Näher als Nah hinschauen – die Betrachtung des automatischen Umkehrrings von NOVOFLEX

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Direktlink zum eingebetten Video

Das ich einen guten und recht engen Draht zu NOVOFLEX in Memmingen habe durch meine Blogger und Produkttester-Vergangenheit mit Stativfreak.de ist meinen treuen Lesern ja mehr als bekannt. Das ich mich aber mit der Makro-Fotografie beschäftige ist Euch neu – zumindest war es mir selbst gänzlich neu. Dennoch wollte ich mal einen dieser automatischen Umkehrringe testen und schauen wie das funktioniert. 

Warum dreht man ein Objektiv eigentlich um?

Unter dem Suchbegriff „Retrostellung“ bekommt man das auf Wikipedia sehr gut erklärt (… und nein hier geht es nicht um eine Sauerei im Vintage-Style…):

 

Die Retrostellung ist eine Technik in der Makrofotografie bei der das Objektiv – meist mit Hilfe eines Umkehrrings (auch Retroring oder Retroadapter genannt) – in umgekehrter Position auf die Kamera montiert wird, so dass, statt seines Bajonetts, sein Filtergewinde zur Kamera weist. Das Objektiv wird dann gelegentlich auch als Retroobjektiv bezeichnet.

Weil dabei der Abstand der Linse zum Film/Sensor ähnlich wie bei Zwischenringen oder einem Balgengerät verlängert wird, tritt ein lupenähnlicher Effekt auf.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Retrostellung

Wie das ganze funktioniert und wie meine ersten „Berührungspunkte“ und „Denkfehler“ waren könnt ihr im obigen Video sehen. Ich fand es echt spannend. Neue Materie.

Den NEX-RETRO Adapter kann man für 349 Euro bei NOVOFLEX direkt oder auch bei AMAZON oder dem Fachhandel kaufen. Ein Adapterring auf die jeweiligen Objektive die Ihr verwenden möchtet kommt dann nochmal mit etwas unter 30 Euro dazu. Der Schutzfilter (den ich im Video nicht benutzt hatte – was auf Dauer ein Fehler wäre) schützt Eure sehr empfindliche Hinterlinse des Objektives die in der Retrostellung ja zur Frontlinse wird. Da diese Linsen nicht vergütet sind, sind diese Gläser wesentlich empfindlicher als die Frontlinsen. Deswegen liefert NOVOFLEX hier auch einen neutralen hochwertigen Filter mit. Dieser ist ebenso von einem deutschen Hersteller und das Set bleibt damit wirklich Made in Germany.

Features

  • Der Umkehrring kann benutzt werden, um seine vorhandenen Sony Objektive (Vollformat/FE und Croplinsen/SEL mit eMount) verkehrt herum an seiner Kamera zu montieren. In der daraus resultierenden Retrostellung vergrößert sich der Abbildungsmaßstab gegenüber der Normalstellung erheblich und man kann das begehrte Motiv stark vergrößert aus der Nähe abbilden.
  • Der automatische Umkehrring überträgt alle Funktionen wie Blendensteuerung und Autofokus einwandfrei.
  • Von NOVOFLEX wird der Umkehrring NEX-RETRO mit einem Filtergewinde von 58mm geliefert. Für Objektive mit anderen Filtergewindedurchmessern (wie meinem 28 2.0 Sony FE mit 49 mm bietet NOVOFLEX passende und sehr hochwertige Reduzierringe an. (von den billigen 4,99 Euro Ringen die man für Filter nimmt, rate ich Euch dringend ab!)
  • Ganz vorne befindet sich ein Innengewinde mit einem Durchmesser von 58 mm. Dieses ist für den schützenden Filter der zum Lieferumfang gehört oder auch alternativ für das Anbringen eines Ringblitzes oder eines Ringlichts denn Licht ist ein „gutes und wichtiges“ Thema bei Makro-Aufnahmen.
  • Mit Zoom-Objektiven kann auch weiterhin gezoomt werden. Ich habe aktuell nur keine passenden. (äh doch, hätte das Sony SEL 10-18mm noch testen können…)

Testbilder aus dem Video (klick macht Groß…)

Offenblende 2.0 (ISO 125)
Blende 9 (ISO 2.500)
Blende 9 (ISO 8.000)

Mein persönliches Fazit

Was eine coole Spielerei. Da ich selbst (bisher) keine Makros, außer Ringfotos bei Hochzeiten, mache, ist es für mich persönlich nicht notwenig mir solch ein geniales „Cool-Tool“ anzuschaffen – würde ich aber Briefmarken sammeln oder die Figuren der Miniatur-Eisenbahn detailliert fotografieren wollen, dann würde ich mir solch einen Retro-Adapter von NOVOFLEX zulegen. Ein spannendes Metier – die Makro-Fotografie.

Anmerkung zu meinen Test im Video mit dem 55 und 85mm Objektiv

Diese beiden Objektive hätten auch beide verwendet werden können. Allerdings hätte ich die Distanz vom Sensor zum Objektiv verlängern müssen. Das kann man beispielsweise mit einem Balgen oder mit Zwischenringen realisieren. Wer das ohne diesen Aufwand machen möchte, sollte bei Zoom oder Weitwinkel-Objektiven bleiben.

Aus der Bedienungsanleitung (die ich nach dem Test dann doch mal gelesen habe…) habe ich zu dem auch gelernt das man die Scharfstellung über Distanzänderung zum Motiv regeln sollte und weniger über den Autofokus. Ein Einstellschlitten würde da ganz sicher viel Sinn machen und die Arbeit deutlich erleichtern. 

Danke

Ich möchte mich sehr herzlich bei NOVOFLEX bedanken für die Teststellung die ich drei Wochen hätte ausnutzen können, aber bereits nach drei Tagen wieder zurückgeschickt habe, in der Hoffnung das auch andere Blogger und Tester (die nennt man ja jetzt Influencer) sich einen scharfen Eindruck aus der Nähe (schickes Wortspiel bei diesem Produkt) machen können.

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy & Taschenfreak – Jörg Langer


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