Ich durfte die Sony A99 testen

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Sony A99 im Test

Kurz nach der Photokina, also vorletzte Woche (*zwinker*), bekam ich von der Marketingagentur von Sony ein sehr nettes Mail, aus dem hervorging, dass nun die zur Photokina während der offiziellen Bloggertour „versprochene“ Testkamera für Blogger jetzt für mich für zwei Wochen zur Verfügung steht. Eigentlich hatte ich mit meinen Sony Tests schon abgeschlossen und bereits darüber HIER berichtet, aber ich dachte mir bei dem verlockenden Angebot „Testen schadet ja nicht….“. Also sagte ich schnell zu und schon zwei Tage später übergab mir der Paketboote das Paket, bestehend aus der A99 und einem Carl Zeiss Vario Sonnar 24-70 2.8.

Da ich momentan mit meinem Job und etlichen Fotojobs nebenher ziemlich ausgelastet bin und in ein paar Tagen für 9 Tage mit meinem Vater auf eine Norwegen Tour aufbreche, kam mir der Gedanke die A99 in aller Ruhe in Norwegen zu testen. Da aber die Testameras nicht versichert sind und ich ja dennoch ein paar andere Fotosachen mitnehme auf die „Papa-Sohn auf Langer-Tour“, habe ich beschlossen die Kamera doch hier zu Hause in Deutschland zu testen und mein Reisegepäck damit nicht noch mehr zu beschweren. Da meine Tochter schon sehr sehr lange mit mir in den Zoo nach Hannover wollte, erfüllte ich Ihr vergangenen Sonntag diesen Wunsch und kombinierte das mit meinem persönlichen Ziel die Sony mal richtig zu „befummeln“ und in Ruhe zu testen.

Schade das genau an diesem sonnigen Sonntag auch andere gefühlte „47 Millionen“ Menschen auf die selbe Idee gekommen sind und sich unserem Kameratesten quasi angeschlossen haben.

Also gut, nun zur Kamera:
Ich habe die Sony A99 in die Hand genommen und hatte gleich wieder dieses Gefühl – Sitzt Perfekt!

Mein Eindruck von der Sony A77 blieb sofort wieder bestehen bei der A99, denn das Drehdisplay und der Elektronische Sucher (kurz EVF – Electronic View Finder) sind ganz einfach und unumstößlich als sehr gut zu bezeichnen. Bei meinen Tests hat zwar der Sucher hat ein paar mal schwarz geschaltet, aber das habe ich gedanklich auf die Augenerkennung in Verbindung mit mir als Brillenträger und dem starken Sonnenlicht zugeschrieben. War nicht schön, aber auch nicht tragisch.

Das Dreh- und Schwenkdisplay ist auch insofern sehr gut – auch für Selbstportraits – da man es nach oben und nach vorne schwenken und drehen kann, wie das nachfolgende Bild zeigt (dieses ist nicht mit der Sony über den Spiegel gemacht sondern mit der A99 in meiner Hand!).

DSC00081

Die Anzeigegeschwindigkeit des Displays, und ebenso des Suchers ist nahezu verzugsfrei und sehr schnell für einen elektronischen Sucher.

Kommen wir nun zu meinem bisherigen größten Kritikpunkt an den Sony Alphas, dem Autofokus. Dazu kurz in Stichworten:

  1. AF ist extrem schnell
  2. AF ist sehr zuverlässig gewesen, 190 Bilder gemacht, 190 Bilder perfekt sitzender AF
  3. AF Felder viel zu mittig – leider für mich absolutes K.O. Kriterium

Sony A99 AF - Felder

Ich würde gerne verstehen warum um Himmels willen Sony die zur Verfügung stehenden AF Felder so weit zusammen in die Mitte des Suchers „gepfercht“ hat. Für mich als People-Fotografen ist das eine absolute Katastrophe, denn ich brauche an meinen Nikons nahezu nur ie äußeren AF Felder. Leider sind bei Sony die „äußeren AF Felder“ so mittig das man eigentlich nicht wirklich von „äußeren“AF Feldern sprechen kann. Zu diesem Thema gibt es unendlich viele Blogger und User die darüber den Kopf schütteln und das nicht verstehen können und wollen. Die AF „Unzuverlässigkeiten“ der A77 scheinen aber mit der A99, so mein Gefühl nach diesen 190 Bildern, komplett der Vergangenheit anzugehören. Der AF war sehr sehr schnell und saß bei meinen Tests immer genau auf den Punkt.

Eines der neuen Features die Sony mit der A99 eingeführt hat, ist der lautloser Drehknopf vorne unten links. Erst war dieser irgendwie befremdlich, aber sehr nützlich, besonders für Filmer da man nahezu keine Geräusche im Film wahrnimmt durch das verstellen verschiedener Einstellungen die man damit verstellen kann. Fazit: Neu und unkonventionell, aber sehr praktisch!

Drehknopf Lautlos an Sony A99

Kommen wir zu einem weiteren Thema, dem High ISO Rauschen. Meine Meinung, dass kann sich absolut sehen sehen lassen.

Hier mal eine kleine High-ISO-Reihe von 25.600 bis 3.200 herunter. Die Bilder sind nur verkleinert worden auf 1.000er Kantenlänge und die EXIFs eingedruckt in die Bilder.

Für die Pixelpeeper unter Euch habe ich die Bilder – komplett Out of the Cam (JPG) – in ein ZIP-File für Euch gelegt zum genauen ansehen. Das ZIP-File hat eine Dateigröße von ca. 88MB.

Apropos JPG Out of the Cam: Die Farben in den fertigen JPGs sind sehr satt und schön anzusehen. Diese kommen meines Erachtens sehr nahe an die für mich perfekten Fuji JPGs heran. Nachfolgend für Euch ein paar ausgewählte Bilder die wir im Zoo gemacht haben. Die Bilder sind komplett Out of the Cam, bis auf die Verkleinerung auf 1.000er Kantenlänge und die Einblendung der EXIF-Daten:

Ach ja, da wäre ja noch die Bildqualität. Diese ist nach meinem subjektiven Gefühl und meiner bescheidenen Meinung zumindest mit dem uns zur Verfügung stehenden Carl Zeiss 24-70 Objektiv, auf einem sehr hohen und sehr gutem Niveau. Sony hat hier einen sehr guten Job gemacht. Die Kamera muss sich nicht hinter seinen Wettbewerbern wie Nikon D600, Nikon D800 oder Canon 5D MKIII verstecken, wenn auch sie mit keiner der genannten Kameras wirklich gut und direkt vergleichbar ist.

Die Akkulaufzeit scheint gut zu sein. Der Akku war nach 190 Bildern und sehr viel Menüs schauen und testen und immer wieder Bilder kontrollieren immer noch deutlich über halb voll. Ich gehe also von ca. 500 Bildern aus die ein Akku unter normalen Verhältnissen schaffen dürfte.

Sony hat der A99 hat zwei SD Card Slots verpasst. Das ist gut da man so separieren kann, indem man die JPGs auf die eine und die RAWs auf die andere SD-Card speichern kann. Mann kann natürlich aber auch sichern und beides auf beide Karten schreiben lassen. Diese Funktionen kennen wir von der Nikon D3/D3s und D800. Interessant zu sehen, ist aber, dass selbst Sony in deren Flaggschiff, der A99, nicht auf die QXD Cards, die Nikon in seiner D4 verbaut hat, setzt.

Der Funktionsumfang der A99 mit all seinen unendlichen Menüeinstellungen ist Sony typisch extrem hoch.

Die A99 hat sowohl externen Mikro, als auch Kopfhörer-Anschluß um den Videoton direkt kontrollieren und überwachen zu können, was sicher für die Filmer unter uns ganz besonders wichtig ist.

Nun, kommen wir zum Schluss und Fazit:

Auf die Frage, ob ich jetzt doch komplett zu Sony wechsel, muss ich mit Nein beantworten, aber wenn ich noch nicht so ein umfangreiches Set an Nikons hätte, käme die A99 aus dem Hause Sony auf jeden Fall in die engere Wahl. Sony hat mit der A99 den bei mir eher wenig guten Erinnerungsspeicher der A77 wieder gerade gerückt, wenn da die viel zu mittig angesetzten AF Felder nicht wären….

Nochmals möchte ich mich bei Sony bedanken für die Möglichkeit dieses faszinierende Stück Kameratechnik testen zu dürfen. Die A99 ist eine beachtenswerte Alternative zu den Canon und Nikons – das auf jeden Fall!

Wenn Ihr Fragen habt, nur zu. Ich freue mich über jeden Eurer Kommentare und versuche diese Fragen auch gerne zu beantworten, auch wenn die Sony in den nächsten Tagen zurück geht an die Agentur.

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

6 Kommentare

  1. Hm, man kann die AF-Felder noch mehr mittig plazieren als Nikon es macht? Ich finde es da schon grenzwertig und würde mir wünschen, man hätte die Felder etwas weiter auseinander gezogen. Wenn jetzt die Akkutechnologie noch einen kleinen Sprung macht und man mit einer SLT eine vierstellige Bilderzahl produzieren kann, dann bleibt wenig Argumentationsspielraum gegen eine SLT. Ja ich weiß, in Sachen Akku bin ich mit der D700 plus Batteriegriff durchaus verwöhnt. 😉

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