Worum geht es eigentlich in der Fotografie?

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Was so ein Systemwechsel alles an Reaktionen auslöst?!

Erstaunlich wieviele Tweets, WhatsApps, Anrufe, Facebook Nachrichten und so weiter ich bekomme habe und „man“ unbedingt im Detail raus bekommen wollte warum ich mich von einem Teil meines Werkzeuges – und zwar der Sony Teil – trenne. Es ist wirklich erstaunlich wie wichtig vielen es zu sein scheint welcher Name auf der Kamera steht und warum ich diesen Schritt nun gegangen bin.

Wie Ihr festgestellt habt, habe ich in meinem Blog dazu bisher recht wenig geschrieben und werde das auch in diesen Beitrag nicht tun, Nur ganz kurz: Ich habe mich über einen extrem miesen, verlogenen und sehr schlecht reagierenden Sony-Service geärgert. Und das löst bei mir etwas aus. Das war im Jahr 2007 schon mal als mich Canon damals verschaukelte in einem Sericefall. Ich kann sehr wohl mit einer Absage oder einer mir nicht schmeckenen Aussage umgehen wenn sie ehrlich ist und begründbar. Wenn allerdings gar nicht reagiert wird oder der Hersteller sich hinter seinen unstruckturierten Prozessen versteckt und den Kunden seine eigenen Probleme ausbaden lässt, dann ist der Markt groß genug, so das ich das nicht mit mir machen lassen. Ich denke, diese wenigen Worte reichen zum „Warum“ ich mich von Sony getrennt habe.

Worum geht es eigentlich?

Eure Reaktionen in den Social Medias und in der oben genannten Kommunikation allerdings sind es die mich (wieder mal) zum denken angeregt haben. Diese Woche habe ich sehr lange in einem Bootshaus bei Tee mit einem guten langjährigen Freund zusammen gesessen und viel darüber gesprochen und philosophiert.

Geht es eigentlich noch um das Foto – also das Ergebnis der Fotografie? … oder doch eher um den Weg dort hin… um die Technik?

In den letzten knappen 35 Jahren in denen ich mich mit der Fotografie beschäftige – nachdem ich damals von meinem Papa eine Pentax Spotmatic geschenkt bekam und mit dieser unglaublich viel Diafilm und Negativfilm in der Natur verklickt habe – hat sich viel getan und ich durfte viele dieser innovativen und technoloischen Meilensteine selbst erleben und habe auch sehr viel meiner Einkünfte in diese investiert.

Die Einführung des automatischen Fokussierens – was ein Spaß mit dem Auslösefinger das Bild scharf stellen zu lassen. Das musste jeder haben – obwohl man in den ersten 10 Jahren noch deutlich langsamer war als mit dem jahrelangen geübten und sehr schnellen manuellen Fokussieren. Ein riesen Hype, ein riesen Spaß und ein sehr wichtiger Entwicklungsschritt den ich da mitverfolgen konnte, ebenso wie die Einführung der ersten Digitalkameras. Das Sterben und neu geboren werden der Sofortbilder durfte ich in vollem Umfang miterleben. Das Totsagen des analogen Films, der gerade in den letzten Jahren wieder eine Art Rennaissance erlebt gehörte auch zu den Meilensteinen die ich erleben durfte und selbst auch mitgerissen wurde im Wellengang der Auf und Abs dieses Teils der Fotografie, denn auch ich habe schon bestimmt zehnmal Adieu Film gesagt und genauso oft auch schon „Hallo Film, da biste ja…“ gesagt und diesen wieder in den schicken schwarzen Filmkasten hinten an der Kamera eingelegt.

Und jetzt? Wo stecken wir jetzt in dieser „Evolution“?

Nun, seit Jahren hat sich die Kameratechnik und auch die optischen Qualitäten der Objektive auf einem derart hohen Niveau eingependelt, dass die Hersteller angefangen haben, die letzten fünf Prozent, die bekannterweise am allerschwierigsten zu optimieren sind, zu perfektionieren. Wenn Du heute eine aktuelle Kamera eines Freundes, Kollegen oder Familienmitglieds oder auch im Fachhandel in den Markt nimmst wird es immer möglich sein damit ein perfektes Bild zu machen. Es gibt nicht mehr die schlechten Kameras die nix taugen. Wenn ich heute bspw. eine aktuelle Olympus (hier kann m.E. jeder Herstellername eingesetzt werden) in die Hand nehme (mit denen ich meinen Einstieg in die Digitale Fotografie erleben durfte) und damit fotografiere, dann erlebe ich einen rasend schnellen Autofokus und erhalte ein gestochen scharfes Bild, welches ich locker auf A2 ausbelichten oder drucken kann. Das geht mit einer Sony ganz genau so wie auch mit einer Canon oder Nikon DSLR. Wenn ich mir das so anschaue, dann geht es heute nicht mehr um das „Kann die scharfe Bilder?“ sondern vielmehr „Liegt die mir gut in der Hand?“ oder „Werde ich mit dem Menü warm und finde mich darin gut zurecht?„.

Und um was geht es jetzt eigentlich?

Als ich am Abend nach dem Treffen mit meinem langjährigen Fotokumpel auf dem Sofa lag und darüber so nachdachte was wir besprochen haben bekam ich diese Nachricht von ihm – die es treffender nicht zusammenfassen kann worum es geht:

„Ich hab mir nochmal über unser Gespräch von gestern nachgedacht. Wir beide haben in den ganzen Jahren ja viele Kameras benutzt, und ich – Du sicher für dich auch – habe festgestellt, dass eigentlich ganz egal welche Kameras wir haben, wir doch immer schöne Fotos damit zustandebringen, oder? Technisch schlechte Kameras gibts heute überhaupt nicht mehr, die Leistungsfähigkeit der Sensorformate haben sich auch enorm angeglichen. Deswegen kümmere ich mich auch in den letzten beiden Jahren immer weniger darum, interessiert mich auch nicht mehr großartig. Entscheidend ist heute für mich (und dich wahrscheinlich auch) doch nur noch, dass einem die Kamera „liegt“, dass man sie richtig gerne anfässt und mit ihr unterwegs ist. Zumindest für mich ist das inzwischen viel wichtiger, als noch die letzte 127. Zusatzfunktion, die ich vielleicht sowieso nicht nutze. Heute gehts doch bei uns eigentlich nur noch darum, dass wir ein Gerät aussuchen, dass uns am bestmöglichen im Handling passt – egal, was und von wem das nun ist.“

Die Systeme sind alle ausgewachsen und Erwachsen geworden, so das es doch an der Zeit wäre, die eigene Entwicklung und die eigene Einstellung zur Bildwirkung weiter zu treiben und an den Ergebnissen zu arbeiten, oder?

Und das ist jetzt die Antwort auf welche Frage?

Das genau ist die Antwort auf die vielen Fragen „mit was ich jetzt arbeite“ und „welchen Hersteller ich jetzt verwende, nachdem ich mich von Sony getrennt habe„. Ich verwende ein System das mir das bietet was ich brauche. Ein Werkzeug das genau das tut was es soll, zuverlässig vor Ort arbeiten, mir segr gut in der Hand liegen soll, das ich gerne anfasse und gerne mitnehme und das mir diese Ergebnisse liefert die mich und dadurch auch meine Kunden zufreiden stellt. Ob da Nikon, Panasonic, Canon, Olympus oder Leica drauf steht ist mittlerweile völlig egal. Mir zumindest.

Und wie gehts jetzt weiter?

Nun, für mich ändert sich da innerlich wenig, für Euch als meine Leser aber vielleicht, denn ich werde meinen Blog noch weiter – wie schon seit Monaten langsam still und heimlich begonnen – weit von Herstellerdiskussionen weg bringen und mehr zu „Was sagt mir ein Bild?“ oder „Wie schaffe ich es das ein Bild mir etwas sagt?“  zu entwickeln. Das umtreibt mich immer mehr und ich beschäftige mich und meine wertvolle eigene Zeit und Energie immer mehr mit Content zu diesem Thema – wesentlich mehr als mit der Technik, die mir immer mehr „egal“ wird.

Würde ich etwas anders machen wenn ich die Zeit zurück drehen könnte?

Ja und Nein. Ich glaube, ich würde wenn ich es noch mal machen könnte, sehr viel in meinem 35 jahrigen fotografischem Werdegang, genau so wieder machen. Vielleicht würde ich allerdings öfter mal einen kleinen Entwicklungssprung in den Stufen der technischen Entwicklung auslassen und die Zeit, das Geld und die eigene Energie lieber in Reisen und die eigene Persönlichkeitsentwicklung stecken. Wenn ich das schon früher gemacht hätte, wäre ich vielleicht schon nach 25 Jahren da angekommen wo ich heute bin – im Kopf und Geist zufrieden und am Ergebnis der Fotografie interessiert – an den Erinnerungen und Emotionen.

Denkt mal drüber nach – vielleicht war in diesem Texterguss was für Euch dabei.

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer


Mehr Bilder aus meinem Alltag findet Ihr wie immer in Instagram unter
www.instagram.com/langeronline.

Sehen wir uns dort?

37 Kommentare

  1. Sehr gut und dem stimme ich voll zu. Danke für dieses Statement. Ich habe mit der Olympus PEN-F meine Kamera gefunden. Ob die etwas mehr oder weniger kann als andere ist mir inzwischen völlig egal! Die passt zu mir und ich zu ihr!

  2. Deinen Ärger über den schlechten Service und deine Reaktion darauf kann ich gut nachvollziehen. Wird die RX 10 denn mit in die „Sippenhaft“ genommen oder behältst du die? Etwas Vergleichbares gibt es ja nicht wirklich…
    Dir und deiner Familie einen schönen 1. Advent!🌠

  3. Jörg, ich denke du verstehst die Nachfragen falsch. Wenn jemand für einige Tausend Euro sein Equipment abstösst, dann ist schon von Interesse, ob es dafür einen technischen Grund gibt. Dabei ist es völlig egal, welche Marke er hatte. Nicht jeder kann sich einen solchen Wechsel leisten und wenn man zuvor gewarnt ist (wenn es denn Defizite gibt), dann ist das immer hilfreich.

  4. Richtiger geht’s gar nicht.

    Was ich an Ausrüstung benutze liegt *immer* daran womit ich mich gut *fühle*, kaum einer von uns kann heutzutage mehr als 20% seiner vorhandenen Technik ausreizen, schon gar nicht wird er wegen zu schlechter Technik gebremst.

    Deswegen kann ich völlig schmerzfrei am Mac sitzen und trotzdem lieber ein Android Handy wollen, oder trotz Budget eine Fuji mit einem 18mm einer 5D Mark IV vorziehen (und auf die Kuh sparen…).

    Und Jörg – gerade *weil* Deine Posts so emotional und wenig technisch sind lieben wir sie (und Dich) – Backsteinmauern hab ich jetzt genug gesehen.

    Schönen ersten Advent euch!

  5. Mir geht diese ganze Technik auch total hinten vorbei… …Scherz!
    Du weißt, ich bin ein Gear-Freak,
    Aber im Grunde hast du völlig recht. Deshalb fotografiere ich noch immer so gerne mit meiner M8, obwohl die ja toooootaaaal veraltet ist. Und auf Film. Dafür gibt es nämlich unglaublich viele tolle Kameras, die sich einfach wunderbar anfühlen und die nicht nur keine 127 Funktionen bieten, sondern sich sogar schon mit 12 schwer tun. 😉
    Gerade für Amateure muss es vor allem Spaß machen und Freude bereiten (weshalb ich auch so gerne mit Freunden zusammen fotografiere). 🙂

  6. Hallo Jörg,
    danke für diese doch recht kritischen Gedanken und dass Du sie aufschreibst! Ich habe vor ca. 40 Jahren eine SLR von meinem Papa geschenkt bekommen, fotografieren gelernt und Spass gehabt. Die Kamera fiel leider meiner Tochter, damals 3 Jahre zum Opfer, danach gab es aus finanziellen Gründen eine kompakte Kamera, dann eine digitale kompakte und damit habe ich einige der schönsten Fotos gemacht, weil sie eben dabei war. Heute kann ich viel Geld für Technik ausgeben und vor sieben Jahren als mein zweites Kind auf die Welt kam entschied ich, dass es Zeit für eine DSLR sei. Seit dem habe ich die Kamera meist dabei, bei Reisen rund um die Welt und ich packe eigentlich immer zu viele Dinge ein. Ein Wechsel zu einem Systemkameraanbieter, wegen der Maße der Ausrüstung und das wars. Ich mag moderne Technologie und besorge mir immer die neuen Dinge die in meinen Augen potential haben, also gerne auch mal das neue Kameramodell, wenn wirklich etwas drin steckt das mir das fotografieren leichter macht, bin halt nur Hobbyknipser. Ich will schöne Momente aufnehmen und geniessen. Ich lerne gerne von Menschen die etwas besser können als ich und davon gibt es eine Menge.
    Leider entdecke ich immer wieder, dass ich mich freue wenn ich etwas besitze, dass andere als „toll“ empfinden. Ich stimme Dir zu, darum geht es nicht, auch nicht darum immer Recht zu haben und schon garnicht darum in Foren und bei Kommentaren immer das letzte Wort zu haben oder andere „schlecht“ zu machen.
    Es geht darum echt zu sein und zu dem zu stehen was man macht und ist und eben dies zu geniessen.
    Viele Grüße und ein schönes Winterwochenende im Taunus.

    P.S. Ich beneide Dich ein wenig für Deine Zeit am Wasser und im Bootshaus.

  7. Hach ja. Stimmt. Technik ist völlig unwichtig. Ein Handy als Kamera reicht völlig. Stimmt ja.

    Naja, ich glaube die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Mir gehen die „Forentests“ und „Forenvergleiche“ auch auf den Keks.

    Aber Technik entwickelt sich. Mit einem Dacia kommt man heute auch gut dahin wo wir mit einem BMW oder einem Daimler hinfahren. Brauchen wir den Daimler oder BMW wirklich. Nein, wahrscheinlich nicht.

    Emotion ist das Stichwort, das Du gebracht hast und das hier sicher absolut passt.

    Und für viele (mich ganz vorne weg) ist das Hobby eben nicht mehr nur das fertige Foto am Ende – sondern eben die Technik. Wie macht es Kamerahersteller A, wie B und wie löst es C?

    Ich habe lange gebraucht, um das für mich zu akzeptieren. Heute sag ich: so what?! Habe ich halt meine vierte Leica Q und bin innerhalb eines Jahres von Olympus über Q zu Sony und dann bei Fuji gelandet. Mein Hobby. Mein Spaß. Mein Geld. Dass am Ende noch ein paar ganz passable Fotos dabei Einkommen. Super. 🙂

    Interesse an technischen Entwicklungen und auch an Dir als Person, Deinen Geschichten, Deinem Equipment führt dann eben zu Fragen, die Du vielleicht „merkwürdig“ findest, weil Du Dich eben „sphärisch“ in einem etwas anderen Bereich bewegst. Daher fand ich die eine oder andere Antwort vielleicht auch etwas „zu“ schnippisch.

    Wie heisst es so schön: Jedem Tierchen, sein Pläsierchen.

    Mein Lieblingssatz aktuell: Wir sind nunmal Menschen und keine rationalen Computer. Subjektive Eindrücke, Gefühle, Einbildung. Alles irrational und dennoch mit großem Einfluss auf unser Tun.

    Lieben Gruß
    Erik

  8. Ein sehr erfreulicher Artikel, richtig und auf das Wesentliche hinweisend.
    Spätestens wenn die Bedienung einer Kamera einigermaßen geläufig ist, muss die Frage nach dem nächsten Entwicklungsschritt kommen und die kann eigentlich nur in Richtung persönlicher, fotografischer Entwicklung gehen. Ich freue mich sehr, dass die Aufmerksamkeit wieder darauf gerichtet wird.
    Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – mithin bleiben damit mehr als ausreichend viele Herausforderungen jenseits der Kameraentwicklung.

    Und auch bei mir ist es so: Freude soll ausgelöst werden, wenn ich meine Kamera in die Hand nehme. Ich fühle mich wohl, ich mache es gerne. Und die Zweitkamera sollte immer eine Ergänzung der ersten Kamera sein und nicht die Konkurrenz.

    Thomas

  9. Hallo Jörg,
    spricht mir absolut aus der Seele – Zitat: „….habe festgestellt, dass eigentlich ganz egal welche Kameras wir haben, wir doch immer schöne Fotos damit zustandebringen, oder….“
    Kameras (und Objektive) sind einfach nur Werkzeuge – es ist egal, welche Marke darauf steht – das Ergebnis, (bei uns das Bild an der Wand) ist entscheidend.
    Die Service-Erfahrung mit Canon haben wir in der Vergangenheit auch gehabt und den ganzen Plunder danach einfach verkauft. Andere Hersteller sind da viel besser aufgestellt, wir haben den Wechsel zu Olympus nicht bereut.
    Dir noch viel Spaß mit der neuen Cam (hast ja den Hersteller nicht versteckt) und viele viele gute Fotos!
    VG
    Rudolf

  10. Hallo Jörg,
    dem ganzen ist im Grunde nichts hinzu zu fügen und ich teile Deine Meinung zu 100%.
    Aus dem Buch ,,Die Seele der Kamera .. und die Rolle des Fotografen“, was ich jedem nur ans Herz legen kann, möchte ich in dem Zusammenhang einen Satz zedieren:
    ,, Jeder Zugewinn an Schärfe oder Dynamikumfang macht eine Geschichte nicht besser als dies eine moderne Schriftart bei einem Gedicht täte“

    Beste Grüße
    Günter

  11. …mit dem Hinweis auf

    „Was sagt mir ein Bild?“

    und

    „Wie schaffe ich es das ein Bild mir etwas sagt?“

    sitze ich nun täglich wie ein aufgeregter Schuljunge vor meinem RSS-Reader und warte auf die Beiträge ;o)

  12. Ich kann deine Entscheidung über den Systemwechsel nachvollziehen. Schlechter Service vermiest einen echt dem Spaß mit seinen Geräten. Trifft allerdings auch auf den Handel zu. Heute erst erlebt. Die Auftragsbestätigung weicht von der Online-Bestellung und von den Systemdaten ab. Auf die telefonische Rückfrage wird nur genervt reagiert und gesagt, dass man gern auch wo anders bestellen könne, wenn man ein Problem damit habe.

    Wie Service geht, hat die Firma Eizo bewiesen. Ein Pigment hatte sich in meinem Display festgesetzt. Freundliches Telefonat geführt, Mail beantwortet, am nächsten Morgen stand ein Austauschgerät vor der Tür! Absolute Spitzenklasse

  13. Meine Rede seit Jahrhunderten 😉
    Man muss es aber differenzierter sehen: Die ganze Kameratechnik, auch sogenannte Einsteigergeräte, macht es heute in Verbindung mit leistungsfähiger Bildbearbeitungssoftware sehr einfach, technisch gute Bilder zu erstellen, wenn man sich nur ein bisschen damit beschäftigt.
    Dies führt dazu, dass inzwischen nahezu alles auf dieser Welt, jeder etwas bekanntere Ort, in sehr hochwertigen Fotos aus allen Blickwinkeln fast Massenware ist. Und daran sieht man sich eben schnell satt, egal wie „scharf“ oder wie „perfekt“ die Bearbeitung ist.
    Hängen bleiben tut das Auge der Betrachter dann nur noch an Bildern, die aus dem Raster der Massenware fallen. Und dann sucht man eben keine Pixelunschärfe in 300%-Ansicht mehr, sondern sieht anerkennend den in irgendeiner Form ungewöhnlichen, ideenreichen, besonderen Bildwinkel, Bildaufbau usw.
    Um das zu erreichen, muss aber niemand einen 16 Kilogramm schweren Rucksack mit allen erdenklichen Brennweiten und zwei 54MP-Kameras rumschleppen.
    Bin schon lange ein Fan von „weniger ist mehr“, in allen Lebensbereichen. Soviel wie grad nötig, aber so wenig wie möglich – das entlastet ungemein 😉

    Grüsse Frank

  14. Danke für diesen nachdenklichen Artikel! Wir sollten uns alle bewusst sein, dass mit dem Wechsel der Kameratechnik vom Analogen zum Digitalen ein regelrechtes „Wettrüsten“ der Hersteller entfacht wurde. Die Innovationszyklen werden immer kürzer und die Hersteller bringen in immer kürzeren Zyklen neue Kamera-Bodys mit noch mehr Funktionen auf den Markt. Schaut man die Bildergebnisse an, dann gibt es keine „schlechten“ Kameras mehr. Die Topmodelle der verschiedenen Hersteller liegen inzwischen alle eng beieinander auf einem sehr hohen Niveau. Somit ist es genauso wie beim Autofahren eine „Glaubensfrage“ mit welcher Kamera man fotografiert oder welchen Hersteller man bevorzugt.
    Technikbegeisterung hat für mich erstmal nichts mit Fotografieren zu tun. Man kann mit der teuersten und besten Kamera langweilige Bilder schiessen. Andererseits gibt es bestimmte Kameras, die wir einfach gern in die Hand nehmen und mit denen es uns einfach Spass macht zu fotografieren. Jeder von uns sollte selbst entscheiden, was ihm wichtig ist. Aber er sollte sich nicht zum Sklaven der Marketing-Maschinerie machen.
    In diesem Sinne wünsche ich allen viel Spass mit Ihrer Lieblingskamera und allzeit gute Fotos:)

  15. Hallo Jörg,
    ich möchte noch mal einen Denkanstoß in eine andere Richtung geben, ob Du nicht auch dazu beiträgst, dass es vielen Menschen wichtig ist, welcher Name auf der Kamera / der Tasche oder dem Gurt draufsteht. Du selber fragst dich: „Geht es eigentlich noch um das Foto – also das Ergebnis der Fotografie? … oder doch eher um den Weg dort hin…“. Meine Antwort wäre, es geht bei einem Hobby auch um den Weg dorthin. Und auch Dir scheint das ja wichtig zu sein. Da werden hochwertige Ledertaschen und Gurte mit schönsten Fotos gepreist und das ist auch aus meiner Sicht eine Lust, solche Materialien zu begrabbeln. Aber dann geht es eben nicht mehr nur um das Endergebnis, sondern auch um den Weg dahin. Verwundert es da nicht, dass es vielen eben doch wichtig ist, welcher Name auf der Kamera steht. Und auch in Deinem Blog hast du deine benutzten Namen immer besonders herausgehoben. Das scheint Dir also wichtig zu sein, es gibt ja auch Bestenlisten auf deiner Seite. Fotografie als Hobby ist eben auch ein Stück Technikbegeisterung. Daher wirkt dein Eingangsstatement bezüglich der vielen Nachfragen auf mich etwas überheblich, wer in der Vergangenheit mit so viel Begeisterung und Emotion über Sony schreibt, der muss sich dann doch wirklich nicht wundern, dass nachgefragt wird. Oder?

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