Näher ran – manchmal muss es sein – aber nur manchmal – die Geschichte mit den Zwischenringen

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Wenn man weiß das das Brautpaar sich ein Bild mit den Ringen auf einem Klavier wünscht und am ganzen Tag der Hochzeitsreportage nur das eine Klavier in der dunkelsten Ecke des ganzen Standesamts zur Verfügung steht. Wenn Du dann noch weißt das Du für dieses eine Bild maximal eine Minute Zeit hast nach der Trauung und vor der Abfahrt zum Friseur vor der kirchlichen Trauung, dann weißt Du genau – DAS wird spannend. Da ich mittlerweile kein Makro Objektiv mehr habe, aber wusste das es in der kleinen dunklen Ecke sehr Eng wird und ich näher ran muss, brauchte ich eine Lösung. Die Lösung sollte kein neues Makro-Objektiv sein, das ich quasi nie benötige und sollte auch so leicht und transportabel wie möglich sein, da mein Reportage-Fotogepäck mittlerweile sehr handlich, leicht und tragbar geworden ist.

Da kam mir die Sache mit den Zwischenringen wieder in den Sinn…

Zwischenringe sind nicht s anderes als die „Distanzscheiben“ am alten Opel Manta. (Ein Joke für die älteren unter uns…) Diese Zwischenringe steckt man zwischen das Bajonett der Kamera und das des Objektives und verlängert damit den Abstand zwischen Sensor und Schärfeebene. Damit ist das Objektiv nicht mehr in der Lage unendlich zu fokussieren aber aus der Naheinstellgrenze von 85 cm meines allseits geliebten 85 mm Sony G Master Objektives werden somit etwa 20-30 cm und ich kann damit viel näher ran ans Motiv. Die Zwischenringe gibt es mittlerweile auch mit Kontakten, so das auch der Autofokus noch einwandfrei funktioniert wenn man das möchte. Da ich aber immer lieber mit manuellem Fokus arbeite ist das für mich mittlerweile nebensächlich geworden.

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Vorteile gegenüber dem Makroobjektiv

  • Kleiner
  • Leichter
  • VIEL günstiger

Nachteile gegenüber dem Makroobjektiv

  • Ein Makro-Objektiv ist ein Makro-Objektiv
  • Ein Makro-Objektiv kann unendlich Scharf stellen

Unbearbeitet - Out of the Cam (ja es war extrem dunkel und es ist ein ISO 8.000 Bild)

Unbearbeitet – Out of the Cam (ja es war extrem dunkel und es ist ein ISO 8.000 Bild)

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Bild bearbeitet mit Lightroom (Kontrast/Schärfe/Ent-Rauschen/Vignette/SW/…)

Die Zwischenringe gibt es von x-verschiedenen Anbietern. Ich habe mich für DIESE HIER entschieden und es nicht bereut. Diese funktionieren am Vollformat der Sony A7R II genau so gut wie am Crop der Sony A6000 meiner Frau. Für knappe 20 Euro ein echter „Schnapper“ und wirklich gut einsetzbar.

Die beiden Zwischenringe (10 und 16 mm) sind aus Kunststoff gefertigt, haben einen Metallbajonett Ring und sind sehr passgenau gefertigt. Für den Preis habe ich weniger Qualität und weniger Passgenauigkeit erwartet. Das schwere 85er würde ich jedoch keinesfalls tragen ohne es selbst festzuhalten. Sprich, es ist gut verarbeitet, aber fast 2.000 Euro fürs Objektiv und fast 4.000 Euro für die Kamera verbinden nur 20 Euro Kunststoff auf China. Ihr versteht was ich meine…

Fazit

Für gelegentliche Nahaufnahmen finde ich das eine sehr sehr taugliche Lösung die nahezu nichts wiegt, quasi keinen Platz in der Tasche braucht und sehr schnell einsetzbar ist.

Vielleicht konnte ich meinen Sony-Followern mit diesem Beitrag einen wertvollen Tip geben.

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

9 Kommentare

  1. Nun, da du mit mir ja mindestens einen Nikon-Follower hast, musste ich ja gleich mal gucken, ob es das Chinabauteil auch für meine Kameras gibt. Fehlanzeige. Also doch ein richtiges Makro? Ich denke schon. Und wenn es am Ende nur für die Ringfotos ist!?!

    1. Ich hatte ein richtiges Makro. Da biste am Ende für ein gutes 800-1200 Euro los und hast für normale Fotos nur nachteile wie den lahmen AF. Und nur für Ringbildet schleppe ich es nicht mit.

  2. Was ist mit einer Makrolinse auf das Filtergewinde geschraubt?

    Ich bin auch ‚Nikon‘ und nutze die sehr gute Canon Nahlinse auf dem 24-70 und dem 70-200.
    Ist teuer, aber das sollte für einen Profi keine Rolle spielen.

    Mein persönlicher Tipp als Alternative.
    Denn eines sehe ich wie du, Thomas: ein Objektiv nur für die Nahaufnahmen ist unnötiger Ballast. Allerdings kommt man selten um das Stativ herum. Speziell für die Ringfotos habe ich mir das Manfrotto mit Carbon-Stelzen gekauft.

    1. Das Bild ist ohne Stativ gemacht und ein solches kann ich auf Hochzeitsreportagen auch nicht gebrauchen. Die Canon 500D kenne ich auch. Ist deutlich teurer und schwerer und bringt keine nennenswerten Vorteile.

  3. wow – cool … ähmm was alles geht
    Bin ja eher nur Knipser, somit bestimmt nicht geeignet für tiefergehende „brauschst ja bloss dies oder jene“ Schlaubergerstatements.
    Interessant bleibt, mal eben die Challenge zu durchdenken. Also was hätte ich mit meinen Boardmitteln versucht … hhmmm grübel …
    1 min – eine Chance – kaum Licht … Idee, präparation, shot und Gelände dekontaminiert wieder verlassen … ist schon mal ne Ansage.
    Nun ja, aus Erfahrung mit meiner Gummibärchen Macke hätte ich den Vorgang wohl ganz frech meiner Pana LX7 anvertraut. 1:1.4 sind irgendwie auch ein Argument bei „dunkle“ Ecke. Baumwollhandschuhe wegen der Patscher … vielleicht ne LED Taschenlampe mit 2 Lagen Tempo davor als „Softbox“ Lighter … Aber ob das dann auch so gut geklappt hätte …?
    Denn Fankt ist: Klasse Bilder – cool umgesetzt, Jörg!!!
    Hoffe dem Brautpaar gefällt es.

    Inspirierende Story DANKE!
    Reschbeggd – und beste Grüße Mad

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