Damit fing alles an!

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Viele Jahre ist es her, das ich als kleiner Bub (ja ich war mal klein…) von meinem Papa eine Kamera bekam. Meine eigene erste Kamera. Es war eine Pentax. Es war eine Pentax Spotmatic mit einem 55mm 1.8 M42 Objektiv namens SMC Takumar. Was habe ich mit dieser Kamera alles unternommen. Wie oft war diese Kamera mit mir und einem sehr guten Freund und seiner Kamera in der Natur unterwegs. Später gesellte sich ein 400mm f8 von Beroflex, so eine mächtig lange schwarze Tüte dazu, mit der wir zusammen im morgentau auf die Jagd nach Grau und Fischreiern gegangen sind. Ja so fing mit mir uns meiner Fotografie alles an.

Fritz Pölking, für viele ältere sicher ein großer Begriff, war mein ganz großes Vorbild und seine Bücher und seine Vorträge verschlang ich regelrecht. Zum Glück durfte ich diesen Menschen noch ein mal persönlich kennenlernen und über eine Stunde damals mit Ihm persönlich schnacken, bevor er uns leider viel zu früh verlassen hat. Der gute alte Fritz, ein Naturmensch und begnadeter Naturfotograf.

Ja, so fing alles an – mit einer manuellen Kleinbildkamera – einer Pentax Spotmatik – von meinem Papa! Ich bin ihm heute nahezu jeden tag dankbar das er mich so früh an die Fotografie geführt hat und ich so aufwachsen durfte, mit dem Herzen in der Natur.

Aus diesen sentimentalen Gründen habe ich in den letzten Tagen mir eine funktionstüchtige Spotmatic aus der Bucht geangelt um den Anfang meiner fotografischen Laufbahn wieder im Schrank stehen zu haben.

In Irland war sie mit mir, in USA war ich mit Ihr 5 Wochen im Südweseten, unzähliche Male in Norwegen und Schweden, etliche Male im Naturpark Bayerischer Wald und gefühlte 10.000 mal in der Natur Hessens. Ich denke so gerne an die Zeit mit dieser KlickKlack Kamera zurück. Sie war zickig und dennoch robust. Sie hat mir alle USA Bilder saut weil der Belichtungsmesser versagt hat und ich mit 25 versauten Dia Filmen aus den 5 Wochen Urlaub zurück gekommen bin – ich habe es Ihr vergeben, denn die Vielzahl an guten Erinnerungen war überwältigend.

Menschen fotografieren fand ich übrigens immer stinklangweilig. Naturfotografie war viel spannender, da der Erfolg nicht vom Reden und Überzeugen, sondern vom eigenen naturverbundenen Verhalten abhängig war. Nun vielleicht bin ich dann durch meinen Job als Vertriebler und später als Marketer eher zum „Reden mit dem fotografierten Objekt“ – zur Menschenfotografie gekommen.

Jetzt hab ich wieder eine! Erinnerungen sind schon was feines…

Danke Papa!

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

p.s.: 55mm und f1.8 sind auch heute wieder meine Liebste und meistgenutzte Brennweite…

5 Kommentare

  1. Schöner Artikel!
    Viele Ähnlichkeiten zu den eigenen Erfahrungen, allerdings war die erste eigene Kamera bei mir nicht ganz so schick. Aber auch ich habe in der Bibliothek jedes von Fritz Pölking vorhandene Buch verschlungen, später habe ich dann seinen Blog ( hiess das damals eigentlich schon so? 🙂 ) regelmäßig gelesen. Ich mochte seine Art zu schreiben.

  2. geiles Gerät, oder ? Meine kam von meinem Onkel (mit einem 50 1.8er und in schwarz 😉 ) und ich bin ihm auch bis heute dankbar, mich an die Droge geführt zu haben *grins*
    Ebenfalls bei mir heute das liebste Ding vornedrauf, ein schnödes 50mm. Die angeblich langweiligste Brennweite von allen, wenn man den Foren und so *kicher*

    hiach … 🙂

  3. Oh wie schön, Jörg!
    Du hattest es mir ja schon geschrieben, doch jetzt diesen tollen Text dazu zu lesen… Hach, da kommt so ein wohliges Gefühl der Wärme auf, wie immer, wenn man sich an seine Kindheit erinnert.
    Ich habe gerade meine erste „richtige“ Kamera nochmal in die Hand genommen: eine Ricoh KR-10x, damals mit ’nem „popeligen“ 35-70-Plastikzoom, mehr war nicht drin als Schüler und dennoch wahr ich stolz wie Bolle. 🙂

    Die Spotmatic gehört ürbrigens für mich zu den drei schönsten SLR-Kameras überhaupt (neben der Oympus OM-Reihe und der Nikon F/F2/F3). Meine „Spotty“ habe ich vor ein paar Jahren von einem sehr netten Menschen aus England geschenkt bekommen und ich ehre sie bis heute.

    Die Takumare sind fantastische Objektive. Es geht das Gerücht, dass die Bezeichnung „tak-scharf“ von diesen Asahi Pentax-Objektiven stammt. Gerechtfertigt wäre es. 😉
    (Und ein 50er ist einfach eine tolle Brennweite. Da stimme ich vorbehaltlos zu!)

    Ich bin mal so frei und verlinke auf drei meiner Flickr-Bilder und hoffe das ist OK für dich. Sie zeigen ein wenig meine Faszination für die Spotmatic:

    https://www.flickr.com/photos/lucispictor-photo/2523795654

    https://www.flickr.com/photos/lucispictor-photo/3289449353

    https://www.flickr.com/photos/lucispictor-photo/8980782542 😉

    Besten Dank für diesen schönen Lese-Moment, mein Freund!

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