Hiegeguckt: Sony SEL FE 24-240 OSS – das sogenannte Suppenzoom für die Alphas

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Ich liebe Festbrennweiten! Das tue ich weil ich deren Lichtstärke, deren Freistellung und deren weiches Bokeh im Hintergrund für meine Arbeiten so schätze.

Was um Himmels willen will ich dann mit einem 24-240mm Objektiv? Eine berechtigte Frage! … auf die ich so eigentlich keine echte plausible Antwort habe. Meine liebe Frau fotografiert schon sehr lange an Ihrr Vollformat Nikon mit einem 28-300 VR und macht erstaunlich gute Aufnahmen damit und versteht mich mit meiner ständigen Objektivwechselei so gar nicht. Diese Tatsache lies mich doch mal das 24-240 für Urlaub und Reportage anschauen oder wie wir in Hessen hier sagen „hie-gucke“.

Meine liebe Tochter hat am Freitag Ihre Werke der Abschlussprüfung zur Floristin in einer Abendveranstaltung in der Frankfurter MyZeil mit Ihren Berufsschul- und Ausbildungskolleginnen ausgestellt. Eine gefundene Gelegenheit das Suppenzoom mal zu testen. Seht selbst:

Ja es ist ein „Suppenzoom“ (Super-Zoom) mit 10 facher Zoomleistung und es ist mit einer Lichtstärke von 3.5-6.3 nicht wirklich Lichtstark und man kommt schnell in die vierstelligen ISO Bereiche mit einer solchen Linse. Aber im Ernst unsere Kameras gehen heute mit ISO 6.400 so „smart“ um wie die Kameras vor 4 Jahren mit ISO 1.000. Wo ist da das Problem?

Ich würde das Objektiv mal mit Schulnoten in ein paar „Kategorien“ bewerten mit ein paar Stichworten dazu:

  • Haptik
    • Note: 2+
    • Anmerkung: Es ist keine Zeiss-Fesbrennweite, aber der Zoomring geht schön schwer. Es labbert nichts an diesem Objektiv und die beiden Ringe – Fokus und Zoom – lassen sich sehr gut anfassen und bedienen. Das gesamte Anfassgefühl ist hervoragend. Das Objektiv ist recht schwer, liegt aber dadurch in allen Zoombereichen sehr gut und solide in der Hand.
  • Autofokus
    • Note: 2-
    • Anmerkung: Der AF der A7 Serie ist ja nun mal von Haus aus keine Rakete, aber dieses Objektiv ist deutlich schneller als ich es erwartet hatte. Es ist nicht so schnell wie das SEL FE 70-200 4.0 G aber kann zum Beispiel mit dem 35 1.4 Sony Zeiss mithalten. Etwas schneller (das wäre dann eine 2+ geworden) ist es an der A6000. Ich bin sehr gespannt wie es an der A7R II sein wird. Aber für diesen Test muss ich noch ein paar Tage warten….
  • Verzeichnung
    • Note: 3-4
    • Anmerkung: Die ist im RAW Format deutlich sichtbar. Es verzeichnet schon ordentlich tonnenförmig, gerade im Weitwinkel. Im JPG korriiert des die Kamera bereits intern, so das es nicht schwerwiegend auffällt. Im RAW-Format ist es ein klick in den Objektivkorrekturen und man erzielt sauber korrigierte Ergebnisse.
  • Vignettierung
    • Note: 2
    • Anmerkung: Eine Vignettierung ist bei ganz genauem Hinsehen sichtbar aber keinesfalls störend oder so massiv das man direkt darauf blickt. Auch diese wird aber Kamera-Intern im JPG korrigiert und ebenso im RAW-Format mit der Objektivkorrektur ausgebügelt.
  • Preis
    • Note: 3
    • Anmerkung: Mit knapp unter 1.000,– Euro kein „Schnapper“. Wenn man es allerdings mit den guten Super-Zoomer von Nikon oder Canon vergleicht liegt es wieder im normalen Rahmen und muss sich von der Haptik und der optischen Leistung keinesfalls verstecken – im Gegenteil!
  • Bokeh
    • Note: 2
    • Anmerkung: Kurz – ich war äußerst postitiv überrascht! Ich hätte keineswegs so ein weiches Bokeh erwartet bei einer solchen Lichtstärke und einem solchen Brennweitenbereich.
  • Schärfe
    • Note: 3
    • Anmerkung: Die Schärfe ist keinesfalls auf dem Niveau einer Festbrennweite – und von denen bin ich ja echt verwöhnt – aber es ist dennoch besser als ich es erwartet hätte. Da ich meine Bilder alle in Lighroom beim Exportieren eh nachschärfe ist die etwas geringere „Knackschärfe“ im finalen JPG das an den Kunden geht oder im Web landet wirklich in der Bewertung zu vernachlässigen. Die Schärfe ist wirklich befriedigend und brauchbar!

Ein paar weitere Bilder – außerhalb der obigen Floristen-Veranstaltung – habe ich noch mit dem Sony 24-240 gemacht, die ich auch noch zeigen möchte.

Mein „Suppenzooms-taugen-nix-Vorurteil“ muss ich ein klein wenig zurückrudern.

  • Ja es ist lichtschwach…
  • Ja die Schärfe ist nicht auf dem Niveau einer Festbrennweite…
  • Ja es verzeichnet…
  • Ja es hat einen Mega-Brennweitenbereich…

Aber im Endergebnis nach einer leichten Nachschärfung und einer 1-Klick-Verzeichnungskorrektur sind die Bilder daraus mehr als brauchbar und der Vorteil bei einer Reportage von 24 bis deutlich über 200mm zoomen zu können ohne die Objektive wechseln zu müssen ist nicht von der Hand zu weisen.

Ersetzt eine solche Linsen die ganzen anderen Objektive? 

Meine Meinung: Ja, wenn ich es nur für private Bilder und Urlaubsfotos benutzen möchte. Nein, wenn ich damit Geld verdienen will und die Schärfe und Lichtstärke von Festbrennweiten gewohnt bin. Als Ergänzung zu einer Ausrüstung ist es allerdings mehr als nur ein Backup.

Fazit: Ich behalte es!

Habt Ihr noch Fragen oder eigene Erfahrungen mit dem Sony SEL 24-240? Dann freue ich mich sehr auf Eure Kommentare!

Schöne Grüße  – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

p.s.: Wie immer vielen lieben Dank an ISARFOTO für die extrem schnelle Lieferung – ich kaufe echt gerne bei Klaus Bothe und seinem Team! Jahrelange Händlertreue lohnt sich – im Service und auch im Preis!

4 Kommentare

  1. Hallo,
    da ich mich nicht zwischen Nikon D750 und Sony A7 ? entscheiden kann bin ich zum einen an ihrer Einschätzung bezüglich der Kameras und dem Vergleich der beiden Objektiven (28-300 bzw. 24-240) interessiert. Wie sind die Erfahrungen im Alltag?

    Vielen Dank

    1. Hi Du, das 28-300 VR ist bei uns an der D700 und D800 schneller als das 24-240 an der Sony A7R und A7R II. Das Bokeh des 28-300 VR kommt mir auch weicher und angenehmer vor. Das 24-240 ist ein Kompromiss – ein guter – aber ein Kompromiss. Das 28-300 VR ist ein echtes Arbeitstier und wird seit Jahren von meiner Frau bei Hochzeiten und Familienfoto-Terminen eingesetzt mit sehr gutem Erfolg.

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