Smartphone versus Kompaktkamera

Veröffentlicht von

2015-01-24-Kamera-vs-Smartphone

Um es gleich vorweg zu nehmen, es gibt bei dieser Frage keinen Sieger und keine eindeutige Pro- oder Contra-Antwort. Wer das erwartet sollte ab hier nicht weiterlesen. 🙂

Ich wurde in der letzten Zeit öfter gefragt:

Jörg, warum nimmst Du eine kompakte Kamera – Deine oft erwähnte Susi – und ein 8″ Tablet überall mit hin? Ein Smartphone mit einer guten Kamera und einem guten Display könnte das doch auch alles?!

Eine mehr als berechtigte Frage, auf die ich heute mal eingehen möchte.

Das ich mein Tablet als Smartphone-Ersatz eingeführt habe, ist eigentlich aus der sogenannten Not heraus entstanden, da sich die Telekom leider extrem beschissen dämlich angestellt hat beim Austausch meines Smartphones Ende 2014 und ich drei satte Wochen auf das Austauschgerät meines Sony Xperia Z2 warten musste. In diesen drei Wochen habe ich mein altes Nokia Tastentelefon, mit einer gefühlten Akkulaufzeit von mehreren Jahren, für mich neu entdeckt. Mein 8″ Tablet, das Sony Xperia Z3 Compact für die „kommunikativen Dinge“ habe ich in die Tasche gesteckt und auch zumeist bei mir gehabt. Da in der Tasche ja noch Platz ist habe ich dazu wiederum meine kleine (und heiß geliebte) Susi, die Sony RX100 III, immer dabei gehabt und diese sehr viel „rum kommen“ lassen. Da dank NFC das Zusammenspiel von Kamera und Tablet so schnell und unkompliziert funktioniert habe ich die meisten meiner Bilder, Postings, Instagrams etc. mit der Susi aufgenommen und direkt auf dem Tablet verarbeitet. Eine Kombination, an die ich mich schnell gewöhnte. Als das Smartphone aus dem Austausch endlich geliefert wurde, hatte ich gar keine echte Verwendung mehr dafür, denn Telefonieren geht mit dem Nokia besser und länger und „Kommunizieren“ geht mit dem Tablet bei 8″ besser als mit dem Smartphone bei seinen etwa 5″ Display. Ja Ihr Lieben, so kam ich auf den „Trichter“ mit dieser Kombination zu Arbeiten.

Am vergangenen Wochenende kramte ich mein Xperia Z2, also das Smartphone“ mal wieder raus und nahm dieses anstelle des Tablets mit bei einen schönen Abend mit meiner lieben Frau. Wir waren schick essen und danach bei Ralf Schmitz in der Frankfurter Jahrhunderthalle. In meiner kleinen „Horst-Schlämmer-Gedenktasche“ hatte ich die kleine Susi und das Smartphone dabei. Als wir bei diesem schummerischen (echt sehr geringen) Licht im Block House saßen und auf unser leckeres Steak warteten, kam mir die Idee mal Vergleichsbilder zu machen. Diese möchte ich Euch heute hier zeigen.

Kamera - Sony RX100 - Out of the Cam - unbearbeitet - nur verkleinert auf 1000px
Kamera – Sony RX100 – Out of the Cam – unbearbeitet – nur verkleinert auf 1000px
Smartphone - Sony Xperia Z2 - Out of the Smartphone - unbearbeitet - nur verkleinert auf 1000px
Smartphone – Sony Xperia Z2 – Out of the Smartphone – unbearbeitet – nur verkleinert auf 1000px

und nun zwei Ausschnitte bei 100% Ansicht

Kamera - Sony RX100 - Out of the Cam - unbearbeitet - 100% Crop
Kamera – Sony RX100 – Out of the Cam – unbearbeitet – 100% Crop
Smartphone - Sony Xperia Z2 - Out of the Smartphone - unbearbeitet - 100% Crop
Smartphone – Sony Xperia Z2 – Out of the Smartphone – unbearbeitet – 100% Crop

Lassen wir das noch unkommentiert und schauen uns das zweite Setup an. Die folgenden Bilder habe ich dann in der Pause oder vor der Vorstellung in der relativ hellen Jahrhunderthalle gemacht. Dort war es deutlich heller und einfach mehr Licht vorhanden als oben im Block House.

Kamera - Sony RX100 - Out of the Cam - unbearbeitet - nur verkleinert auf 1000px
Kamera – Sony RX100 – Out of the Cam – unbearbeitet – nur verkleinert auf 1000px
2015-01-24-XperiaZ2-02
Smartphone – Sony Xperia Z2 – Out of the Smartphone – unbearbeitet – nur verkleinert auf 1000px

und auch hier nun nachfolgend zwei Ausschnitte bei 100% Ansicht

Kamera - Sony RX100 - Out of the Cam - unbearbeitet - 100% Crop
Kamera – Sony RX100 – Out of the Cam – unbearbeitet – 100% Crop
Smartphone - Sony Xperia Z2 - Out of the Smartphone - unbearbeitet - 100% Crop
Smartphone – Sony Xperia Z2 – Out of the Smartphone – unbearbeitet – 100% Crop

Und was sagt Ihr dazu?

Mein persönliches Fazit Part 1: Smartphones der aktuellen Klasse brauchen sich nicht verstecken. Das obere Bild ist mit der Kamera bei 1/30stel Sekunde, Blende  1.8 und ISO 3.200 aufgenommen worden. Da war es demnach echt „dunkel“. Und dennoch macht das Smartphone eine relativ brauchbare Aufnahme.

Mein persönliches Fazit Part 2: Die Rauschunterdrückung in der JPG Engine der Smartphones bügelt viel Rauschen aber auch massiv Details des Bildes weg.

Mein persönliches Fazit Part 3:  Das Rauschen der Kompakten Kamera ist sichtbarer, dafür bleiben die meines Erachtens wichtigen Details des Bildes erhalten. Selektives Entrauschen per Software im Nachgang am Rechner führt hier zu besseren Gesamtergebnissen.

Mein persönliches und wichtigstes Fazit Part 4: Ein Smartphone kann keine RAWs. Ich bin damit immer der internen Bearbeitungsalgorythmen der JPG Engine ausgesetzt. Das spricht für mich eindeutig und final für die kompakte Kamera bei der ich zusätzlich mehr manuelle Eingriffsmöglichkeiten habe (wobei diese bei der Sony Xperia Z2 Smartphone-Kamera schon recht ordentlich sind…)

Ich bleibe erst mal bei der Kombination aus Tastentelefon mit extrem viel Akkupower, meinem 8″ Tablet mit viel Komfort und meiner Susi-Kompaktkamera mit viel Einstellmöglichkeiten. Das Smartphone ist nur noch „Backup“ in meinem persönlichen Alltags-Workflow und verstaubt am Ladekabel zu Hause.

Wie ist dazu Eure Meinung? Erzählt mal via Kommentarfunktion hier unten im Blog…

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

9 Kommentare

  1. Mein Smartphone (Lumia 1020) kann RAWs – die sind sogar größer als die meiner D800E, aber das Telefon hat auch 41mp Auflösung.
    Wo die sich unterscheiden ist die Dynamik. Da verliert das Smartphone deutlich.

  2. Tastentelefon mit Akkulaufzeit die den Namen verdient! Jaaaa!!
    Bin schon manchmal genervt, beim Smartphone entscheiden zu müssen alles bis auf Edge abschalten zu müssen, um wenigstens mal so über 1-2 Tage zu kommen …
    Tragisch, wenn man könnte (Rechenleistung, Apps, Features, Conntectivity), aber mangels Akku-Strömlingen nicht kann …
    Setup somit sehr verständlich und – graz´n´gretz – J

  3. Für mich fehlt da ein ganz wichtiger Punkt: Ein Smartphone, selbst wenn man es mit entsprechenden Apps aufbohrt wie 645 Pro, besitzt keine vernünftigen Hardware-Bedienelemente. Es liegt zum Fotografieren schlecht in der Hand, schlicht: die Haptik zum Fotografieren fehlt mir. Für Schnappschüsse wenn mal gerade nichts anderes zur Hand ist ist das ok. Aber solange ich mir da aussuchen kann bevorzuge ich klar eine echte Kamera.

  4. Ist schon ganz interessant welche Folgen ein defektes Handy so hatte….Funde das Foto mit dem Sony Handy aus der Jahrhunderthalle erstaunlich gut….klar die Susi im RAW Modus ist dann in Photoshop ein Vorteil….

  5. Wenn man leidenschaftlicher Fotografiert ist, denke ich sollte man eher auf eine Kompaktkamera zurückgreifen. Aus eigener Erfahrung weiß man ja, dass es auch Smartphones mit einer Super Auflösung gibt, wenn es jedoch ins Detail geht und man mehr als nur mal paar Facebook Fotos schießen möchte dann würde ich mich eher für eine Kamera entscheiden, die auch als solche wahrgenommen wird.

  6. Im Frühjahr 2016 muss ich feststellen, dass die noch beim Z2 bemängelten Eigenschaften bei meinem Galaxy S7 nicht mehr spürbar sind. Mittlerweile lasse ich meine Nikon 1 mit Festbrennweite im Schrank und knipse mit dem „Immerdabei“ S7. Dynamikumfang, Geschwindigkeit, Bildrauschen,, Lichtstärke, eine unglaubliche Verbesserung. Meine hosentaschentaugliche Kompakte Canon S120 sieht zudem dagegen leider im Alltag „alt“ aus…

  7. Im Frühjahr 2016 muss ich feststellen, dass die noch beim Z2 bemängelten Eigenschaften bei meinem Galaxy S7 nicht mehr spürbar sind. Mittlerweile lasse ich meine Nikon 1 mit Festbrennweite im Schrank und knipse mit dem „Immerdabei“ S7. Dynamikumfang, Geschwindigkeit, Bildrauschen,, Lichtstärke, eine unglaubliche Verbesserung. Meine hosentaschentaugliche Kompakte Canon S120 sieht zudem dagegen leider im Alltag „alt“ aus…

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