ENTSCHLEUNIGUNG (115)

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Was hat um Himmels willen ein farbverfälschtes Handybild von einer digitalen Knipse mit dem Titel „Entschleunigung“ zu tun Herr Langer?

Nun, das will ich Euch kurz erklären. Ich bin in den letzten drei/vier Wochen, seit ich die kleine Leica X1 habe von sehr vielen Facebook Buddys, Twitter Followern und echten Freunden aus dem realen Leben (JA, auch so was habe ich noch… *Luxusalarm*) sehr oft gefragt worden:

„Wie ist denn die Leica X1 so und haste den Wechsel von der PEN, die Du ja monatelang über alles gelobt und geliebt hast, nicht schnell bereut ?

Die Antwort ist eindeutig NEIN!

Warum nicht?

Die X1 kann dich nix außer Fotos machen!
Die X1 hat kein Zoom?!
Die X1 hat nur eine Brennweite!
Die X1 kann keine Wechselobjektive!
Die X1 kann keine Videos drehen!
Die X1 hat keine Motivprogramme!
Die X1 ist grottenlangsam!

GENAU – und genau das ist es was Sie so liebenswert macht für mich ganz persönlich! In Zeiten von 40-50h pro Woche Marketing in der IT Branche und Wochenenden auf Hochzeiten mit runden 18 Kilo Fotoausrüstung und 4 Nikon Bodys mit etlichen Objektiven und Blitzen und so weiter ist die X1 für mich das leichteste und tragbarste Entschleunigungstool das ich je hatte. Wenn ich diesen „kleinen Schatz“ (so nenne ich das Teil wirklich…) in die Hand nehme oder damit für ein paar Minuten das Haus verlasse um ein pasr Fotos zu machen (mehr kann der kleine Schatz ja nicht) dann bin ich entspannt und ruhig wie sonst kaum. Die Festbrennweite zwingt einen sich sehr viel mehr Gedanken zu mahen über das Bildergebniss und dessen Wirkung und es bewegt einen auch mehr. Nicht umsonst nennen viele Festbrennweiten auch „Turnschuhzooms“.

In Sache Bedienung ist die Einstellung der Verschlusszeit und der Blende über die beiden Drehräder auf der Oberseite so klassisch (andere würden „altmodisch“ schreiben…) gelöst, das man sich bei jedem Bild über diese Faktoren Gedanken macht und das beeinflusst m.E. die überlegte Bilderstellung extrem positiv.

Die Bildqualität die dieser kleine Schatz abliefert ist für die Größe und Kompaktheit dieser Kamera geradezu grandios. Auch bei sehr sehr wenig Licht ist das Rauschen so gering spürbar wie sehr guten DSLR Kameras. Die Schärfe ist beeindruckend. Ich habe gerade 28 Prints (früher hätte man Ausdrucke geschrieben) in A3+ in Schwarz-Weiss auf meinem Fototisch liegen und bin fasziniert von der Detailwiedergabe dieses kleinen Schatzes.

„Stört die Langsamkeit nicht bei der Nutzung?“

Nein, mich nicht, bei dem wofür ich diese Kamera einsetze. Zum Entspannen und begleiten von Spaziergängen, Urlauben und Ausflügen.Wer damit Sportaufnahmen, rennende Kinder und springende Hunde aufnehmen möchte sollte sich gedanklich mit deutlichem Ausschuss bei seinen Bildern einstellen. Sie ist wirklich langsam, aber das was Sie macht macht sich extrem gut und hochwertig! Der Autofokus ist langsam, aber er sitzt wirklich immer dort wo man Ihn haben möchte.

„Muss es denn unbedingt so ne Teure Kamera sein?

Eindeutig – Nö! Aber mir macht sie tierisch Spaß und zu mir passt dieser kleine Schatz!

In diesem Sinne – ich hoffe es hilft Euch bei der Frage ob die X1 einbrauchbares Werkzeug ist?! Für mich ist es dann und müsste eigentlich auf Krankenschein verschrieben werden :-).

Euer Jörg

3 Kommentare

  1. Ach nochwas… Mit APS-Sensor und voller manueller Kontrolle lässt sich die X1 doch auch bei Hyperfokaldistanz und ohne AF nutzen, oder? Und weg ist das Problem der Langsamkeit!

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