Die leider allzu verlogene und geheuchelte Branche der Hochzeitsfotografen

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Ich glaube so einen Blogpost wie diesen nennt man einen Rant. Es geht mir schon lange, sehr lange auf die Eier Nerven, wie verlogen die Hochzeits(fotografen)branche zum Teil ist. Zum Glück nur zum Teil…

Styled Shoots

… werden als echte oder vermeintlich echte Hochzeitsreportage-Fotografien „verkauft/dargestellt“. Damit wird dem Brautpaar vorgegaukelt, dass alle Reportagefotos am Tag de Hochzeit einen solchen oder ähnlichen Style aufweisen werden.

Natürlich spricht nichts gegen Styled-Shoots, wenn diese als solche Deklariert sind. Im Gegenteil diese sind sogar sehr wertvoll um Brautpaaren zu zeigen, was denn grundsätzlich mit viel Zeit und Planung möglich wäre, wenn …

Workshop-Fotos

… werden als eigene Hochzeitsfotografien im Portfolio dargestellt um dem vermeintlichen potentiellen Kunden und Brautpaaren dadurch Erfahrung vor zu machen, die vermutlich gar nicht vorhanden sein kann.

Natürlich spricht auch nichts gegen Fotos von Workshops, gerade wenn man in der Anfangszeit oder in einer „Schaffens-Krise“ ist, und in der kann jeder mal stecken um sich neue Impulse und frische Ideen zu holen und natürlich kann man diese auch zeigen, wenn diese dem vermeintlichen Kunden klar als solche kenntlich gemacht werden.

Fehlendes Backup-Equipment

… da kommen Brautpaare zu uns mit Ihrer Anfrage, da der bisher gebuchte (sogenannte) Hochzeits-Fotograf die Hochzeit dem Brautpaar absagte, weil „seine eine Kamera leider defekt sei“. Hallo?

Verlogenheit

Nicht selten findet man auf Webseiten der sogenannten leidenschaftlichen und professionellen Fotografen Begriffe wie professionell, leidenschaftlich, ehrgeizig, herzlich und vertrauenswürdig und findet dann zugleich Fragen in Hochzeitsforen und Social Media Gruppen, welche deutlich zeigen, dass sie besser Klettverschlüsse an den Schuhen tragen sollten, da sie schon mit dem Knoten der Schnürsenkel überfordert sein könnten, geschweige denn mit einer vernünftigen Kommunikation mit dem Brautpaar / Kunden oder gar dem technischen Grundverständnis, wie man eine Kamera unter stressigen Situationen in Ruhe und Professionell beherrscht.

Es sind leider allzu oft völlig getrennte Menschen, zum einen die alles „awesome“ und „lovely“ finden wenn Brautpaare in der Nähe sind und wie diese dann oftmals „abrotzen“ über Brautpaare wenn sie denken ungestört unter sich zu sein.

„Brautpaare sind Idioten“

… weil sie einem selbsternannten Star-Fotografen absagen mit der Begründung „weil die Chemie nicht passt und er als Dienstleister Arrogant und wenig Dienstleitungsbereit rüber kam im Kennenlerngespräch“. Geht es hier noch um ehrliche und aufrichtige Dienstleistung am Kunden oder vielleicht nur um die Aufrechterhaltung eines aufgeblasenen Egos des Fotografen? Wer weiß was manchen zu solcher Kommunikation bewegt.

Fans und Follower

Lasst Euch nicht die Augen verwischen liebe Brautpaare mit großen Zahlen und vielen Folgern, denn es gibt Hochzeitsfotografen mit über fünf oder achttausend Followern in den Social Media, die aber erst zwei oder drei echte Hochzeiten mit Ihrer Kamera begleitet haben. Ja die gibt es, und das nicht nur einmalige Typen. Fans und Follower sind Schall und Rauch und sind schnell und nahezu unauffällig für wenige Euros gekauft. Es gibt jedoch auch viele und sehr authentische und gute sowie sich selbst gegenüber loyalen Fotografen mit nur 200 oder ein paar mehr Anhängern in diesen Medien, die eine solide Arbeit leisten. Vertraut Eurem Herzen und nicht einfach zu manipulierenden Zahlen, die nichts aussagen.

Mein Appell an die Brautpaare

Traut Euch ruhig, die angebotenen Leistungen der Fotografen Euch anhand kompletter Hochzeitsreportagen Euch beweisen zu lassen bevor Ihr Euch bei der Wahl der Hochzeitsfotografen festlegt.

Vertraut Eurem Bauchgefühl und bucht nur einen Fotografen oder noch besser ein Fotografen-Paar wenn die Chemie passt. Wenn die Beziehung zwischen Euch und dem Fotografen nicht passt, wird man das den Bildern ansehen ob sie vertraut, persönlich, herzlich und intim sind oder nur Bilder die ein Euch seltsam vorkommender Typ gemacht hat.

Das trifft übrigens auch auf Fotografen zu, denn auch die sollten dem Brautpaar keine Zusage geben, so finden wir, wenn die Chemie nicht passt. Dieses hoffentlich einmalige Ereignis im Leben sollte Bilder mit Emotionen und Vertrauen zur Folge haben und nicht einfach nur Fotos. Auch das gehört zur Verantwortung der Fotografen dazu, l.ieber zu sagen wenn es nicht passt als dann später Murks abzuliefern.

Und jetzt? Was soll diese Abrechnung mit dieser Branche?

Oh nein, das ist keine Abrechnung mit Kollegen die mir „aufgestoßen“ sind. Es ist vielmehr ein Appell und Aufruf an die Brautpaare, welche zu Recht Bilder mit Herz, Emotionen und Vertrautheit von Ihrem eventuell schönsten Tag erwarten, sich ganz genau die Versprechen der Dienstleister anzusehen, welche Ihnen etwas verkaufen wollen. Glaubt keinem Marketing-Geschwafel, sondern lasst Euch zeigen, was der oder die Fotografen drauf haben, und glaubt Empfehlungen von Freunden, die eventuell auch diesen Fotografen gebucht hatten, denn dort werdet Ihr echte und glaubhafte Empfehlungen erhalten.

Und jetzt das wichtigste zum Schluss

Des weiteren möchte ich mich bei den guten, ehrlichen und aufrichtigen Fotografen-Kollegen bedanken, die einen echten und loyalen sowie glaubwürdigen Job machen und damit die Branche in Ehren halten und derer gibt es zum Glück noch sehr viele. Danke Euch!

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

 

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