Meine Erfahrungen mit dem Fujifilm Service und meiner Fotoversicherung

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Eine oft gestellte Frage auf Hochzeiten ist immer wieder:

„Ist das eigentlich alles Versichert oder was passiert wenn Euch mal was „im Einsatz“ kaputt geht? Das kostet doch alles viel Geld und ist sicher auch empfindlich….“

Nun Ihr Lieben, das stimmt, das Zeugs mit dem wir fotografieren ist nicht „billig“ und es stimmt auch es ist alles versichert. Was ist aber wenn mal was ist? Das will ich Euch mal – aus aktuellem Anlass – wie man so schön sagt, in Form eines Zeitstrahles erläutern.

Tag 0: Ich bleibe mit der Kamera, einer meiner beiden Fujifilm X-T1 mitsamtem Batteriegriff und dem Fujinon XF 56mm 1.2 beim rausnehmen aus dem Auto mit dem Gurt irgendwie an der Autotür hängen und mir rutsch die Kamera aus der Hand und schlägt unsanft auf dem Boden der Straße auf.

Tag 1: Ich brauche dringend für die nächsten Shootings schnell ein 56mm Objektiv. Das ist bei meiner Ausrüstung DIE „Brot und Butter-Linse“. Also online schauen und bestellen. Mein Plan war, es in aller Ruhe mit der Versicherung abzusprechen und nach Reparatur und Versicherungsabwicklung wieder zu verkaufen, wenn meines wieder „da“ ist.

Tag 2: Das 56mm Objektiv wird geliefert. Ich stelle den Schadensantrag bei der Versicherung.

Tag 3: Die Versicherung wünscht sich einen Kostenvoranschlag und einen Nachweis das der Schaden ein Sturzschaden wie von mir beschreiben ist. Worfür die Versicherung das brauct weiß ich nicht. Macht für mich auch keinen Sinn, da die Versicherung „eigentlich“ jeden Schaden, auch alle selbstverursachten Schäden mitversichert hat.

Tag 3: Ich verpacke die Kamera, die außer Schrammen und Kratzern und sehr seltenen Aussetzern keine defekte aufweist und das 56mm Objektiv das keine Fokusfunktion mehr hat ein und schicke es direkt nach Kleve zu Fujifilm mit der Bitte einen KVA zu erstellen.

Tag 4: Eingangsbestätigung von Fujifilm in der Mailbox. Beide Teile, Objektiv und Kamera werden als einzelne Vorgänge geführt bei Fujifilm. Fujifilm schickt Links zum Statusupdate mit, die aber bei gewünschten Kostenvoranschlägen nicht funktionieren bzw. nur Unsinn anzeigen. Zu dieser Erkenntnis kommt man aber erst nach einem Anruf bei der sehr netten Dame im Fujifilm Service in Kleve, dessen Telefonnummer auch nicht ganz einfach zu finden ist.

Tag 7: Ich entschließe mich eine Backup-vom-Backup-Kamera zu kaufen und bestelle mir für den „Übergang“ (hört sich an wie meine Mama die Herbstklamotten sucht….) eine im Moment recht günstig zu bekommende Fujifilm X-E2. Ich schrieb darüber…

Tag 10: So eine Warterei ist schon nervig. Und bestimmt noch nerviger als meine Anrufe im Fujifilm Service, ob es denn was neues gibt….

Tag 14: Der Kostenvoranschlag von Fujifilm ist da. Kamera 257 Euro und Objektiv etwas über 80 Euro. Ich gebe direkt, unabhängig von dem was die Versicherung sagen wird eine Reperaturbedürftige an Fujifilm. Ich brauche meine Werkzeuge dringend!

Tag 14: Ich schicke die beiden KVA´s an die Versicherung.

Tag 15: Die Versicherung bemängelt das der Nachweis zur Schadensursache fehlt.

Tag 15: Ich bitte Fujifilm und geänderte Kostenvoranschläge mit dem Hinweis auf den Sturzschaden und dessen Bestätigung.

Tag 16: Fujifilm schickt mir sehr schnell die korrigierten KVA´s und bestätigt die Ursache der Schäden.

Tag 16: Die Versicherung bekommt von mir die geänderten KVA´s gemailt und ich erhalte innerhalb von wenigen Stunden am selben Tag die Freigabe der Versicherung, das die Reparatur ausgeführt werden kann und die Kosten abzüglich meines Eigenanteils übernommen werden.

Tag 20: In einem Mail von Fujifilm bekomme ich die Fertigmeldung meiner Reparatur mitgeteilt. Freigabe/Auftrag dazu hatte ich am Tag 14 erteilt. Das ging recht flott. Da gibt es nix zu meckern. Aber noch ist die Kamera und das Objektiv in England und noch nicht bei mir…

Tag 24: DPD klingelt und gibt meiner Tochter ein Paket, welches Ihr oben auf dem Bild seht. Auf dem Lieferschein/Reparaturbericht steht: Kamera oberer Deckel und Elektronik getauscht. Bei dem Objektiv Elektronische Baugruppe getauscht. Beides sieht aus wie neu und ist sehr gut verpackt. Rechnung liegt keine bei.

Tag 25: Rechnung von Fujifilm liegt im Briefkasten. Gehen am selben Tag noch als Scan zur Versicherung.

Tag 26: Schlussmitteilung der Versicherung liegt vor und Überweisung sollte folgen.

Tag 29: Das Geld der Versicherung ist auf meinem Konto.

Tag 30: Ich verkaufe das „Übergangs-56mm“ an einen Fotokollegen über ein Fotoforum.

Tag 31: Zeit für einen Kassen-Sturz (beim Sturzschaden sehr treffend…)

Kassensturz dieses Schadens:

  • – 999,– Ersatz 56mm Objektiv
  • – 10,90 Paketversand zu Fujifilm
  • – 258,– Reparatur Kamera
  • – 88,– Reparatur Objektiv
  • + 96,– Erstattung Versicherung (ich habe 250 Euro Selbstbeteiligung)
  • + 770,– Verkaufserlös des nun gebrauchten 56mm Ersatz Objektives

Macht summa summarum einen effektiven Schaden von 489,90 Euro. Aua!

Dabei habe ich nicht mit eingerechnet die zusätzlich gekaufte Fujifilm X-E2, die ich nun als Backup oder „Drittkamera“ behalte, falls mal wieder eine der X-T1 in den Service muss.

Und dann fragen manche noch warum Shootings Geld kosten…

Alles in allem muss ich sagen funktionierte der Fujifilm Service gut und relativ flott. Der Kostenvoranschlag hat ziemlich lange gedauert aber dafür die Reparatur um so schneller. Die Kommunikation lief problemlos und jederzeit sehr nett und bemüht.

Auf meine Versicherung, die Firma P & P Pergande & Pöthe GmbH in Hamburg kann ich rein gar nichts kommen lassen und die muss ich wirklich loben ohne Ende. Ich bin dort seit 2008 versichert und zahle jedes Jahr etwas über 500 Euro. Diese zahle ich aber liebend gerne, weil ich so mein Werkzeug wie Werkzeug einsetzen kann und beim „Arbeiten“ keine Samthandschuhe anziehen muss vor Angst. Die Versicherung hat mir in diesen 6 Jahren drei Schäden unkompliziert und schnell reguliert. Die kann ich uneingeschränkt empfehlen!

So Ihr lieben, genug „getippert“. Ich hoffe dieser Bericht beantwortet Euch die Fragen und hilft Euch bei der Einschätzung wie lange ein Versicherungs- und Servicefall dauert.

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

5 Kommentare

  1. Toitoitoi habe ich bisher meine Versicherung noch nicht in Anspruch nehmen müssen. Aber wer mit der Fotografie Geld verdient und sein Werkzeug nicht versichert, dem ist im Falle eines Falles auch nicht zu helfen.
    Natürlich gehen wir so sorgsam wie möglich mit unserem Equipment um. Aber es kann einfach mal passieren, dass man so wie Du irgendwo hängen bleibt und die Kamera eben nicht mehr fängt. Ich bin auch schon mal an der Handbremse hängen geblieben, die Knipse viel dann weich auf den Fahrersitz. Schwein gehabt.
    Aber so wie Du bin ich bei P&P versichert und es ist ein gutes Gefühl auch die eigene Tapsigkeit mit versichert zu haben.

  2. Schöner Bericht. Man muss also in etwa einen Monat einkalkulieren.

    Jetzt könnte man natürlich eine Rechnung aufmachen. Du hast 6 Jahre lang etwa €500,- pro Jahr bezahlt, macht also um die €3000,- Versicherungsgebühren. Es stellt sich nun die Frage, wieviel €€ du von der Versicherung bei deinen drei Schadensfällen erhalten hast oder ob du nicht ohne finanziell besser gefahren wärst. (Fragt einer, der sogar als Hobbyfotograf eine Kamera-Versicherung hat! ;))

    Aber ich weiß, es geht ja nicht nur um die Bilanz, es geht in erster Linie um das Gefühl der Sicherheit. Aus diesem Grund habe ich meine Sachen ja auch versichert.
    Und es kann ja auch mal zu einem Totalschaden kommen. Dann sieht diese Bilanz ganz anders aus.

    Liebe Grüße
    C.

    1. Hallo Carsten,

      eine Versicherung ist keine Bilanz-Angelegenheit, denn eigentlich schließt man, also ich auf jeden Fall, ab in der Hoffnung sie nie zu brauchen.

      Einer der „Sinne“ meines Postings ist aber auch, das Fotografie nichts ist, was nichts kostet, denn auch trotz einer – sehr guten – Versicherung sind schnell mal 500 Euro Kosten entstanden.

      Lieben Gruß an alle und Euch allen da draussen einen tollen Sonntag!

      Euer Jörg

  3. Ich kann verstehen, daß Du mit Deiner Versicherung glücklich bist.
    Aber sie werden noch viel glücklicher sein, daß Du ihr Kunde bist.
    Denn Du hast in 6 Jahren 3000,-€ für die Versicherung abgedrückt, aber nur Schäden in Höhe von schätzungsweise 500,-€ erstattet bekommen.
    Da freut sich doch jede Versicherung über eine derart schöne Gewinnspanne. 😉
    Tatsächlich brauchst du schnellen Ersatz, den dir die Versicherung aber nicht bietet.
    Stattdessen musst Du Dich selber kümmern und entsprechenden Verkaufsverlust einkalkulieren.
    Evtl. solltest Du Deine Versicherungsstrategie doch nochmal überdenken. 🙂

    1. Das ist so leider nicht ganz richtig, da Du mit den 500 Euro Dich nur auf diesen hier im Beitrag beschriebenen „Fall“ beziehst. Ich hatte in Summe – LEIDER – schon weit mehr als 5.000 Euro Schaden und werde dennoch von meiner Versicherung sehr höflich und zuverlässig betreut.

      Ich habe sehr wenige Versicherungen, aber die die ich zahle, zahle ich sehr gerne um ruhiger zu schlafen und professioneller zu Arbeiten und zu leben. Ich zahle aber gerne 3.000 Euro in 6 Jahren wenn es beruhigt und mich in Ruhe meinen Job machen lässt, auch wenn ich eine Versicherung vielleicht nie – oder hoffentlich nie – in Anspruch nehmen muss.

      LG Jörg

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