Lichtfeldfotografie. Eine plenoptische Kamera. Was bitte? #Lytro

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Lichtfeld-Fotografie – nix neues, aber ein sehr spannendes Thema. Ich bin ausnahmsweise mal ziemlich spät und habe dieses Thema seit gut einem Jahr unterdrückt ausgelassen. Der oben zu sehende Rot-Graue-Klotz ist eine Kamera. Viele Blogger und Megapixelfetischisten sagen zwar das ein ein Spielzeug und keine Kamera ist, aber das Teil macht Fotos und damit ist es für mich eine Kamera. Als ich vor ein paar Wochen bei meinem Lieblingshändler ISARFOTO vor Ort war, drückten die mir so ein Teil in die Hand mit dem Hinweis, das „musst Du mal testen“. Also nahm ich eine Lytro mit in die gerade frischgekaufte neue Fototasche.

Auch wenn dieses Modell aufgrund der recht geringen Auflösung für professionelle Lösungen noch nicht gedacht ist, die im Juli 2013 den Europäischen Markt erreicht hat, so macht die Technik viel Spaß und macht einen Fotofuzzy wie mich doch sehr neugierig. Die Technik dieser Kamera ist ganz was anderes als eine klassische uns bekannte 2D Kamera. Wikipedia beschreibt das wie folgt:

Eine plenoptische Kamera, auch Lichtfeldkamera genannt, erfasst das 4-D-Lichtfeld eines Motivs. Im Gegensatz dazu erfasst eine konventionelle Kamera nur ein 2-D-Bild. Bei einem 4-D-Lichtfeld ist nicht nur die Position und Intensität eines Lichtstrahls auf dem Bildsensor bekannt, sondern auch die Richtung, aus der dieser Lichtstrahl eingefallen ist. Möglich wird die Lichtfeldmessung durch ein Gitter aus mehreren Mikrolinsen vor dem Bildsensor.

Die besonderen Fähigkeiten einer plenoptischen Kamera liegen darin, dass die maximale Schärfentiefe sehr hoch ist, keinFokussiervorgang abgewartet werden muss und die Fokusebene eines aufgenommenen Bildes nachträglich angepasst werden kann. Aus den Bilddaten lassen sich auch Tiefeninformationen ermitteln, so dass eine plenoptische Kamera auch als 3D-Kamera geeignet ist. Mit den Aufnahmen ist dann auch eine nachträgliche Tiefenschärfenerweiterung (engl. Focus stacking ) möglich.

Oder anders herum und ganz einfach ausgedrückt: Man macht die Aufnahme und bestimmt später in der Software wo der Fokus liegen soll.

Ich habe Euch mal zwei schnelle „Schreibtisch-Test-Aufnahmen“ gemacht die das etwas zeigen.

Lytro_01_01
Fokus nachträglich auf den Auslöser gesetzt (Screenshot aus der Lytro-SW)
Fokus nachträglich auf den kl. Bitz im Hintergrund gesetzt (Screenshot aus der Lytro-SW)
Fokus nachträglich auf den kl. Bitz im Hintergrund gesetzt (Screenshot aus der Lytro-SW)

Und noch ein zweites Beispiel habe ich für Euch gemacht, leider nur auf die schnelle, da mir heute irgendwie den ganzen Tag massiv Zeit gefehlt hat.

Fokus nachträglich auf den kl. Bitz im Hintergrund gesetzt (Screenshot aus der Lytro-SW)
Fokus nachträglich auf die FN-Taste im Vordergrund gesetzt (Screenshot aus der Lytro-SW)
Fokus nachträglich auf die FN-Taste im Vordergrund gesetzt (Screenshot aus der Lytro-SW)
Fokus nachträglich auf die Taste 2 im Hintergrund gesetzt (Screenshot aus der Lytro-SW)

Die Kamera hat in meinem Falle einen 16GB Speicher in sich und nur zwei Tasten, einen Auslöser und einen An-Ausschalter. Der Zoom ist durch eine Sensorfläche im grauen Bereich möglich. Das Display ist klein, aber ein Touchscreen. Für eine „Technikdemo“ und so würde ich die Lytro 1 bezeichnen ein wirklch faszinierendes und wegweisendes kleines Tool.

Die Software ist einfach und selbsterklärend.

Lytro_SW

Eine recht gute Beschreibung, der im Juli 2013 auf den Markt gekommenen Lytro 1, hat Chip.de verfasst, welche so ziemlich alles zu dieser Kamera und der Lichtfeldtechnik erklärt. Schaut Euch diesen Artikel mal an, wenn Euch das Thema interessiert. >>> KLICK <<<

Lytro hat gerade in den letzten Tagen die neue und nachfolgende Kamera mit dem Namen ILLUM vorgestellt. Ich habe morgen die Gelegenheit diese Kamera mal näher anzusehen und erhalte hoffentlich noch viele Eindrücke von dieser Technik und den noch kommenden Möglichkeiten.

Das neue Modell Illum hat eine höhere Bildauflösung und eine kürzere Verschlusszeit als die erste von mir oben vorgestellte Version. Ich werde in den nächsten Tagen sicher noch mal auf die neue ILLUM eingehen, je nachdem was ich morgen dazu so alles erlebe und erfahre.

Man stelle sich nur mal vorstellen was da mit höherer Auflösung in noch professionelleren Gehäusen in (vlt. naher) Zukunft möglich wird.

Ich freue mich auf die Zukunft, in der noch viel Innovation möglich sein wird. Das Ende der Fahnenstange ist auch nach 175 Jahren Fotografie sicher noch lange nicht erreicht.

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

p.s.: Vielen Dank an Klaus Bothe und Axel Hoffmann von ISARFOTO für das anfixen dieses spannenden und noch lange nicht beendeten innovativen Themas…

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