Ein Jahr der Verluste und ein Jahr der Dankbarkeit – 2020

Veröffentlicht von

Könnt Ihr Sätze wie „Was ein Jahr….“ auch nicht mehr lesen und hören? Dann sind wir uns schon mal einig! Mit diesem Blogposting möchte ich mit diesem Jahr abrechnen und ich nehme jetzt schon mal das Fazit vorweg: Ich bin sehr dankbar und glücklich dieses Jahr über er-lebt zu haben.

Ein Jahr der Verluste

Nachdem 2019 für mich das Jahr der Trennung war und ich Jahre lang überfällige Entscheidungen kommunizieren und durchziehen musste, so wurde 2020 zu einem Jahr der Neuausrichtung! In 2020 bin ich angekommen in meinem aktuellen Leben. Leider musste ich lernen mit Verlusten zurecht zu kommen.

So gab es drei Anlässe für den schwarzen Anzug im engen Familienkreis und wir mussten allzuoft Sätze wie „Mein Beileid“ hören.

Zudem habe ich leider in diesem Jahr eine meiner beiden Töchter (hoffentlich nur vorübergehend) verloren, da sie keinen mehr oder nur den allernötigsten Kontakt zu mir haben möchte. Das schmerzt einen „Harmonie-Bär“ wie mich unfassbar stark. Aber ich hoffe sehr….

Verloren habe ich zudem auch mein bisheriges sehr mobiles Leben. Ich bin schon lange nicht mehr DER Stammkunde der Tankstelle und den „Gold-Status“ der Businesshotels habe ich in 2020 auch überall verloren. Corona sei Dank war das Jahr durch Absagen von Reisen, Konzerten, Diavorträgen und anderen Events geprägt, aber bei wem war das nicht so?

Weg sind auch ein paar Freunde, von denen ich zumindest früher dachte es seien Freunde, die sich als „QuerSchrägdenker“ entpuppt haben. Ich bin ein wahnsinnig toleranter Mensch, aber meinen Verstand habe ich in 2020 nicht verloren. Da gab es leider ein paar „Au revoir“ aus zu sprechen.

Leider habe ich auch meine Eltern in meiner direkten Umgebung verloren, da diese beiden – mir sehr wichtigen – Menschen dieses Jahr in den Norden Deutschlands umgezogen sind. Dadurch sehen wir uns leider nur noch sehr selten, was ich sehr bedauere.

Weniger ist mehr!

Wenn ich eines dieses Jahr gelernt habe, neben den unzählbar vielen Gartenbau- und Haus-Sanierungsthemen, die ich mir aneignen konnte, dann ist es, das Leben mit wenig materiellen Dingen zu bewältigen. Das gilt für den IT-Junkie und Fotofuzzy, sowie für den „normalen“ Menschen Jörg. Aus etwas über 30 Fototaschen, wurden fünf. Aus fünfzehn Objektiven und gefühlten zehn Kameras, wurden fünf Objektive und drei Kameras. Aus drei Meter Kleiderschrank, wurden 60 cm Kleiderschrank, und vieles mehr in genau dieser Art. In den elf Monaten der doppelten Haushaltsführung, habe ich viel darüber gelernt, was man ich wirklich brauche und was das Leben eigentlich nur belastet. Eine sehr wertvolle Lehre die ich in 2020 vom Leben bekommen habe.

Ein Jahr der Dankbarkeit

Es war ein Jahr des Abschiedes und der Verluste, es war aber – und das ist mir wichtig zu erwähnen – ein Jahr das uns allen gezeigt hat, auch was es wirklich ankommt: Das Leben!

Ich bin sehr dankbar eine wundervolle, wahnsinnig aufrichtige und sehr offene und stets direkte Frau an meiner Seite zu haben, die niemals mit Feedback geizt und bei der ich immer weiß woran ich bin. Ich kann mich zu 100% auf sie verlassen und weiß das ich respektvoll und immer ehrlich behandelt werde. Das war in meinen früheren Leben nicht so! Ich bin zu tiefst dankbar für diesen Engel und dieses Leben – das SO niemals geplant war. Das Leben hat Überraschungen für uns parat – wunderschöne Überraschungen.

Zudem bin ich wahnsinnig und von ganzem Herzen tief dankbar, eine sehr innige und enge Freundschaft zu einer meiner beiden Töchter zu haben, welche ich ganz bewusst als meine beste Freundin bezeichnen kann.

Sehr enge und sehr gute Freunde, auf die ich mich in diesem Jahr immer verlassen konnte, haben meine Dankbarkeit in diesem spannenden Jahr noch gesteigert.

Einen coolen Job machen zu können, mit all seinen Einschränkungen in diesem Jahr, aber auch all seinen Möglichkeiten, macht mich zudem auch sehr dankbar.

Meine Leidenschaft der Fotografie, trotz aller massiven Veränderungen in diesem Jahr, hat mich aufrecht gehalten und auch hier bin ich wahnsinnig dankbar, das mit meiner wundervollen und sehr begabten Partnerin machen zu können.

Keiner von uns ist immer gesund und gut drauf und hat immer alles was er gerne hätte, und dennoch bin ich wahnsinnig und aufrichtig dankbar jeden Tag aufstehen zu können, mich anständig artikulieren zu können, regelmäßig Mahlzeiten einnehmen zu können, in ein Auto vor der Tür zu steigen und mich frei bewegen zu können. Alleine dafür bin ich sehr dankbar und würde mir wünschen wenn noch viel mehr Menschen in unserem Land, unserer Gesellschaft diesen dankbaren Gedanken für sich finden könnten.

Ja, ich bin dankbar! Sehr!

Dankbar bin ich zudem auch:
(…und diese Aufzählung behauptet keinesfalls vollständig zu sein)

  • Ich bin dankbar dieses Jahr sehr viel Fahrrad gefahren zu sein – ohne Akku!
  • Ich bin dankbar sehr viel gelernt zu haben in handwerklicher Richtung.
  • Ich bin dankbar dieses Jahr noch vor Corona mit meinem Schatz zusammen Prag erlebt zu haben. Was eine wunderbare Stadt!
  • Ich bin dankbar mir dieses Jahr mit meinem Engel zusammen einen Wohnwagen bestellt zu haben, auf den wir sehnsüchtig warten…
    (siehe www.SchwarzWeissOffline.de)
  • Ich bin den Taschenherstellern dankbar, die mir weiterhin treu ermöglichen Ihre Produkte zu testen und diese dann teilweise auch für gute Zwecke wieder einsetzen zu können. (Siehe dazu LINK zu Taschenfreak.de)
  • Ich bin dankbar bisher nicht an Corona erkrankt zu sein
  • Ich bin all denen Personen dankbar, die mir durch schwere Zeiten geholfen haben!

Was habe ich gelernt?

Dieses Jahr hat mir eines deutlich gezeigt – den Sinn des Lebens: Leben, Lieben, Vertrauen, Geben, Umsorgen und Dankbar sein.

Fassen wir mal zusammen:

  • Jörg ist angekommen in einem neuen Leben!
  • Jörg fotografiert weiterhin – mit Leidenschaft – und das mit seinem Engel!
  • Jörg braucht viel weniger als früher!
  • Jörg vermisst seine erste Tochter!
  • Jörgs beste Freundin ist seine zweite Tochter!
  • Jörg braucht weniger Objektive!
  • Jörgs Kleiderschrank ist dramatisch geschrumpft!
  • Jörg schafft es mit nur einem Bruchteil an Fototaschen zu leben! (das ist der Moment, bei dem ich selbst beim Tippen dieses Artikel herzhaft lachen muss….)

Und jetzt? Gibt es Wünsche? Projekte?

Ich denke es wird Zeit einen Haken an 2020 zu machen und dankbar für die guten Dinge in diesem Jahr zu sein!

2021 wird für uns das Jahr des Wohnwagens und wir freuen uns sehr diesen mit den Kindern unserer Patchwork-Family einzurichten und ein zu weihen. Wir hoffen natürlich das wir alle gesund bleiben und unsere Gesellschaft schnell eine Herdenimmunität dank Impfung gegen Corona haben wird, so das wir auch wieder etwas Reisen können. Ich würde meinem Engel wahnsinnig gerne „mein Norwegen“ zeigen, was 2020 leider ausgefallen ist.

2021 wird weiterhin noch Themen des alten Lebens mit sich bringen, die noch geklärt werden müssen, aber auch das werde ich mit Stil, Respekt und gesundem Geist angehen und niemals die Würde verlieren.

2021 wird wieder mehr fotografiert, denn es warten wieder emotionale Hochzeiten auf uns mit wunderbaren Menschen vor der Kamera.

2021 wird das Jahr der Weeklyboys. Auf dieses, von mir ins Leben gerufene Projekt freue ich mich wahnsinnig! Damit wird auch diesem Blog wieder mehr „Leben“ eingehaucht und das sicher mit weniger Hardware- und Equipment-Themen, sondern vielmehr mit den Themen des Lebens – den „Digitalen-Augenblicken“.

2021 wird auch weiterhin ein Jahr der Achtsamkeit und der Masken sein. Also hoch den Lappen!

2021 wird nicht einfach und wir werden ganz sicher viele schwachsinnigen Diskussionen hören zu Impfungen, das diese ja nicht getestet wurden und uns hier jemand einen Verschwörungschip impfen will und so weiter und so fort. Wir werden weiterhin auch durch die Einschränkungen der Pandemie vieles entbehren müssen – aber auch das werden wir schaffen, wenn wir denn „Klar im Oberstübchen“ bleiben und immer dran denken – wir sind ein Teil einer Gesellschaft, die es verdient hat respektiert zu werden und mit der man Leben kann – und das sehr gut!

Ahoi 2021

Also Leinen los, Segel gehisst und Nasen in den Wind, 2021 – wir kommen!

Schöne herzliche Grüße – Euer dankbarer Fotofuzzy – Jörg Langer

 

6 Kommentare

  1. Lieber Jörg. Mir fehlen seit Monaten auch die Worte, zumindest die richtigen Worte, viele Veränderungen… Nicht immer gut, leider. Deshalb ganz kurz und knapp…
    Vielen Dank für deinen interessanten und emotionalen Bericht.
    Ich wünsche dir alles gute für die Zukunft.
    Grüße aus der Pfalz

    1. Veränderungen sind besser als Stillstand. Habe ich mal auf einem Seminar gelernt. Das es sich nicht immer sofort „gut“ anfühlt lehrt einem das Leben.

      Danke für die Zeit und Deine Worte‼️

  2. Zum einen möchte ich sagen, ich freue mich wieder auf die launigen Blogbeiträge, haben im letzten Jahr gefehlt. Zum anderen möchte ich anmerken, dass ich es unheimlich großartig finde, dass die Dankbarkeit trotz dieses mehr als schwierigen Jahres herausgestrichen worden ist. Am Ende bleibt trotz aller Schwierigkeiten doch oft das Positive, das ist eine gute Voraussetzung für 2021 und wünsche diesbezüglich alles Gute!

  3. Toller Beitrag Jörg,

    Weiterhin alles Gute und freue mich schon auf die nächsten Blog Beiträge!

    Lg aus Österreich
    Mattias

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.