfach mal „gemacht“ und die neuen Funktionen ausgetestet, da meine Tochter und Ihr Freund natürlich direkt Live vor Ort Bilder auf Ihren Smartphones haben wollten, ich aber lieber mit der Nikon Z6 als mit dem Handy fotografieren wollte. Also die Nikon App SnapBridge gestartet, die sich automatisch mit der Nikon Z6 Kamera via Bluetooth verbindet und dort die automatische Synchronisation aktiviert.

Ich war wirklich skeptisch ob der Geschwindigkeit der zu übertragenden Bilder, des Akkuverbrauches auf beiden Geräten (Smartphone und Kamera) und ob der Verbindung zwischen beiden Geräten.

Und was soll ich Euch sagen? Es tut gar nicht weh!

Die App arbeiten grandios! Die Bilder sind ohne „Hand anlegen“ innerhalb weniger Sekunden in einer wirklich brauchbaren Auflösung mit einer maximalen Kantenlänge von 2.000 px  und einer Dateigröße von 700 KB bis 1,2 MB pro Bild in der Fotogaleries des Smartphones gelandet und alle mit GPS Daten versehen die bis auf wenige Meter sehr genau sind. Das ganze passiert komplett „seamless“ – ich muss nichts tun, das Handy geht in den normalen StandBy-Modus und alles synct fleissig im Hintergrund weiter ohne dazutun meinerseits.

Die Bilder sind alle wirklich komplett „unbearbeitet“ und genau so von der Kamera (Nikon Z6) auf das Smartphone (iPhone X) überragen worden. Die App SnapBridge nimmt allerdings die JPG-Bilderstil-Einstellungen (in meinem Falle hier VIVID) mit und nimmt natürlich in der Kamera bereits eine „Bearbeitung“ vor um die zu übertragenden kleinen JPGs vorzubereiten.

Bei den ersten Bildern waren mir die eingeblendeten EXIF Daten noch etwas groß und zu „prominent“ – das habe ich dann später in den App-Einstellungen ändern können. Wer das nicht mag, kann diese auch entfernen und andere Sachen einblenden lassen. Wer das 1980er Feeling zurück haben möchte kann sich dort bspw. auch die Aufnahmezeit einblenden lassen.

Also für was nutze ich SnapBridge?

  • Die GPS Koordinaten vom Handy mit der Kamera fortlaufen syncen damit die RAWs auf der Speicherkarte alle Ihre Aufnahmeorte in den EXIF-Daten haben.
  • Bilder in verkleinerter Auflösung als JPG via Bluetooth live auf das Smartphone übertragen in einer Auflösung von max. 2.000 px Kantenlänge.
  • Die Uhrzeiten des Smartphones mit der Kamera abgleichen und syncen.
  • Die Kamera fernsteuern (dafür verbrindet SnapBridge die Kamera jedoch mit Wifi, aber das auch automatisch und ich muss dieses nicht manuell im iOS Menü selbst einstellen. Dies steuert die App via BT und aktiviert das Wifi. Das wiederrum wird benötigt um die schnellen Daten des LiveViews der Kamera auf das Smartphone zu übertragen.

Für was nutze ich Snap Bridge nicht?

  • Da ich RAWs fotografiere und bekennender RAW-Freund bin (und sicher auch vorerst bleibe) übertrage ich keine Bilder in voller Auflösung via schnellem WLAN. Die App kann leider nur JPGs übertragen und keine RAWs. Selbst wenn sie das könnte, wäre das WLAN dort der limitierende Faktor in Sachen Speed und Akku. Bei voller Last zieht das WLAN sowohl das Smartphone als auch den Kameraakku schnell leer. Da bin ich mit der USBC auf Lightning Verbindung von der Kamera zum iPad Pro oder mit dem Kartenleser am Rechner wesentlich performanter unterwegs.
  • Ich nutze die Möglichkeit meine Bilder von der Kamera direkt in der Nikon Cloud zu sichern nicht. Ich bin ein echter Cloud-User und lebe quasi mit meinen Daten in der großen Wolke, aber zu viele Wolken stimmen mich düster. Ihr versteht? Nein Spaß beiseite, ich nutze die Adobe Cloud und bin von dieser überzeugt und bin auch begeisterter Dropbox und OwnCloud User. Die Nikon Cloud nutze ich jedoch nicht, die bietet mir persönlich an dieser Stelle keinen Mehrwert. Dennoch kann die App das für Euch regeln – wenn ihr keine RAW-Freunde seid.

Und was ist mit dem Strom?

Ich konnte bei meinem Test mit 136 Fotos gestern in Strasbourg keine nennenswerte „Stromverluste“ bei Kamera oder Smartphone verzeichnen. Wir waren etliche Stunden in der wunderschönen alten Stadt unterwegs und ich habe nach diesen 136 Aufnahmen immer noch drei von vier Balken auf dem Kamerakku restliche Kapazität angezeigt bekommen und das Smartphone hat sich gefühlt gar nicht anders verhalten als bei Nutzung ohne diese App.

Nutze ich die 2 Megapixel Bilder für irgendwas?

Ja die nutze ich auf dem Smartphone oder über die iCloud gesyncten iPad Pro an diesem Tag für WhatsApp, Instagram und Co sehr gerne, wobei sich mein persönliches und privates Social Media Verhalten im Moment gravierend verändert. So wie ich am Abend, nach dem Shooting oder nach dem Ausflug die RAWs auf das iPad ziehe lösche ich die „Previews“ die am Tage live übertragen wurden um diese Bilderflut auf dem iPhone und iPad gar nicht erst entstehen zu lassen. Die „großen“ RAWs landen im Lightroom CC auf dem Tablet, iPhone oder Mac und werden dort konsequent aussortiert und dann im Bedarfsfalle von dort aus geteilt – auch gerne via Lightroom Galerie-Link:

>>> LINK ZUR LIGHTROOM-GALERIE STRASBORG <<<

Und jetzt?

Ich werfe meine Vorurteile über Board und werde diese App regelm. nutzen wenn ich daran denke und unterwegs bin mit der Nikon Z6. Ganz einfach!

Links


Die Insta One X 360 nutze ich übrigens auch immer mehr und öfter!


Strasbourg ist eine Reise wert und ich danke meiner Tochter und Ihrem Partner, dass die beiden mich so massiv überredet haben, den ersten Mai mit Ihnen in der Sonne und nicht am Schreibtisch zu verbringen. Es war ein grandioser Tag, an dem ich nicht nur meine Vorurteile über Apps aus der Schrott-Schublade verwerfen konnte, sondern auch 10.000 Schritte an der frischen Luft unterwegs war und einen kleinen netten Sonnenbrand mit nach Hause nehmen durfte. Ein Tag für die Schublade „mach doch öfter mal“. :)

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

 

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