Susi ist ausgezogen – Daisy ist eingezogen – erste Eindrücke zur Leica D-LUX (Typ 109)

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2016-03-25-Daisy

Ich Idiot habe Susi gehen lassen. Es gibt Trennungen von Beziehungen denen weint man nicht nach. Susi habe ich nachgeweint, denn ich habe sie leichtgläubig ziehen lassen im glauben ohne sie auch gut dran zu sein.

Für die Leser, die nicht wissen, das meine bisherige kompakte Kamera, die Son RX100 III, meine Susi war, verstehen sicher erst jetzt um was es geht. Als ich meine Leicakuh anschaffte, dachte ich eine kompakte Kamera wie die Sony RX100 III nicht mehr zu brauchen. Das war auch anfangs so. Also lies ich Susi ziehen….

Irgendwie merkt man ja erst, was einem fehlt, wenn es nicht mehr da ist. So war es auch mit der kleinen Sony, meiner Susi. Nach einigen Wochen merkte, ich es fehlt was in der Fototasche neben der Leicakuh. Es war eine kleine Kompakte mit guter Bildqualität und einem kleinen Zoom. Eine Susi II wollte ich mir aber nicht mehr anlachen, damit müsste ich mich zu sehr outen das der Verkauf ein Fehler war. Da muss es doch was von Ratiopharm Leica geben.  Lange Rede kurzer Sinn, seit ein paar Tagen/Wochen ist sie bei mir eingezogen. Darf ich vorstellen, das ist Daisy! Die Leica D-LUX in der neuesten Version.

Letzte Woche hatte ich die kleine dabei als meine Frau ein Shooting mit einer lieben schwangeren Mama am See hatte und habe ein paar Making Of Bilder gemacht.

Mit seinem 24-75 mm Objektiv mit einer Lichtstärke von f 1.7-2.8 ist die kleine Daisy, wie ich die Leica D-LUX (Typ 109) nenne, ist diese recht vielseitig und eine tolle Ergänzung zur 28mm Festbrennweite der Leica Q. Der Sensor der D-LUX ist ein mFT Sensor und damit für eine kompakte Kamera recht groß. Ob die Rauscharmut dadurch gegeben ist, habe ich mit den folgenden Bildern gestern Abend/Nacht mal gestestet. Die EXIF-Daten findet Ihr in den Bildern die ansonsten komplett Out of Cam sind und nur per LR aus dem RAW in ein JPG mit EXIF-Daten umgewandelt wurden.

Wir sprechen hier über eine kompakte Kamera – das ISO 12.500 Bild kann sich dafür aber mehr als sehen lassen, oder?

Leider ist die kleine Kamera ohne Handgriff schlüpfrig wie eine nasse Birne auf der Flucht und ohne Handgriff schneller aus der Hand gerutscht als man das vermuten mag. Die Daumenauflage auf der Rückseite der Kamera ist gummiert und sehr hilfreich, Mit dem optionalen Handgriff liegt die D-Lux extrem gut in der Hand. Dafür muss dieser bei SD-Card-Wechsel und Akku-Wechsel entfernt werden, was aber sehr schnell geht.

Die Menüs sind für mich als Leica, Nikon und Sony Anwender sehr gewöhnungsbedürftig. Da sieht man die Verwandschaft zur Panasonic LX100 doch schon arg. Die Menüs sind nicht unstrukturiert oder sinnlos, aber sehr „anders“ als ich es von meinen anderen Kameras gewohnt bin. Nach einem ersten Einstellen auf meine persönlichen Bedürfnisse ist es aber OK, denn dank der vielen Knöpfe und Schieber an der Kamera muss man während dem Fotografieren nur noch sehr selten in die Kameraeinstellungen. Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wären es die sehr schnellen und durchdachten Menüs der Leica Q. Da die kompakten Leicas aber aus dem Hause Panasonic stammen in Sachen Elektronik wird Leica da nicht viel Einfluss haben, die Menüs so aufzubauen wie bei den „eigenen“ Leicas aus Wetzlar.

Warum die Leica und nicht gleich die Panasonic?

Ja die Leica bietet die selbe Bildqualität wie die günstigere Panasonic, aber ich habe mich an den extrem guten Service und die „Vor-Ort-Möglichkeiten“ in Wetzlar gewöhnt das ich beim Kamerakauf immer den Hersteller aus Wetzlar bevorzugen werde bei  meinen zukünftigen Kameraentscheidungen. Zudem liegt der Kamera noch eine LR6 Lizenz bei und ich finde die Kamera einfach „schicker“ als das Original von Panasonic. Ob man das versteht oder nicht – mir ist es aber so lieber!

Der Vergleich zur Sony RX100 MIII?

Nun die Sony hatte ein sehr praktisches Klappdisplay. Die Leica D-LUX hat dafür einen festen Sucher, den man bei der SOny immer erst ausfahren musste, was auf Dauer echt genervt hat. Der 2,8 Mio Pixel starke Sucher der Leica D-LUX 109 macht einen sehr guten Job. Für Gleitsichtbrillen-Nutzer ist dieser leider zwar etwas klein, aber mit etwas Übung gelingt das recht gut, und das auf jeden Fall viel besser als bei der Sony. Dafür hatte diesen das gute Klappdisplays. Das Display der Leica D-LUX bietet dafür einen sehr guten Seiteneinblick was etwas das fehlende Klappdisplay entschädigt. Die Auflösung der Leica D-LUX ist mit 16 Mio Pixel etwas geringer als die 20 Mio Pixel der Sony RX100 III, was der Bildqualität und dem geringeren Rauschen aber sehr positiv entgegen kommt.

Die D-Lux 109 ist mit einer 4K- Videofunktion ausgerüstet, was bei der Sony RX100 MK IV jetzt auch der Fall ist. Damit bin ich mit der Daisy auch für das eine oder andere 4K Video-Projekt gerüstet.

Fazit

Die kleine Leica, die eigentlich keine echte Leica ist, macht erstklassige Bilder. Der Autofokus arbeitet zuverlässig und die Bilder können sich bis in die hohen ISOs sehr gut sehen lassen. Die Kamera ist nicht günstig und man zahlt den Namen, aber auch die sehr hohe Bildqualität mit. Wer keine Kompromisse machen möchte bei einer kleinen kompakten Kamera, macht mit der Leica D-LUX (Typ 109) oder auch mit der Panasonix LX100 keinen Fehler. Wer die Sony Menüs gewöhnt ist und diese mag, und den Festen Sucher nicht unbedingt braucht und mit dem „Auszieh-Sucher der Sonys leben kann, der macht aber auch mit der Sony RX100 MK III und/oder Sony RX100 MK IV keinen Fehler. Beide Kameras sind erstklassig in dieser Klasse!

Schöne Grüße – Euer Leica-Fan und Fotofuzzy – Jörg Langer

 

14 Kommentare

  1. Zitat: „aber ich habe mich an den extrem guten Service und die „Vor-Ort-Möglichkeiten“ in Wetzlar gewöhnt das ich beim Kamerakauf immer den Hersteller aus Wetzlar bevorzugen werde bei meinen zukünftigen Kameraentscheidungen“. Du bist auf dem besten Weg zu einer M… 😉

    Ansonsten willkommen im Club, auch wenn ich nur das „Original“ ohne den schicken roten Punkt habe. Gibts den eigentlich einzeln zum Aufkleben…?

  2. Hej Jörg,

    angenehme Ostertage seien DirEuch gewünscht.
    So meine ich’s, und trotzdem traue ich mich,
    Deine ?-Ruhe mit einer Frage zu stören – vielleicht
    magst Du gelegentlich kurz etwas dazu sagen:

    Für welche Kamera soll ich mich entscheiden – und so
    zu fragen, das fordert Ferndiagnose & Hellseherei heraus 😉

    Bei mehr oder weniger zufälligen Treffen möchte ich
    Menschen und deren unmittelbare Umgebung
    „einfangen”, das Objektiv sollte also porträttauglich sein,
    aber deshalb nicht auf z.B. 80mm@KB festgelegt.

    Zudem werden die Porträtierten es nicht gewohnt sein,
    in Szene gesetzt zu werden – die Ausrüstung müßte also
    dezent wirken, somit auch blitzfrei, dafür lichtstark.

    Das Umfeld (Arbeitsplatz) sollte rasch erfaßt werden,
    Schnelligkeit ist ein Kriterium, Autofokus & Stabi …
    ich kann nicht lange suchen und probieren.
    Makro am Arbeitsplatz? Dann und wann.

    Und mein Alter, die Sehkraft läßt nach …

    Im Gespräch nebenbei Fotos aufnehmen:
    voreingestellte Kamera,
    wenig ablenkendes Hantieren,
    Klapp- (Touch-) Display wäre hilfreich.

    Und vorteilhaft wäre es, wenn ich sie auch für’s Statischere
    wie Stadtbild und Landschaft und dabei v.a. im raschen
    JPEG-Workflow nutzen könnte.

    Die Fujifilm X100s gefällt mir ausgezeichnet, doch
    so gern ich auch mit ihr fotografiere – der Autofokus
    ist nun dafür zu langsam, zuweilen zu ungenau. Aber:
    !- feine Bildstimmung, prima JPEGs (RAW muß nicht sein).

    Tja, die X20 oder 30 sind wohl auch nicht die Lösung –
    Sensor kleiner als mFT, unregelmäßige Bildschärfe.

    Vielleicht fällt Dir spontan („aus dem Bauch”)
    eine Lösung ein – ich jedenfalls dachte schon an die
    Leica D-LUX (Typ 109), kann aber nicht abschätzen,
    ob sie im Alltagsgebrauch meine Fuji überträfe.

    Auf meinem wirrtuellen Spaziergang fand ich dann
    Deinen Blogpost, und ich danke für die Infos.

    Und außer jener Leica kam in meine Auswahl die
    Olympus OM-D E-M10 Mark II samt Zuiko 25mm 1.8
    (Klappdisplay & Touch-AF & 5-Achsen-Stabi, das reizt)
    – ein ausbaubares System: okay, muß aber nicht sein.
    Ansonsten las ich dauernd: geschwind, prima Auflösung.

    Fujifilms X-A2 mit einem Fujinon 1.4er (23 oder 35mm)
    kam mir noch in den Sinn: ohne X-Trans-Sensor, das
    soll wohl ein Vorteil sein, und ziemlich schnell sei sie
    (schneller und AF-sicherer als andere Fujis).
    Eye Detection (wie bei Olympus), das höre ich auch gern.

    Unauffällig, schnell, treffsicher, detailliert auflösend.
    Mega- und Gigapixel beeindrucken mich weniger.
    DxO-Scores, hmm …

    Sony fällt für mich fort, und Olympus’ Pen F ist mir noch
    ein großes teures Fragezeichen mit einem Schwenkmonitor
    (ich mag eher/nur die klappbaren). Bleiben also bislang
    technisch wie preislich jene Leica – Olympus – Fuji.

    – Leica D-LUX 18470 (Typ 109)
    – Olympus OM-D E-M10 Mark II samt Zuiko 25mm 1.8
    – Fujifilm X-A2 mit einem Fujinon 1.4er (23 oder 35mm)

    Magst Du bitte dazu etwas sagen?

    Den Einsatz beschrieb ich ja anfangs – zu welcher Kamera
    würdest Du greifen? Deinen Rat … weiß ich zu schätzen.

    Mit herzlichem Dank & freundlichen Grüßen,
    Hermann Kantak

    1. Das mache ich sehr gerne, aber meine Antwort wird Dir nicht gefallen, denn es wäre eine Sony RX10 die ich Dir empfehlen würde.

      Alternativ eine Panasonix FX1000 oder die baugleiche Leica V-LUX 2.

      Die beiden Kameras sind genial von Ihrer Machart, schnell und äußerst flexibel einsetzbar, bei einer sehr hohen Bildqualität.

      Schöne Grüße Jörg

  3. Danke, Jörg.

    Nicht nur für’s prompte Antworten,
    ganz deutlich auch für Deine Empfehlungen.
    Ostermontag … wird bei mir zum Guggeltach 😉
    Und dann mal herumfahren, ans Händchen nehmen,
    von Susi und Daisy grüßen … bin schon gespannt.

    Dir ein sonniges Frühjahr
    & einen Gruß aus’m Norden.
    Hermann

  4. Hallo Hermann….man muss seine Kamera selber durch ausprobieren finden…vielleicht eine Canon 6D mit Canon EF 24-70 mm/2,8 L II USM Objektiv….Vollformat 20.2 Megapixel….. läuft…. das ist natürlich eine nüchterne Fotomaschine. Die JPGs die pur Out of Kamera da herauskommen sind auch ohne Nachbearbeitung schonmal sehr brauchbar…..

    Die nächste Gerneration an Fuji APS-C Kameras ist was Autofokus angeht schneller und besser geworden…
    Fuji X Pro 2 als Messucherkamera z.b. und ich denke das jetzt nach und nach und ich denke das diese Linie dann auch bei möglichen Nachfolger der X-T1 ich nenne sie mal X-T2 fortgesetzt wird….
    Fuji kann auch hervorragende Optiken bauen bei gutem Preis Leistungsverhältnis…..
    Die bauen auch 80000 Euro Filmkameraobjektive für den anspruchsvollen Pro-Bereich….
    Know How ist dort auf jeden Fall vorhanden…..

    Nun ist es so das man als Fotoliebhaber des öfteren nicht nur einfach ein gutes Bild machen möchte, sondern das Emotionen bei Bedienung, besondere Haptik und Handling mit der Ausrüstung auch mitschwingen…und so muss jeder für sich auch herausfinden was er wozu genau möchte….oder will…

    Grüße Sven

    1. Hej Sven,

      mein Dank für Deine Zeilen … und so ist’s tatsächlich: jeder hat seine eigene Werte- und Empfindungsskala, Haptik und Handling einer Kamera empfindet der eine so, der andere – anders.

      Jörgs Vorschlag beschäftigte mich heute (tja, nachmittags kamen Böen & Regen über Norddeutschland, beste Lesezeit also), und ich werde jene Sony mal in die Hand nehmen wollen.

      Ihr höheres Gewicht mag Ruhe mit sich bringen (um’s mal positiv auszudrücken), aber ich hänge noch mehr einem anderen Punkt nach: ich meine, bei Porträtierten (und damit sind nun eher porträtunfreudige Menschen gemeint) einen gewissen Rückzug festgestellt zu haben, sobald meine Nikon (D7000) ins Spiel kam. Die Fuji (X100s) lockte demgegenüber eher ein Lächeln und Entspanntersein hervor. Kleine Kamera, kein prägnantes Zoomobjektiv? Muß man ja nicht ernst nehmen 😉

      Der psychologische Faktor also. Da bin ich am Hadern.

      Dir einen Gruß (und an Dich, Jörg, auch einen, falls Du das Thema noch verfolgst).

      Hermann

  5. Hallo Hermann,

    Menschen sind unterschiedlich…. klar die jemanden aktiv beauftragen Porträts anzufertigen sind weniger schreckhaft was das Equipment angeht….aber wenn man privat aus Spass an der Freude mal eben ein paar Porträts macht ja dann kann schon eher eine schwere Kamera etwas erschrecken….
    Muss man gucken wofür man was nimmt…..

    Gerade für Porträt bietet sich zum besseren freistellen ein Vollformat oder zumindestens ein APS-C Sensor und ein 1.8/85mm oder 2/135 ganz gut an…..

    Grüße Sven

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