Der praktikable aber faule Kompromis eines Achromaten oder einer Nahlinse

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Ich hatte gestern auf Facebook in meiner Timeline nach einer Hochzeitsemotionen-Reportage folgendes gepostet:

Erkenntnis des Tages: Kompromisse bleiben Kompromisse. #XE2vsXT1 und #AchromatvsMakro

Auf die Frage nach mehr Details, war meine Antwort die folgende:

… jetzt zu Deiner Frage: Mir ist heute wieder bewusst geworden das ich keine Kompromisse mehr machen wollte.

Die gekaufte X-E2 ist aber (für mich alleine sprechend) ein fauler Kompromiss. Mir hat im Ensatz auf einer Hochzeit heute das Schwenkdisplay, der große Sucher und der Batteriegriff der X-T1 massiv gefehlt. Die X-E2 ist nur ein Übergang solange die zweite X-T1 im Service ist wegen meines Sturzschadens, aber dennoch ein Kompromiss, den ich in Zukunft nicht mehr machen werde. Basta. Wenn die zweite X-T1 wieder da ist, denke ich ernst haft über den Verkauf der X-E2 nach und den Kauf einer dritten X-T1. Das wäre Konsequent.

Der zweite Kompromiss ist der Achromat, den ich mir für das 56er für Ringshots gekauft habe. Das geht gut wenn man mit den Einschränkungen wie ganz geringer Berich in dem man etwas scharf bekommt leben kann. Mit einem echten Makro kann ich den Bildausschnitt viel besser regulieren da dieses eben nicht nur 22-24cm vor dem Objekt scharf stellt, sondern von 10cm bis unendlich. Der zweite Kompromiss den „man“ gehen kann, ich aber nicht mehr will. Also auch hier Basta, es kommt ein Makro in die Tasche.

Darauf möchte ich, insbesondere auf den zweiten Part, mit der Nahlinse bzw. dem Achromaten, möchte ich etwas eingehen mit meiner (sicher ulkig aussehenden semi-professionellen (*gggg*) iPad Zeichnung.

Im oberen Teil habe ich (versucht) Euch das Szenario mit einem echten Makro-Objektiv darzustellen. Das grüne Teil auf der rechten Seite ist ein Brautstrauss auf der grauen Mauer liegend und die beiden Gelben Ringe davor (kommt, gebt’s zu das ist Euch gleich als Ehering ins Auge gestochen…) sind die Eheringe die das Hauptmotiv darstellen. Der rote Bereich ist der in dem ich die Ringe positionieren kann und sie noch scharf bekomme. Das Makro hat eine geringe Naheinstellgrenze, kann aber auch bis undenklich scharf gestellt werden.

Nimmt man nun statt einem echten Makro-Objektiv eine „normale“ Festbrennweite, so kommt man oft nicht nah genug heran, wegen der zu langen Naheinstellgrenze. Oft sind es um die 80cm bei einem 85mm Objektiv (nur ein Beispiel). Jetzt kommen die Nahlinsen und Achromaten ins Spiel. Mit diesen, wie Filter aussehenden Schraubaufsätzen für das Objektiv kann ich die Naheinstellgrenze verändern und verkürzen. Dieses hat aber auch zur Konsequenz das ich den ganzen Bereich, in dem das Objektiv nach aufgesetzter Nahlinse oder Achromaten komplett verschiebe und ich dadurch zum Beispiel nicht mehr unendlich fokussieren kann. Leider ist der Bereich in dem der Fokus scharf zu stellen ist sehr gering und somit ist eine Bildkomposition nur nich bedingt möglich. In meinem Beispiel konnte ich also gestern die Ringe schön scharf bekommen und das auch sehr nah, aber konnte das Bild nicht mehr so vom Bildwinkel gestalten wie es geplant hatte.

Der Unterschied einer Nahlinse und eines Achromaten ist baubedingt. Die Nahlinse ist ein Glas, der Achromat ist oft aus mehreren beschichteten Gläsern bestehend. Der Achromat zeichnet oftmals bis an die Ränder gleichmäßig scharf, während eine wesentlich günstigere Nahlinse oftmals nur mittig wirklich brauchbare Ergebnisse liefert.

Beides ist aber eben ein Kompromiss. Ein relativ guter aber dennoch ein Kompromiss. Ein gutes Makro Objektiv mit einer 1:2 oder 1:1 Darstellung ersetzt weder eine Nahlinse, noch ein Achromat.

Mal sehen wann ich den Kompromiss gegen eine sinnvolle Lösung austausche. Von Kompromissen halte ich nämlich mittlerweile gar nichts mehr. Das Leben, die Familie, der Job und die Freude ist zu wichtig um Kompromisse einzugehen. Zumindest ist das mittlerweile meine persönliche Devise.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein kompromisslos tolles Wochenende!

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

p.s.: Bilder von den Ringen liefere ich Euch demnächst nach. Da das Brautpaar seine Bilder noch nicht hat, warte ich damit noch etwas, aber um die Thematik zu erklären ist meine Ultra-geniale-Zeichnung doch eh viel besser, oder?

— gepostet mit der WordPress iPad App —

6 Kommentare

  1. Natürlich ist es ein Kompromiss. Ein Kompromiss bedeutet aber schon per Definition nicht nur Nachteile. Man erhält Vorteile (näher fokussieren, billig) und nimmt dafür Nachteile (nicht über den ganzen Fokusbereich, schlechtere Qualität) in Kauf. Jeder muss für sich sehen, wo und wie weit er Kompromisse eingehen will.
    Ich bewundere deine „harte“ Linie, Jörg, keine Kompromisse mehr zu gehen. Das verlangt eben nach höherem, finanziellen Einsatz. Aber OK, als (Semi)Profi, stellst du natürlich ganz andere Ansprüche an Zuverlässigkeit und Flexibilität. Daher auch dein niederschmetterndes Urteil zur X-E2, die ein solches aus Amateursicht sicherlich nicht verdient hat.

    Falls du die X-E2 tatsächlich wieder verkaufen willst, klingel mal bei mir an. 😉

    1. HI Carsten, die X-E2 ist keines Falles eine „niedergeschmetterte Kamera“, im Gegenteil. Sie liefert extrem gute Bildergebnisse, identisch wie die X-T1. Sie steht auch im AF der X-T1 m.E in Nichts nach. Was mich daran stört ist das Handling, das rutschige Housing, das fehlende Kipp-Display, der Mini-Sucher und der fehlende BG. Nur das habe ich im Vergleich zur X-T1 als „negativum“ dargestellt. Die Kamera selbst ist eine wundervolle Kamera und gerade zur X-E1 ein echter Quantensprung in Sachen AF und High ISO Tauglichkeit.

        1. Hi Hi, die „kleene“ zieht erst aus wenn eine „dritte“ große einzieht… Da aber mein Dukaten-Esel sich neuerdings Gewerkschaftlich engagiert und gerade im Streik ist wird das dauern… 🙂

  2. Hallo Jörg,

    Ich bin gespannt auf welches Makro deine Wahl fällt. Ich hab vor kurzem das Fuji XF 60 F2.4 getestet und war nicht wirklich begeistert. Leider ist es nur gut für einen 1:2 Maßstab. Das ist für ein Makro nicht wirklich eine gute Ausgangslage. Will man dann 1:1 hinbekommen, muß man wieder Kompromisse eingehen. Der AF ist krotenschlecht und langsam. Das wäre nicht schlimm, da man im Nahbereich besser manuell fokusiert, aber leider ist der Fokussierweg so lang übersetzt, das man sich einen Wolf dreht bis irgendwas scharf wird. Ich war sehr enttäuscht! Mttlerweile benutze ich 1 Nikon AF-S 60mm und ein altes Tamron 90mm mit Blendenring an einem Novoflexadapter und muß sagen, das diese Lösung wesentlich besser funktioniert. Das ganze eben ohne AF. Ich bin gespannt auf deine Lösung!!

    Gruß Sven

    1. Hallo Sven,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Ich bin noch am Schwanken zwischen dem 50er Zeiss oder doch dem 60er Fuji. Ich hatte es vor einem Jahr schon mal und kenne den langsamen aber doch recht zuverlässigen AF.

      Ich möchte auf jeden Fall eins mit AF, da dies dann für den Fall des Falles das Backup zu meiner Portraitlinse, dem XF 56 1.2 sein soll. Ersatzkamera hab ich ja immer dabei, aber bisher kein Ersatzobjektiv für die Portraits.

      Von daher wird es recht sicher das 60er werden. 1:1 brauche ich für die Ringbilder nicht.

      LG Jörg

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