„Für professionelle und kommerzielle Shootings muss es eine große und schwere DSLR sein!“ Sicher???

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So oder ähnlich hört man es doch öfter von „echten“ Fotografen die Ihre eigene Schlepperei des 30 Kilo Fotogepäcks damit rechtfertigen. Zu diesen gehörte ich auch extrem lange. Gebe ich hiermit offen zu.

Es stimmt auch, das Kunden schon komisch „gucken“ wenn man die „fette Nikon“ weglegt und eine kompakte Sony Nex oder Nikon V1 oder sowas aus der Tasche holt und mit diesem vermeintlichen Spielzeug dann vor Ihnen rumspringt um Bilder zu machen.

Dennoch habe ich am vergangenen Wocheende bei einem Shooting mal den Versuch gewagt und neben der D700 und D3s von Nikon auch die Sony Nex 5n mit dem Leica 75mm und auch die Nikon V1 mit dem 30-110 benutzt. Und siehe da, die machen auch Bilder – WOW – und sogar sehr gute!

Die Schärfe und auch die sanfte Unschärfe im Hintergrund, gerade bei der Leica Linse an der Sony Nex 5n gefallen mir sehr sehr gut! Ich werde das weiter beobachten und auch mich selbst immer wieder kritisch hinterfragen ob diese zig Tausende Euros wertvolle und etliche Kilo schwere Schlepperei mit den Nikons (trifft auf andere Hersteller genau so zu!) wirklich sein muss?!?

Ja Ja Ja, ich weiß das eine Nikon D3s bis ISO 12.000 gut verwendbar ist und eine Kompakte nicht…. dennoch gefallen mir die aktuellen Entwicklungen der Systemkameras extrem gut und werden den Fototechnischen Markt noch eine ganze Weile in Spannung halten. Und das ist immer gut…

Achso, hier noch das „Testbild“ in komplett:

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

8 Kommentare

  1. Wie du weißt, bei den Gedanken bin ich dabei. Die ersten „großen“ Linsen sind verkauft. Wir werden wohl beide gespannt verfolgen, wie die neuen Kamerformate das digitale Fotodenken der letzten Jahre umkrempeln werden. Es wird für mich in erster Linie davon abhängen, wie gut das Spiel aus Bokeh und Schärfe bei kleineren Chipformaten mit passend konstruierten Linsen umgesetzt wird. Und ja, es kann sein, dass sich Kunden irritiert umsehen, wenn „die kleine Schwarze“ rausgeholt wird. Vom Format her ja eher mit Knipsen verbunden als mit ernsthafter Fotografie. Aber dem Fisch ist letztendlich auch egal, wie teuer die Angel war.

  2. Hm, nutze je nach Art des Shoots auch mal die Nex7, Ricoh GXR oder Leica M. Ist doch viel angenehmer und rückenschonender. Solang das Ergebnis super ist, ist’s doch egal womit geschossen wurde. Meine Kunden wundern sich da über gar nix mehr … 😉

  3. Das die „Kleinen“ qualitativ mehr und mehr zu den „Großen“ aufschliessen, daran besteht gar kein Zweifel. Allerdings gibt es einen Punkt den man auch nicht vergessen darf und wo ich bei den kleinen Cams hadere: Das Handling. Meine D700 liegt gut in der Hand, Knöpfe sind da wo ich sie brauche und lassen sich gut bedienen. Auch wenn es mal schnell gehen muss. So eine kleine Kamera kann das auf Grund ihrer Bauform nicht leisten.

    Ich weiß nicht wie es ist wenn ich den ganzen Tag mit einer Kamera arbeite, die für meine Hände an sich zu klein ist, ob ich da nicht irgendwann verkrampfe. Die SLR liegt wie oben geschrieben ganz anders in meiner Hand als es eine kleine Kamera jemals könnte. Vielleicht mache ich mir da auch zu viele Sorgen drum, kann auch sein. Aber das sind so meine Gedanken dazu. Keine Frage, eine etwas leichtere Kamera wäre schick, wobei etwas Gewicht ja auch nicht verkehrt ist. Hauptsache die Cam hat nen Sucher! 🙂

  4. Das Bild oben wird mit der nex gemacht sein. Mit lichtstarkem leica? Mit Adapter? Diese kurze schärfentiefe wird eine Nikon 1 bei gleicher Perspektive wohl nie leisten. Ich habe das Problem schon mit meiner lumix g3 und bin unterm strich enttäusch von FourThirds. Was mir ein kleiner Body ohne Sucher bringen soll, wenn die objektive gleich groß bleiben wie eh und je, ist für mich etwas fraglich. Und wenn sie sich für eine nex verkleinern lassen, dann ja für eine D7000 genau gleich. Ich hab’s etwas mit Christian: bei kleinen Gehäusen fehlt es mir an der Ergonomie. Schon mit der g3 habe ich da ziemliche Probleme. Ich denke für ausgedehnte shootings ist alles kleiner als D7000 nichts für meine Hände. Statt dessen habe ich nur ein kleines festbrennweiten Weitwinkel dabei (an einer D700). Dann schleppt man auch nicht viel. Aber danke wie immer für den erfrischenden Artikel. 🙂

    1. Das Bild ist mit der Nex-5n und dem Novoflex Adapter von Nex auf Leica M gemacht und daran war das Summarit 75mm f.25 @ 4.0. Die Nex ist deutlich ergonomischer als viele glauben.

      p.s.: Das soll keine „Werbeblock“ für Kompakte sein, nur mal zum denken anregen das 15 Kilo DSLR nicht zwingend für alle Bereiche der Fotografie sein müssen… einfach mal „Quergedacht“ und „kritisch hinterfragt“ – es kann ja zum Glück jeder weiterhin das einsetzen was er meint das es das richtige sei (oh man, was eine Satzstellung…).

      Schöne Grüße Euer Jörg

      p.s.: Habe heute auch wieder beim Shooting die D3s verwendet 🙂

  5. Jörg, deine NEX 5N kannst du auch bei ISO12800 nutzen, sehr gut sogar. Ganz ehrlich, wenn es irgendwann einmal ein 10mm Objektiv für die NEX gibt, kann es sein, dass ich mein ganzes EOS-Geraffel verkaufe.

  6. Ja, Jörg, das beweist mal wieder den alten Spruch. „Das Bild macht nicht die Kamera!“ Die SLRs haben natürlich immer noch ihre Berechtigung, aber gute, exellente Bilder lassen sich auch mit anderem Equipment machen.

    Ich mische gern in meinen Workshops Handy-Bilder unter und siehe da keiner merkts, erst bei den Diskussionen kommt dann das grosse Staunen.

    Also weiter so! Und immer offen für neues.
    Was gestern galt ist heute Alt.

    Viele Grüße
    Thomas

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