Man geht mir das gehype auf den Sack! (#110)

Veröffentlicht von

Für alle die, die sich nicht für Kameratechnik interessieren und offene Worte (einen kleinen Rant) nicht lesen können/wollen, sollten lieber über den Home Button sich eine andere Geschichte zum lesen in meinem Blog raussuchen.


Gestern Abend brachte Sony eine neue spiegellose Kamera raus. Die Sony A9. Ohne Frage ist diese Kamera eine wundervolle neue Kamera mit technischen Features die sich sehen lassen können.  Sicher ist diese Sony A9 auch ein guter Wurf – oder auch eine gute „Evolutionsstufe“ weiter. Die Entwicklungen gehen ja in die richtige Richtung. Die Kameras werden schneller im Serienbild, der AF wird immer besser und intelligenter, die Akkulaufzeiten werden langsam nach und nach brauchbarer und auch an die bessere Haptik der Kamerasoftware wird gedacht. Alles in allem viele kleine Schritte, die sich die User auch schon länger wünschen.

Aber nun gut, jetzt zum Kern meines Beitrages heute.

Ich kann Euch gar nicht sagen wie mir das gehype der Marketers und noch schlimmer, der selbst ernannten Influencer der Hersteller auf den Sack geht! Die Kamera wurde in den letzten 24 Stunden seit dem Produktlaunch in den Social Medias ganz oft wie folgt genannt:

  • Der Game Changer
  • Eine Revolution
  • Der Canon und Nikon Killer
  • Eine Kamera die allen das fürchten lehren wird…
    (und viele schwachsinnige Titel mehr…)

Ganz ehrlich, das echte Fürchten lehrt mich nur die Dummheit derer, die genau das glauben und für bare Münze nehmen, und die ganzen Titel und Superlativen von vor 18 Monaten als der Vorgänger auf den Mark kam oder letzte Woche als der andere supertolle die selben Superlativen für seine neueste Markteroberung verwendet hat.

Sagt mal gehts noch? Merkt ihr noch was? Was ist bloß los mit Euch?

Arbeitet ihr wirklich nach dem Prinzip „ein Influencer spricht – schnell Hirn aus“? 

Als vor ein paar Wochen die neue Fuji GFX50s auf den Markt kam, passierte genau das selbe. Das hat sogar gestandene Fotofachverkäufer dazu verleitet, alles andere auf dem Markt massiv schlecht zu reden, fern ab jeder Realität und blind dem Hersteller und den noch viel schlimmeren Influencern alles „abzukaufen“ ohne darüber nachzudenken.

Ganz ehrlich, denen wünsche ich, dass Sie bei Rot über die Ampel laufen, denn ich sage Euch heute und hier, Rot ist das neue Gehen und Grün ist das neue Stehen!

Sagt mal gehts noch? Merkt ihr noch was? Was ist bloß los mit Euch?

Leute, macht die Augen auf – diese neuen Kameras sind tolle Kameras – aber doch keine Revolutionen oder gar Game Changer. Die machen übrigens einfach Bilder! Zumindest – auch wenn man das kaum glauben mag – werden sie dafür entwickelt, gebaut und verkauft. Und glaubt mir, Eure gestern noch genutzte Kamera funktioniert auch morgen noch genau so und wird noch genau so Bilder machen wie zuvor. 

Bessere Bilder macht Ihr übrigens mit einem Kopf- und Verstand-Update!

… weniger mit einem technischen Updates! Diese technischen Updates sind sehr gut und sicher auch weiterbringend, aber nicht Revoutionär oder gar Game Changend…

Denkt mal drüber nach und justiert mal Eure Wahrnehmung!

Meine liebe Frau hat gerade Bilder einer Hochzeit bearbeitet, die aus einer fünf Jahre alten Kamera kommen, die echte Emotionen zeigen und Momente für die Ewigkeit in tollem Licht zeigen, das sind Dinge die Eure Kunden oder die Betrachter Eurer Bilder sehen wollen. Da ist egal wie alt die Kamera ist wenn die Message stimmt. Denkt mal drüber nach…

Geht mal in wirklich gute Bilderausstellungen. Steht da die Kameratechnik im Vordergrund oder das fertige Bild?

Die bewegendsten Bilder der Menschheitsgeschichte wurden mit schlechteren Kameras gemacht als die, die Ihr zu Hause stehen habt!

Ja, ich bin begeisterter Sony Anwender und finde die A9 auch wirklich eine wundervolle Kamera.  Und gerade deswegen wird der eine oder andere sich schwer tun diesen Artikel jetzt einordnen zu können. Dann lies ihn bitte noch mal, vielleicht dämmert es dann was ich im Kern sagen will. Ansonsten sind für solche Fälle Schuhe mit Klettverschluß erfunden worden – was im Übrigen eine echte Revolution war! Smile.

Neue Kameras müssen her und die Entwicklung muss weiter gehen. Das ist klar und das ist gut so! Ich bin dafür sogar sehr dankbar und wer mich länger und gut kennt, weiß wie Technik-Affin ich selbst bin. Ja, ich werde mir die A9 auch ganz sicher irgendwann näher ansehen und vielleicht sogar damit meine A7R II ablösen – irgendwann mal. Aber nur weil ich sie als Sinnvoll ansehe in den kleinen Schritten in denen sie weiterentwickelt wurde. Was ich aber zu tiefst verurteile ist das sinnlose gehype und geschreie in den Social Medias. Das ist selbst für mich als hauptberuflicher Marketer nicht zu ertragen.

Und jetzt? Wie gehts weiter?

Seht diesen Beitrag doch bitte als Aufruf wieder „normaler“ zu kommunizieren und uns alle versuchen zu lassen, die Füße wieder auf den Boden zu stellen. Mit Vernunft und offenen Augen ist die Welt – und auch der Foto-Markt – eine viel schönere als mit diesem blinden Geschrei nach den Superlativen – die es nicht mal sind.

Wenn morgen jemand etwas erfindet das Krebs ausmerzen kann, das die Hungersnot in Afrika beenden kann, die extrem hohe nicht erfasste Depressionsrate in dieser Gesellschaft reduzieren kann oder das sinnlose Kriege auf dieser Welt verhindert – der hätte eine echte Revolution und einen echten Game Changer ausgelöst! Aber eine neue Kamera mit ein paar neuen Specs… denkt mal drüber nach.

In diesem Sinne – habt einen schicken Tag.

Euer Fotofuzzy – Jörg Langer


Mehr Bilder aus meinem Alltag findet Ihr wie immer in Instagram unter
www.instagram.com/langeronline.

Sehen wir uns dort?

23 Kommentare

  1. Ich habe nachgedacht… ging auch ganz schnell. Alles richtig, was du geschrieben hast! 🙂
    Es ärgert mich schon ein wenig länger, dass meine Leica M (240) nach Erscheinen der M10 offensichtlich Schrott ist. Zumindest muss ich das so annehmen, wenn ich die Kommentare zur M10 lese. Wie konnte ich nur im November 2014 so viel Geld für Schrott ausgeben? Ironiemodus aus!

    Ich habe natürlich auch mal in die Beschreibung der Alpha 9 gelinst. Mag sein, dass es eine tolle Kamera ist. Aber, und hier bin ich jetzt wirklich eigen, ich möchte weiterhin Freude am Fotografieren haben. Und diese Freude habe ich mit meiner M (240) und die Freude habe ich auch mit meiner anderen Kamera. Und einen wirklich schicken Tag habe ich, wenn ich mir vor dem Klick Gedanken über das Bild, die Blende, die Zeit und ISO gemacht habe.
    Ich weiß, ich bin altmodisch. Aber das bin ich zuweilen gerne.

  2. Hallo Jörg,
    leider muss ich Dir dieses Mal widersprechen – und das aus zweierlei Gründen:
    1. Eine realistische Einordnung von einer Neuheit kann erst retrospektiv erfolgen, ich kann mir nicht vorstellen, dass man im Umkehrschluss es fertig bringen würde zu sagen: „naja, es gibt was Neues, aber da kommt sicher irgendwas was viel Besseres!“ Eine solche skeptische Grundhaltung – speziell bei uns Deutschen zu finden- lähmt außerordentlich die Entwicklungsfreude bei den Herstellern (siehe CANON und NIKON, die in den letzten Jahren außer interner Fehlerkorrektur per Software für schlecht gebaute Objektive nix wirklich aufregendes hin gebracht haben). Und in den letzen Jahren haben Außenseiter wie FUJIFILM und SONY den Kameramarkt bewegt (LEICA hat sich dabei auch gut behauptet) , wie es kaum einer vorhergesehen hätte. Übrigens sind die Leistungsdaten der A 9 in den für mich relevanten fotografischen Bereichen teilweise um 50% über den bisherigen Platzhirschen auf diesem Gebiet. Das ist keine Evolution mehr, hier sind nicht einfach nur up-to-date-Elektroteile in alte Gehäuse montiert worden, hier wurde versucht, professionelle Anforderungen in die Tat umzusetzen, sprich die Leistungsvorgaben von Profis zu erfüllen.
    2. Und jetzt schlachten wir gleich noch eine heilige Kuh: liebe Fotografen, tut doch bitte nicht so, als würdet Ihr davon leben können, gute Bilder nur im Kopf zu machen. Euer visuelles Denken war, ist und wird immer die Voraussetzung für grossartige Fotos sein. Aber diese Bildideen müssen fotografiert werden, sonst kann man nix verkaufen. Und da liegt leider auch der Hase im Pfeffer, die angebotene Kameratechnik ist IMMER das Nadelöhr, durch das diese Bildideen hindurch müssen. Wie sagte es eine große deutsche Fotografenpersönlichkeit im Gespräch zu mir, als die Drohnen aufkamen:“jetzt kann ich ein Bild realisieren, das ich seit 30 Jahren im Kopf habe“. Und wenn es der Industrie gelingt, meinen Bildideen eine deutlich verbesserte Technik zur Umsetzung anzubieten, dann muss natürlich nicht jeder Fotograf sein visuelles Bilderdenken anpassen (viele Bildideen lassen sich auch sehr gut mit vorhandener Technik lösen), aber er gewinnt neue Freiheiten (@ Jörg: stell Dir einfach mal Hochzeitsaufnahmen bei Mondlicht vor ), und die zu nutzen unterscheidet eindeutig den Amateur von einem Profi.

    1. Klaus, wir beide sind da nichz weit weg voneinander und ja ich sehe das ähnlich. Es geht aber um das überirdische „gehype“.

      Aber ob eine Kamera 20 Nilder oder 11 Bilder pro Sekunde macht, ob eine Kamera 10% wenige Rauschen hat oder ähnliches sind in meinen Augen (gute und wichtige) Entwicklungsschritte aber keine Revolutionen. Das Kameras auf einmal fliegen können, das sind in der Tat „Game Changer“.

      Und Hochzeitsbilder bei Mondschein sind nicht neu :-).

      Ich gebe dir dennoch Recht in vielen Punkten, das die weiterentwicklungen gut und auch notwendig sind. Das angeprangere ist aber wiederlich und falsch in meinen Augen.

      Genau so wiederlich udn falsch finde ich übrigens die millitanten Gegner die die DSLR als „unabkömlich“ bezeichnen und jetzt in Fehlern des Spiegellosen Systems suchen.

      Mir geht es nur um eine etwas gesündere Einstellung zu Neuigkeiten ohne gleich in Treppenstufen einen Skyscraper zu sehen.

  3. RESPEKT! Ins Schwarze getroffen, Jörg!
    Ich sehe die A9 ähnlich: sicher eine tolle Kamera, die aber so gar keine Begehrlichkeiten bei mir weckt.

    Vor gar nicht langer Zeit habe ich mir über dieses Phänomen Gedanken gemacht. Ich glaube, diese Marketing-Superlative hängen damit zusammen, dass selbst „ältere“ Kameras inzwischen für eigentlich jede(n) „gut genug“ sind. Vor 8 oder 10 Jahren war jede (oder zumindest jede zweite) neue Entwicklungsstufe einer Kamera immer ein echter, merkbarer Schritt nach vorne und hat dem Fotografen echte Verbesserungen gebracht. Wenn man von 50% auf 70% aufsteigt, lohnt sich das. Wenn die Schritte aber in 1% oder 2% gehen, muss man sich in der Tat fragen, ob man das braucht. Die „jüngste“ Kamera, die ich hier habe ist von 2014, meine anderen „Hauptkameras“ sind von 2013 oder noch älter. (Selbst die, die morgen hier ankommen soll, ist von Anfang 2015. 😉 ) Mehr (=neuer) brauche ich nicht.
    Das geht vielen so, so dass einem Verkäufer die objektiven Argumente schnell ausgehen. Eine Reaktion darauf ist die Verwendung von Superlativen, die – wenn sie nur oft genug wiederholt werden – dann doch irgendwann geglaubt werden. Irgendwie kann ich das fast verstehen, auch wenn es mich ebenfalls nervt. Ohne den Verkauf von neuen Modellen sterben sie. Da spricht die pure Angst aus dem Marketing-Gesülze… My 2c.

  4. Das Ding verschiebt in manchen Bereichen die Grenzen des Machbaren und Möglichen. Mehr aber auch nicht. Sinn macht das Ding dann für Leute, die an diese Grenzen gestoßen sind. Das dürften aber die Wenigsten sein, sonst gäbe es seit Jahren keine brauchbaren Bilder.

    Denen, die so Bullshit postiulieren, wäre oftmals mit nem Buch zu Grundlagen der Bildgestaltung am Meisten geholfen…

  5. Super Beitrag Jörg, der einen auf Interessante Gedanken bringt!

    Und Du bringst hier genau die Punkte zur Sprache, die mich bis jetzt noch nicht zum Fan von Sony Kameras haben werden lassen. Sony bringt in meinen Augen aktuell wie am Fließband neue Modelle auf den Markt. Diese beinhalten zugegebener Maßen die eine oder andere Verbesserung im Detail. Dafür aber immer eine deutliche Preiserhöhung. Und jedes mal dieses gehype! Echte Revolutionen vermisse ich dagegen schon die letzten beiden Jahre bei Sony. Die A7 und die RX1 habe ich mir noch sofort gekauft. Bei den folgenden Modellen blieb es dann eher beim ausprobieren. Inzwischen empfinde ich die andauernd erscheinenden neuen Modelle bei Sony fast schon abschreckend.

    Da zudem Nikon und Canon aktuell nicht viele Neuerungen bieten, denke ich immer mehr über Leica nach. Die Leica Q war für mich z.B eine richtige Innovation. Leider war die M10 in Meinen Augen aber auch keine Revolution. Ansonsten wäre ich sicherlich schwach geworden.

    Aber wie Du schon schreibst. Eigentlich zählt nur die Erkenntnis, dass man schon so viel tolle Kameras hat. Man sollte einfach weniger Werbung lesen und mehr Fotos machen 😉 Aber leider ist neue Technik ja immer so faszinierend ….

  6. Völlig Produktfrei Nachgedacht, warum lebt unsere Wirtschaft. Weil wir verkaufen, weil der Consumer eein neues Produkt haben möchte. Nur neue Produkte lassen unsere Wirtschaft leben. Ob es ein neuer Rucksack ist, ein neuer Computer, ein Bett was auch immer. Die Aussagen wie man etwas bewirbt mag ja nicht gearde von wirklichen Marktstrategen erfunden worden zu sein, aber warum versuchen immer welche etwas kaputt zu reden, schlecht oder madig zu machen. Ein Produkt hat nicht nur eine Anwendung, nicht nur eine Person entscheidet ob dieses Produkt gut ist. Es mag ja sein das es gerade nicht zu Dir passt aber vielleicht passt es genau zu einem anderen. Aber diese Eingrenzung meine Persönliche Meinung ist masgeblich sollte man einfach mal etwas ausweiten. Hier bei uns sind viele Sportfotografen die schon angerufen haben und sich gemeldet haben das Sie die Kamera nur gerne testen wollen. Ein E-Auto ist ja auch nichts für fernfahrer, und ein Dodge RAM sicherlich nichts für einen Spritsparer aber dennoch machen beide sicherlich auf die eine odere andere Weise Spass.

    1. Da bin ich zu 100% bei Dir mein Lieber. Wir sind da ganz nahe beeinander. mir gehnt es nur um diese „blinden Hypes“ auf die viele aufspringen.

      Die A9 hat wahnsinnig viel gutes und reizt mich ganz genau so! Darum geht es aber nicht im obigen Text…

  7. Ich bin kein wirklicher Sony-Fan (Bauchgefühl was den Konzern betrifft) und ich bin bei Dir, wenn es um diese Click-Bait-Überschriften geht, Super- oder besser SUPRA-Lative.

    Im Kern muss ich aber auch widersprechen. Nikon und Canon schlurfen so vor sich hin, basteln hier und da mal etwas ein, was zu diesem Zeitpunkt eher schon längst erwartet wurde oder einfach Standard ist. Das beste was Ihnen noch einfällt, ist den Preis hochzusetzen.

    Andere Hersteller haben diese Lücke offensichtlich erkannt und werden mal mutiger. Der Markt der Spiegellosen findet quasi ohne die großen 2 statt. Olympus und Panasonic haben es vorgemacht, Fuji und dann Sony werden immer bekannter. Sony hat mit der a7 in drei Variationen mal etwas gewagt und ein Statement gesetzt (statt eine für alles lieber drei Spezialisten für verschiedene Schwerpunkte)

    Und nun eine a9 bei der offensichtlich auf die Profis gehört wurde. Ethernet-Port (ich brauche den nicht, einige Profis werden aber vor Freude Saltos schlagen). 20 fps MIT Autofokus und Tracking(!) – wenn beides im echten Einsatz so sauber funktioniert wie bei den ersten Hands-On zu sehen, dann ist das der Hammer. Das Ding ist Fullframe und rasend schnell, dabei flüsterleise (der Sound wird simuliert damit der Fotograf weiß, dass überhaupt etwas passiert ist – ohne Blackout bekommst Du sonst gar nix mit :D)

    Ja, man braucht keine Fetten Click-Baits.
    Nein, man muss die Entwicklung nicht herunter spielen.

    Ich finde, man darf ruhig mal begeistert sein, wenn ein Hersteller auf seine Kunden hört und nicht nur klein-klein Entwicklung betreibt sondern wirkliche Weiter- und Neuentwicklung betreibt. Ich wünschte halt, es wäre nicht Sony 😉 Aber das ist mein persönliches Dilemma

  8. Das nennt man Marketing. Das muss wohl so…

    Andererseits bringt uns technischer Fortschritt eben auch oft weiter. Oder versuch mal, mit einer analogen Kamera oder ner Nikon D100 Bilder bei ISO3200 zu machen. Mit heutigen Kameras überhaupt kein Problem.

    Oder der Preisunterschied eines der ersten 22MP Digi-backs im Vergleich zur GFX. 7.000 gegen 45.000 EUR

    Fotografie war schon immer eine Mischung aus Kunst und Technik

    1. Da bin ich ja technisch zu 100% bei Dir und ich sagte ja auch das ich die Evolutionen der Kameras – insbesondere der genialen A9 – absolut klasse finde und auch ich werde mir die A9 zulegen, ganz sicher. Mir geht es aber um das Geschreie und gehype der (zumindest meistens selbst ernannten) Markenbotschafter und millitanten Fans, die gleich Worte wie Revolution und Game Changer verwenden. Das war zu letzt in der Fotografie die Einführung des AF und dann die Einführung der Digitalen Fotografie. Alles danach waren doch keine „Revolutionen“ sondern sehr wichtige und gute Schritte der Weiterentwicklung – also eher Evolution als Revolution.

      Da ich meinen Hauptlebensunterhalt mit Marketing verdiene schüttelt es mich da was da passiert….

  9. Tja meine EOS1DMKIIN macht heute noch mit meinen Linsen „Referenz“ Aufnahmen…ich sag immer der Mensch macht das Bild,die Linse realisiert das Bild das im Geiste schon exsixtiert und das Body hilft nur!!!

  10. Sehr schön geschrieben!
    Dem kann ich nur voll zustimmen.
    Meine bestverkauften Bilder sind immer noch die, die mit einer alten Olympus entstanden sind und das ist gut so.
    Manchmal erinnern mich diese privaten Pixelfreaks, und die sind der Massenmarkt (!), an Modelleisenbahner.
    M.

  11. Du hast eine interessante Diskussion angeregt – Dafür volle Punktzahl 🙂 Des weiteren sprechen wir über Sprache und wie sie eingesetzt wird. Lass‘ mich Deinen Titel kurz übersetzen „Du magst die Art und Weise der Neuankündigungen nicht“ – denn ich bin kein Freund von dauerhaften Anglizismen 😉 Wir leben in einerZeit, in der die Werbung und das Marketing reisserisch formuliert. Ob uns das gefällt oder nicht ist am Ende des Tages irrelevant, da die einzige Alternative das „Nicht mehr lesen“ von allen Webseiten, Nachrichten, Artikeln wäre. Warum nicht einfach den entsprechenden Filter gedanklich nutzen und die _information_ extrahieren ? Und gut ist ….
    Wenn eine Mittelformat Kamera 7000€ kostet zu einer Zeit, zu der _alle_ Alternativprodukte „x mal 7000€“ kosten, dann ändert das das Spiel für viele (potentiellen) Anwender definitiv, denn die Anschaffung einer solchen Kamera kommt erstmals „ins Spiel“ bzw. in den Bereich des Möglichen. Wenn eine Kamera plötzlich Möglichkeiten des Fotografierens ermöglicht, die vorher nicht möglich waren, ebenso …. etc. Revolutionär wäre vielleicht in der Tat nur die nächste FaceBook vertriebene Kamera, die die Aufnahmen sofort automatisch selektiert und mir direkt ins Gehirn transplantiert (Korrektur, das wäre erschreckend). Wir können die Liste der Beispiele unendlich lange fortsetzen. Im Endeffekt wissen wir alle, dass BIO nicht bei Oma auf dem Land im Garten gewachsen ist, haben aber die Möglichkeit uns beim nächsten Einkauf im Supermarkt zu überlegen, OB wir das Produkt aufgrund der zertifizierten Behandlung im Gegensatz zur unbekannten Behandlung zum ausgeschriebenen Aufpreis kaufen wollen. Ich kaufe ganz entspannt ein und reise ebenso durch das Inter-Netz 🙂

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.