Ist das Kunst oder kann das weg? – Studie über Kunst im Büro

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„Ist das Kunst oder kann das weg?

Ein Satz den viele meiner Freunde und Kollegen von mir kennen. Ich bin hiermit offiziell zu Protokoll gegeben ein echter Kunstbanause und hab es mit Skulpturen oder anderen sogenannten Kunstwerken nicht so. Um so spannender fand ich die folgende Studie, die ich Euch sowohl verlinken möchte, als auch ein paar Eckpunkte daraus hier posten möchte.

Studie: 64 % der erwerbstätigen Arbeitnehmer gaben an, dass Kunst im Büro die Produktivität steigert.
Dabei sind 40 % der Arbeitsplätze nicht mit Kunst ausgestattet.

Wie aus der repräsentativen Studie des Büroherstellers Viking unter 1.000 Arbeitnehmern hervorgeht, befürworten 73 % der Deutschen Kunst am Arbeitsplatz. Jedoch lassen sich nicht an jedem Arbeitsplatz Kunstwerke vorfinden und so bleiben 40 % der deutschen Bürowände grau und kahl.

Des Weiteren zeigte die repräsentative Umfrage, dass…

  • lediglich 3 von 10 Arbeitnehmer ein Mitspracherecht über die künstlerische Gestaltung des Arbeitsumfelds haben.
  • die Hauptgründe weshalb Unternehmen nicht in Kunst investieren, Budgetbeschränkungen (43%) und das nicht-anerkennen der Wichtigkeit von Kunst (41 %) sind.
  • 3 von 4 Deutschen finden, dass Kunst an jedem Arbeitsplatz vorhanden sein sollte

Jedoch zeigten die Ergebnisse der Studie auch, dass Kunst einen durchaus positiven Effekt auf das allgemeine Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer haben kann:

  • 64 % gaben an, dass Kunst im Büro die Produktivität steigert.
  • 71 % der Deutschen finden, dass Kunst am Arbeitsplatz glücklich macht.
  • 69 % der Befragten denken, dass Kunst die Kreativität fördert und das Stresslevel reduzieren kann.

Darüber hinaus testete die Studie auch das Kunstwissen der Deutschen in einer Aufgabe, in der die Teilnehmenden bekannte Kunstwerke den entsprechenden Künstlern zuordnen sollten. Die ernüchternden Resultate zeigten jedoch, dass…

  • lediglich 7 % ein Monet-Kunstwerk richtig zuordnen können.
  • jeder Dritte Rembrandt mit Kandinsky verwechselt.
  • Vincent Van Gogh der einzige Künstler ist, den die Deutschen mit einer eindeutigen Mehrheit (70%) identifizieren können.

Somit ist der Wunsch nach mehr Kunst im Büro zwar groß, dennoch herrscht beim Thema Kunst Verwirrung und Unwissenheit unter den Deutschen. Doch auch die europäischen Nachbarn in den Niederlanden, Österreich und Großbritannien haben beim Kunstquiz nicht besser abgeschnitten. Lediglich die Italiener gehen als wahre Kunstkenner aus der internationalen Umfrage hervor.

Aus diesem Grund hat Viking mit Studierenden aus ganz Europa (DE, AT, UK, IT, NL) zusammengearbeitet, um das ideale Bürokunstwerk für die jeweiligen Nationen zu gestalten. Wie die Studie weiter berichtet, wünschen sich die Deutschen vor allem Kunstwerke, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Kunstart: Fotografie (49 %)
  • Kunststil: Klassisch (33 %)
  • Kunstmotiv: Küstenlandschaft (29 %)

Die Wunsch-Kunstwerke aller anderen Länder können in folgendem Beitrag eingesehen werden:
https://blog.viking.de/intelligent-vernetzen/kunst-im-buero/

Meine – ganz persönliche – Meinung

Ich persönlich bin ein großer Fan von Fotografien in Büros und finde, dass diese gerade bei Telefonkonfernzen und Meetings einen sehr beruhigenden Anteil am Businesserfolg haben können.

Ich kenne einige Unternehmen, die die Fotografien in Ihren Gebäuden von den fotobegeisterten Mitarbeitern aus dem eigenen Kollegium ausgewählt haben im Rahmen von Wettbewerben oder ähnlichen Awards. Das schätzen die Mitarbeiter sehr und wer fühlt sich nicht wohl wenn sein Name unter einer großen Leinwand oder einem Alu-Dibond im großen Meetingraum steht?

Einige andere Unternehmen, die ich kenne, haben lokalen Fotokünstlern (jetzt wirds schwammig mit dem Begriff „Kunst“) die Chance gegeben Ihre Bilder, oder nennen wir es „Werke“ in den Foyers der Unternehmen auszustellen, auch gerne mit einer entsprechenden Vernissage. Oft fehlt diesen „Fotokünstlern“ der Zugang zu solchen Räumlichkeiten und oft auch die jeweilige Zielgruppe zu Ihrer Fotografie. Die Mitarbeiter dieser jeweiligen Konzerne oder Unternehmen haben somit für ein paar Tage oder Wochen neue Impulse durch die ausgestellten Fotografien. In meinen Augen eine sogenannte „Win-Win-Situation“ für alle beteiligten, die Unternehmen mit einem lokalen Bezug und einer „Offenheit“ für neues, die Mitarbeiter die in Ihren Pausen sich mit neuen „Sichtweisen“ beschäftigen können und die Fotografen die eine Bühne bekommen.

Die Kosten für überteuerte (meine Meinung) Skulpuren oder Gegenstände in Bürogebäuden bei denen man sich nicht ist, ob es Bauschrott oder doch ein Kunstwerk ist, gehören meiner Meinung nach eher in Altersversorgung der Mitarbeiter oder Umweltschutz investiert.

Eure Meinung dazu?

Wie seht Ihr das? Wie ist Eure Meinung dazu?
Habt Ihr Lust auf einen Dialog, eine Diskussion dazu? Freue mich auf Eure Kommentare hierzu!

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

 

3 Kommentare

  1. Ich habe eine Weile gebraucht um mich auf Kunst einzulassen, überhaupt zu verstehen was Kunst ist bzw. was sie für mich bedeutet. Irgendwann bin ich dann mal in ein grosses Museum gegangen, habe mir die Zeit genommen um Kunst richtig auf mich wirken zu lassen. An vielem ging ich immer noch einfach so vorbei, aber mittendrin immer wieder Werke die mich beeindruckten, die mich innehalten liessen und zum nachdenken anregten. Nun weiss ich was mir gefällt und kann mir gezielt das raussuchen, was mich bewegt, was Kunst für mich ist.

    Das ist übrigens in der Fotografie genauso, da gibt es Bereiche mit denen ich so überhaupt nichts anfangen kann. Und dann immer wieder Fotografen die mich schwer beeindrucken.

    Kunst braucht Zeit, braucht die Ruhe um sich darauf einzulassen. Dann kann sie inspirierend, nachdenklich oder einfach nur schön sein. Für diese Erkenntnis habe ich aber lange gebraucht.

  2. Bei uns im Unternehmen wechselt es sich ab: ch veranstalte alle 2-3 Jahre einen Fotowettbewerb bei dem alle Mitarbeiter Ihr bestes Foto einreichen können. Danach wird auf der Intranetseite abgestimmt und die besten 3 werden groß ausgedruckt und aufgehängt. Dazwischen gibts entsprechende Fotoshootings bei wechselnden Fotorafen. Die dort entstandenen teilweise lustigen Portraits zieren auch unsere Bürogang Wände.

    Vor ich glaube so 10-15 Jahren gabs mal so 1-2 mit der Firma befreundete „Künstler“ die dann Gemälde teilweise abstrakter Art ausstellen durften wo dann immer so ein kleiner zettel untendran hing „Dieses Bild können Sie auch für 5000,- kaufen…“ was eben nach Umfrage nicht so gut ankam ;-)

    Ich finde es gut und es ist recht erfrischend solche Fotos in Groß am Arbeitsplatz zu haben.

  3. Wir haben Fotos in den Räumen, die die Mitarbeiter aus meinem großen Fundus auswählen können. Da ständig neue Bilder dazu kommen, gibt es auch immer mal wieder einen Wechsel.

    Für Plastiken oder Statuen haben wir glücklicherweise keinen Platz.

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