Muss das sein? Muss es immer so dogmatisch in der Fotografie zu gehen?

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Dieser Blogpost wird eine Mischung aus einem Braindump von mir und einem gezielten Rant, denke ich. Mal sehen wo wir am Ende des Textes landen werden. Ich habe lange im Kopf an diesem Blogpost gehirnt, denn diese folgenden Inhalte beschäftigen mich schon lange. Es geht mir um das dogmatische in unserer Szene. Mir fällt vermehrt – und das schon sehr lange – auf, dass es immer unausgeglichener in der Fotografen-Szene zugeht. Mir gefältt das nicht! Es ist meines Ertachtens auch völliger Schwachsinn, der da zum Teil propagiert wird. Es ist meines Erachtens oft die Langweiliogkeit des eigenen Daseins, dass viele in unserer Szene – der Fotografie – antreibt „Vorschriften“ zu erstellen und andere „gläubig“ zu machen. 

Für mich ist Fotografie etweas vielseitiges, etwas mit dem wir auf gänzlich unterschiedlichen Wegen zu einem gemeinsamen Ziel kommen können – zu Fotos, die Erinnerungen und Momente festhalten und Geschichten erzählen.

Aber um was geht es hier eigentlich genau?

Es sind die Dogmas die aufgestellt werden und mich echt ankotzen!
Was meine ich damit? Gibt es griffige Beispiele die zeigen was ich meine? Ja die gibt es – zu Hauf leider.

  • Die echte Fotografie ist nur auf Film und Analog
  • Smartphonebilder sind keine Fotografie
  • Wer kein Stativ nutzt knipst ja nur
  • Wer nicht mit einem Anzug auf einer Hochzeit arbeitet ist kein richtiger Hochzeitfotograf
  • Bilder sind nur Bilder wenn sie ausgedruckt sind
  • Zooms gehen gar nicht – echte Fotografen arbeiten mit Festbrennweiten
  • Sofortbilder sind ja nur geknipse
  • Echte Kunst muss Schwarz-Weiß sein
  • Mit einer kompakten Kamera kann man keine guten Bilder machen
  • Nur mit einer DSLR kann man Sport fotografieren
  • Systemkameras sind nur Spielzeuge
  • Am Meer musst Du mit einem Polfilter arbeiten
  • Nur mit einem optischen Sucher fotografiert man richtig
  • Bilder aus Drohnen sind nur Spielerei
  • Bilkder müssen 100% scharf sein um eine Geschichte zu erzählen
  • Nur wer im RAW Modus fotografiert – fotografiert richtig digital
  • Kameras mit nur einem Speicherkartenslot sind unverantwortlich
  • Wer mit ISO-Automatik arbeitet hat die Kontrolle über sein Leben aufgegeben
  • Manueller Fokus ist was zum spielen – damit kann man nicht arbeiten

… und viele mehr dieser Statements und vermeintlich vorgegaukelten Fakten findet man jeden Tag in den sozialen Medien, in der sogenannten selbsternannten Fachpresse und in den vielen Foren die sich mit der Fotografie beschäftigen.

Und jetzt? Was ist daran so schlimm? Was gibts daran zu meckern?

Eigentlich habt Ihr Recht – leben und leben lassen. Dennoch möchte ich mit diesem Blogposting meine Freunde, mein Umfeld und vielleicht auch den einen oder anderen „Hater“ und „Neider“ dazu bringen etwas ausgeglichener an das schönste Thema der Welt ran zu gehen – die Fotografie. 

Fotografie kann so vielseitig sein!

Fotografie kann so viel Spaß machen!

Es führen so viele Wege zu einem guten Bild.

Lasst uns mehr tolerieren was andere mögen. Lasst den Kollegen doch in der Jeans zur Hochzeit gehen und seine Bilder abliefern. Wenn das für Ihn uns seine Kunden OK ist, was geht es uns dann an? Lasst den Fotografen neben uns doch ohne Stativ fotografieren, während wir unsere Kamera auf das Stativ geschnallt haben – wenn er für sich und seine Bilder zufrieden ist – warum sollte es uns dann Energie kosten ihn vom Gegenteil zu überzeugen oder seine Art an das Bild heranzugehen zu verurteilen? Ich nutze sehr gerne Festbrennweiten und mag die Kompasition damit sehr – warum aber sollte ich mich den Vorteilen der Zoom-Objektive verschließen wenn diese doch da sind? Warum geht nur das eine oder nur das andere? Warum können viele von Euch da draussen nur noch Analog oder nur noch Digital arbeiten – wenn doch beides in Koheränz gut miteinander kann und sich ergänzt? Warum nicht Sofortbilder, analoge Prints und eine Menge Digitale Bilder aus Festbrennweitenkameras, kompakten Kameras und dem Smartphone mischen für eine schöne Reportage? Was spricht denn dagegen?

Wer sollte uns was sagen? Auf wen sollten wir hören? 

Ganz ehrlich – ihr müsst nach meinem Empfinden ausschließlich auf Euch selbst hören und eigenen Weg einschlagen. Wenn Euch Eure Bilder gefallen – dann ist alles erreicht! Erfolgreiche Fotografen, die von den Ergebnissen Ihrer Arbeit in der Fotografie gut leben, sind erst dann erfolgreich wenn sie ihren eigenen Weg gefunden haben und dieser dann auch Kunden gefällt. Der Markt ist so unendlich groß das es keinen Grund gibt wie Lemminge einer dem anderen hinterzu laufen und alle versuchen die selben Bilder im selben Bildstil zu machen.

Was möchte ich Euch raten?

Hört auf Eure eigene innere Stimme und zieht Euer Ding durch!

Hört auf Euch PreSets zur Bilderentwicklung anderer zu kaufen. Setzt Euch an Eure Rechner und erstellt Eure eigenen PreSets zur Bildentwicklung die Euch gefallen und Eurem Stil entsprechen.

Macht die Bilder die Ihr machen möchtet und die Euch gefallen!

Macht die Bilder so wie Ihr es wollt und nicht wie es Euch dogmatische Kollegen „empfehlen“.

Macht das was Euch Spaß macht und nicht das, was ihr glaubt das andere von Euch sehen wollen. 

Fotografie ist Vielseitig und soll Spaß machen. Habt Spaß!

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

24 Kommentare

  1. Jawoll! Genau so, Jörg. Danke dir!
    Dogmatismus ist mir auch zu wider. Immer z. B. diese extrem Beweihräucherung der einen und die völlige Ablehnung der anderen Marke. Furchtbar.
    Inspirieren lassen durch andere oder schönes Equipment – aber selbst fotografieren!

  2. Ein schöner Beitrag und vielen Dank dafür! Spricht mir (inzwischen) aus der Seele. Ich bin mit meinem System inzwischen im „reinen“, auch wenn es nicht Hipp ist. Es hat noch Spiegel usw.. Seitdem hab ich so viele Bilder gemacht, die ich auch zeigen könnte, wie noch nie.

  3. Hi Jörg.
    Im Grundsatz volle Zustimmung.
    Mit der Ergänzung, dass Abgucken und Nachmachen (und fremde Presets kaufen) ebenfalls ein Weg sein können. Man muss nicht alles selbst erfinden oder entwickeln.
    Grüße
    Dirk

  4. Hallo Jörg,
    in Deiner Liste der Dogmen sehe ich eine Gemeinsamkeit:
    Derjenige der sie verwendet, wertet damit die anderen ab und will sich damit wahrscheinlich nur selbst erhöhen. Schade, dass sie so wenig Selbstvertrauen haben und deshalb zu solchen Aussagen greifen.

  5. >>Wer mit ISO-Automatik arbeitet hat die Kontrolle über sein Leben aufgegeben<<

    hahahahaha der war gut, SO hab ich das noch nie gehört, den merk ich mir ;-))))

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