DHL- ist das Euer Ernst? Digitalisierung – schon mal was von gehört?

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Bei allen Diskussionen im Kollegenkreis, im Freundeskreis und auch in den zahlreichen Social Medias habe ich bei den „Alle-Lieferservices-sind-doch-unfähig-Diskussionen“ die DHL Fahne hochgehalten und immer positiv Stellung für Euch bezogen. Das muss ich nach meiner aktuellen Erfahrung aber deutlich überdenken, denke ich…

Nun mal langsam – was ist alles passiert?

  1. Ich habe am 11.09. einen wattierten Umschlag als versichertes DHL-Paket verschickt.
    1. Inhalt: Mehrere analoge Filme zur Entwicklung
    2. Empfänger: Ein Entwicklungslabor
    3. Paketlabel wurde mit DHL.de Online Frankierung erstellt und sauber ausgedruckt
      1. kein unlesbares manuelles handschriftliches Geschmiere
      2. Alle Daten liegen somit elektronisch der DHL vor! (Digitalisierung?)
  2. DHL war nicht in der Lage den Empfänger zu finden 
    1. OK, das verstehe ich zwar bei einer Firma nicht – kann aber passieren. Bringe ich noch Verständnis für auf.
  3. DHL leitet Rücksendung zu mir ein.
    1. Die Absenderanschrift ist ja auch elektronisch erfasst und ebenso maschinell aufgedruckt.
    2. Die Retoure kommt nicht an bei mir.
  4. Ende September habe ich immer noch nicht meine analogen Filme (unwiederbringliche Erinnerungen !!!) zurück.
  5. Ich rufe die DHL Hotline an.
    1. Dabei muss ich neben der Paketnummer ALLE Daten nochmals angeben. Hallo, die sind doch alle schon erfasst? Digitalisierung?
    2. Am Ende des Gespräches erfahre ich das ich schriftlich !!! einen Verlustanzeige machen  muss. 
    3. Auf meine Erwiderung das der Herr von DHL an der Hotline doch alle Daten jetzt hat und dieser Anruf meine Verlustmeldung war, werde ich aus der Leitung geworfen mit dem Hinweis ich solle alles nochmals erfassen und bekomme einen Link.
    4. Der Link – auf 3 Rechnern (Mac / PC Windows 8 / PC Windows 10) versucht – überall das selbe Ergebnis:

      Hallo Digitalisierung ???
  6. Meinen Frust etwas Platz machend auf der DHL Facebook Seite bekomme ich Hilfe und man teilt mir mit das man mir die Arbeit abnimmt, was in der Realität bedeutet hat, das ich ein paar Tage später per Post ein Formular bekomme das ich ausfüllen muss. Hallo Digitalisierung???
  7. Nachdem ich meinen Verlust erklärt habe, bekomme ich einige Tage später den nächsten Postbrief, in dem mir erklärt wird ich solle Rechnungen nachliefern die meinen Verlust dokumentieren? Hallo, wie soll ich den Verlust von fünf analogen Filmen beziffern auf dem 5×36 unwiederbringliche Erinnerungen zu finden waren?
  8. Am 20.10. bekomme ich einen Postbrief in dem mir erklärt wird, das mein Paket unwiederbringlich verloren ist und ich eine Ersatzleistung von 50 Euro plus 4,95 für das bezahlte Paket erhalte. 50 Euro für diesen Verlust? Hallo DHL? Merkt Ihr noch was?
  9. Am 26.10. liegt ein wattierter Umschlag mit unzähligen Aufklebern in meinem Briefkasten, der einen 5 bis 7cm langen Riss enthält und sonst nichts. Es war mein ursprünglicher Umschlag mit dem ich die fünf Filme ans Labor geschickt hatte. Leer. Die DHL hat mir doch vor 6 Tagen erst schriftlich erklärt das mein Paket für immer weg ist und jetzt finde ich den Umschlag OHNE INHALT in meinem Briefkasten? Na ja, ich hatte mich von den Filmen ja leider eh schon verabschiedet und von den 50 Euro den Verlust schön getrunken.
  10. Am 01.11. bekomme ich einen neuen Brief von der DHL. Der DHL ist aufgefallen das das Paket ja doch Rückausgeliefert worden sei, entgegen der eigenen schriftlichen Aussage im Brief vom 20.10. und das ich bitte umgehend die 54,95 Euro zurück überweisen soll. In diesem Brief ist keine Mailanschrift oder ein Link angegeben bei dem man in Kontakt treten könnte um den Sachverhalt zu erörtern. Ich soll jetzt auch noch Briefmarken kaufen um Euch einen Brief zu schreiben? Hallo Digitalisierung? 

Liebe DHL – gehts noch?

Liebe DHL, wir machen jetzt einen Deal. Ihr liefert mir meine fünf Filme zurück und dann bekommt Ihr Eure zu viel gezahlten 54.95 Euro zurück.

Oder aber, Ihr überweist mir 745 Euro plus 19% MwSt, also in Summe 886,55 Euro für die fünf Stunden Verdienstausfall, die ich in Euren analogen Saftladen investieren musste für diesen Vorgang, der mich nach Eurer Meinung jetzt auch noch 54.95 Euro Rücküberweisung kosten soll. Für nichts außer dem Verlust von 180 (5×36) ideellen Werten und Erinnerungen, die dank Euch für immer weg sind.

Haben wir einen Deal? Sucht es Euch aus. Es liegt bei Euch!

Gehts noch? Merkt Ihr noch was? Habt Ihr von der Digitalisierung und vom sinnvollen Einsatz von Datenbanken schon was gehört? Ich weiß, dass es reichlich Projekte innerhalb der DHL gibt, die sich mit sinnvollen Ideen zum Thema Künstliche Intelligenz beschäftigen. Schade das es aber schon in der grundlegendsten Basis-Funktion der DHL nicht mit normaler Intelligenz klappt.

Ich werden den Link zu diesem Beitrag nun handschriftlich auf Euren Brief vom 01.11.2017 (mit der Aufforderung Euch 54,95 Euro zu überweisen) schreiben und diesen unfrankiert in die Post stecken.

Mal sehen ob Ihr das versteht!?

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

25 Kommentare

  1. ich würde ja noch einen draufsetzen…. Anzeige wegen Diebstahl , den Beweis haben sie dir ja geliefert. Und wegen der guten Digitalisierung bei der DHL nicht mal gegen Unbekannt da ja jeder Weg und Mitarbeiter nachvollziehbar sein müsste …

  2. Hallo Jörg, auch ich wundere mich manchmal über DHL: Bei einer Firma in GB habe ich über EBay einen Adapter für meine Fuji GFX 50 gekauft. Ich bekam vom Verkäufer einen Link für die Paketnachverfolgung. So konnte ich sehen, dass das Paket beim richtigen Paketzentrum zur Auslieferung in das Fahrzeug des Zustellers geladen wurde. Nachdem ich ein paar Tage gewartet hatte, weil nichts bei mir ankam, habe ich den Service angerufen und erfahren, dass man das Paket an den Absender zurückgesandt habe, weil die Adresse nicht angegeben war und auch nicht ermittelt werden konnte. Komisch ist, dass elektronisch die korrekten Daten erfasst waren und offensichtlich zumindest im Paketverteilzentrum noch bekannt waren. Nun hoffe ich auf den zweiten Versuch. Sicher nicht so ärgerlich wie der Verlust von Filmen mit unwiederbringlichen Aufnahmen.

  3. Hallo Jörg, ich überlege derzeit ob ich meine Pakete doch wieder von Hermes in die Mülltonne legen lasse. Bei mir ist es die Packstation von DHL.
    aber was ist passiert? Ich habe mich dazu verleiten lassen die Packstation zu nutzen. Nun bereitet sie mir aber Kopfschmerzen. Habe ein Paket erwartet das ich bei Amazon bestellt hatte. Dort hatte ich auch die Benachrichtigung, dass es geliefert wurde. Aber von Dhl keine Mail oder Benachrichtigung bekommen. Abholen geht ja nur mit mTan. In der Sendungsverfolgung sehe ich, dass mein Paket in die Packstation eingelegt wurde. Jedoch eine Stunde später wieder zum Weitertransport entnommen würde. Weiter wohin? Also bei der DHL angerufen. Dort bekommt man dann gesagt, ist ein express! Geht uns nichts an? Können wir nicht sehen! Muss man bei DHL Express anrufen (was dann aber auch Geld kostet). Ok, gemacht. Dort dann die Aussage,das Paket ist in der Packstation aber wir können keine neue Tan generieren. Da müsste ich bei Amazon anrufen und die müssen dass dann in die Wege leiten. Also auch da angerufen, nur um zu erfahren dass Amazon das nicht kann, da das Paket ja geliefert ist. Bei einer Zustellung an die Privatadresse könnte man einen weitere Zustellung veranlassen. Mittlerweile ist im Status der Sendungsverfolgung das Paket im Verteilzentrum. Aber bei Amazon war man dann so freundlich und hat mir eine Ersatzlieferung auf den Weg geschickt. Nach Hause!
    Da denkt man, ok kann auch mal passieren. Soll ich mal lachen! Gerade gestern wieder passiert. Wieder DHL Express. Jetzt hat man mir gesagt, sie würden eine Email schicken, damit der Paketbote das Paket nochmal reinlegt. Kann sein, dass er das nicht richtig eingelegt hat. Bis jetzt aber ich noch nichts gehört (gelesen). Mal abwarten wann und ob was kommt.

    1. Genau das meine ich Michael. Wenn die doch Probleme haben mit Express in Verbindung mit Pakstation, dann lässt sich das ja im Rahmen der Digitalisierung einwandfrei steuern. Aber im Gegenteil – der Kunde ist der, der die Zeit investieren muss, sich durch diesen Irrgarten von verschiedenen Hotlines und Links durchzukämpfen.

  4. Ich hab gestern von dpd einen Umschlag erhalten , der einen Umschlag zum Inhalt hatte , der wohl bereits einmal mit deutsche Post zugestellt werden sollte , aber der Postbote konnte mich unter angegebener Adresse nicht finden …der Umschlag war korrekt mit meinem Namen Adresse und Firmen Bezeichnung gekennzeichnet und hier wohnen nur wir !! Wieso könnte der uns nicht finden ? Der arme Kerl der uns die Rechnung – undigitalisiert – zusenden wollte musste so nochmal dpd bemühen , weil die Post zu doof war mein Namensschild zu lesen ??? 😳😳

  5. Mal wieder ein unglaublich intelligenter Beitrag hier vom langer. Tipp: lies dir mal die AGB durch und dann kannst deine Rechnungen über verlustausfälle in der nächsten Parkuhr einwerfen.

    Hoffentlich finden Sie deine Filme nicht mehr, Strafe muss sein.

  6. Tja … das ist alles sehr ärgerlich. Ja, den Wert einer Ware kann man nicht nach „unwiederbringliche Erinnerungen“ festlegen … was sind die Wert ? Für dich mir Sicherheit sehr viel. Ein Unternehmen kann aber leider nur den tatsächlichen materiellen Wert ermitteln. Wie sollte das auch anders gehen ? Auch mir sind schon einige Pakete abhanden gekommen. Bei der Menge der Pakete die DHL oder wer weiß wer sonnst täglich befördert, sollte das eigentlich nicht verwundern, oder ? Es gibt aber für mich hier in deinem Text auch Ungereimtheiten. Du sprichst immer von 2017, auf dem Bild ist aber 2016 zu lesen. Dann die Sache mit dem „jetzt ist das Paket doch noch angekommen“. Er Empfang von „Paketen“ muss bestätigt werden. Hast Du ein beschädigtes Paket angenommen? Wenn ja, dann ist das echt ein klein wenig Dämlich, wenn es dir nur so zugestellt wurde, ohne eine Bestätigung deiner seit´s, wo ist das Problem … denn dann kannst du dich drauf berufen dass das Paket nie ausgeliefert wurde, zur Not soll die DHL dir die Unterschrift zusenden ( Ja, das machen die ). Letztendlich muss jedem Bewusst sein das Pakete verloren gehen könne. Willst Du das Risiko nicht eingehen weil, wie in deinem Fall, der Sentimentale Wert nicht mit dem rein Materiellen Wert in Einklang zu bringen ist, dann wird dir nur der persönlich Weg ins Fachgeschäft bleiben.Und auch hier kann es sein das die den Film verpfuschen und alles unwiederbringlich zerstört ist. Ja, „das leben ist kein Ponyhof“ 😉 In der heutigen Welt, wo die Leute der Meinung sind sich gegen alles versichern zu müssen, wo Reisen so gebucht werden dass man am Flughafen vom Reiseleiter mit kleinen Schild abgeholt wird, wo wir jegliches Risiko immer und immer ausschließen wollen, in dem Irrglauben das nun ja nichts mehr passieren kann, finde ich es mal ganz erfrischend auch mal wieder die bittere Realität zu spüren. Ich kann da nur sagen „willkommen im wirklichen leben“ 😉

    1. Bin ich ja bei Dir! Hier die Antworten auf Deine Fragen:

      HW: Du sprichst immer von 2017, auf dem Bild ist aber 2016 zu lesen.
      JL: Mein Schreibfehler (analog eben…) das alles ist und war 2017.

      HW: Der Empfang von „Paketen“ muss bestätigt werden. Hast Du ein beschädigtes Paket angenommen?
      JL: Der wattierte Umschlag mit „nix“ drinne lag so im Briefkasten. Ich habe nichts unterschrieben.

      HW: ….dann wird dir nur der persönlich Weg ins Fachgeschäft bleiben….
      JL: Ja Ja Ja iss klar. Es geht doch gar nicht um den Verlust an Sich. Es geht mir doch vielmehr um die dämliche Art und Weise und wie oft man seine Daten erfassen muss die doch zigfach „digital“ vorliegen. Das ein Paket mal wegkommen kann – da bringe ich mehr als Verständnis für auf. Aber erst als Verloren melden und erstatten und dann „nix“ zurückschicken und die Erstattung wieder haben wollen – das ist einfach „zu viel“ Schräg.

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