ENDLICH LIGHTROOM AUF EINEM VOLLWERTIGEN TABLET PC! WIRKLICH VOLLWERTIG?

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„Lightroom auf einem Tablet PC? Das geht???“

JA!

„Jörg, Du nutzt Lightroom auf deinem iPad?“

Nein, natürlich nicht! Wer mich aus aus den Social Medias und von meinen Blogs her kennt, weiß, das ich einen nicht unerheblichen Teil meines Lebensunterhaltes mit dem Marketingjob bei Fujitsu in Deutschland verdiene. Dennoch bin ich auch den Betriebssystemen OS X und iOS von Apple nicht abgeneigt und nutze beide Welten Windows und OS/OS X täglich sehr intensiv (und in friedlicher Ko-Existenz). So bin ich mit dem zweiten Standbein, der sehr intensiven People- und Hochzeitsfotografie auf OSX unterwegs und bearbeite meine bzw. die Bilder der Kunden auf Lightroom und Adobe Photoshop CS5 auf einem OSX System. Ich gehöre also nicht zu den „Militanten-Apple-Jüngern“ und ebenso wenig zu den „Windows-Freaks“ die alles aus dem Hause Apple konsequent boykottieren. Ich mag beide Welten und beide haben meines Erachtens Ihren Charme und Ihre eindeutigen Vorteile.

Seit ein paar Tagen darf ich einen Tablet PC im Format des iPads nutzen, auf dem allerdings ein vollwertiges Windows 7 läuft.

„Braucht man das? Windows 7 auf einem Tablet?“

iPad vs. Windows Tablet:

Da ich sehr intensiver iPad Nutzer seit mehr als einem Jahr bin, beantworte ich die Frage ob man das wirklich braucht mit einem eindeutigen vielleicht! Wenn ich unterwegs meine RAW Daten mal sichten und ggf. für Mail/Facebook, what ever schnell entwickeln möchte, dann vermisste ich bisweilen mein geliebtes Lightroom schon arg. Ja, man kann auch mit den Apps auf iOS auf dem iPad seine Bilder sichten und zum Teil bearbeiten. Bei den RAWs hört da leider der Spaß sehr sehr schnell auf. So bin ich als iPad Nutzer sehr oft an die Grenzen gestoßen. Das iPad wurde somit für mich zum großen iPhone und Multimedia Player und zum „Surfbrett“ auf der Couch und dem Bett.

Anschlüsse:

„Ist das jetzt und hier gezeigte Tablet PC – der STYLISTIC Q550 aus dem Hause Fujitsu – mit seinem Windows 7 wirklich ein vollwertiger Tablet PC?“

Nun, es ist im Prinzip ein smartes Notebook ohne Tastatur. Das Gerät hat einen SD Card Slot, hat einen echten USB Port,  hat einen echten HDMI Ausgang, einen Docking Port und einen Audio Ausgang, einen seperaten Stromanschluss und ein eingebautes Mikrofon. Damit hat es in Sachen Nutzbarkeit und Anschlüsse mal die Nase ganz weit vorne…

Security:

An Security Features hat das Gerät einen Smart Card Reader und einen sehr nützlichen Fingerprint Sensor. Die Anmeldung an das System erfolgt damit über einen der gespeicherten Finger. Das funktioniert sehr smart und ebenso schön schnell.

Performance:

Das System  hat einen Intel Atom Prozessor mit 1,50 GHz und max. 2 GB Speicher. Das Windows 7 ist in der Professional Version aufgespielt auf die 62GB SSD und das System zeigt einen Windows-Leistungsindex von 2.0 an. Das System ist keine Performance-Rakete. Da muss ich den Presseberichten leider vollumfänglich zustimmen, aber ich muss den Presseleuten eindeutig wiedersprechen wenn sie schreiben das das System nicht nutzbar ist wegen zu geringer Performance. Ich habe es mit Lightroom 3, mit Breeze Browser und ebenso mit Word 2007 und Excel 2007 getestet und konnte alle meine Daten bearbeiten und das relativ flüssig. Das nutzen von „echten“ Anwendungen ist schon was feines. So gehört auch ein echter FTP Client, ebenso wie das Brennen von Daten auf externes DVD Laufwerk oder einer kleinen USB Platte zu den wirklich schönen Vorteilen eines „echten“ Betriebssystems. Das das Surfen auf Websites mit Flash auf diesem Gerät kein Problem darstellt muss ich sicher nicht erwähnen. Da ich den IE persönlich nicht mag habe ich den Google Chrome installiert und dieser läuft sehr flüssig.

Display / Anzeige:

Das Display ist ein mattes, das auf den ersten Blick „soft“ wirkt weil wir eben mittlerweile uns an die kostrastreichen Glossy Displays gewöhnt haben. Das Display ist aber sehr gut und auch durch die Matte Oberfläche auch Outdoor sehr gut nutzbar. Die Auflösung liegt mit 1280×800 Pixeln auf einer sehr guten und brauchbaren Auflösung und liegt damit auch deutlich über den weit verbreiteten Sub-Notebooks die mit Ihrer 1024x600er Auflösung daher kommen. Das Display kann natürlich auch hochkannt genutzt werden, also in 800×1280 Pixeln. Die Drehung der Auflösung kann man über ein kleines vorinstalliertes Tool automatisieren durch drehen des Tablets oder auch via Buttondruck, der immer in 90 Grad das Display dreht auf den jeweiligen Knopfdruck, so das ich nach vier mal klicken wieder zurück bin mit der Bildschirmanzeige.

Eingabe:

Anders als beim bekannten iPad (ich hasse diesen Vergleich der beiden Geräte, da sie sooooo unterschiedlich sind…) kann die Eingabe nicht nur mit dem Finger via Touch erfolgen sondern auch noch zusätzlich mit dem Stift (der zum Lieferumfang gehört). Damit ist man, und das braucht man bei Windows 7 definitiv, wesentlich feiner in der „Punktierung“ der Klicks auf dem Display. Die Texteingabe funktioniert auch via Bildschirmtastatur gut und brauchbar, aber ncit so schnell und flüssig wie man das (mist, jetzt fange ich selbst mit dem Vergleich an…) vom iPad her kennt. Da hege ich viele Hoffnungen auf Windows 8, das gerade im Tablet und Mobile Bereich wesentliche Verbesserungen mitbringen wird, wir mir der Marketing Kollege von Microsoft so berichtete.

Connectivity – nach Hause telefonieren:

Das in diesem Gerät ein WLAN verbaut ist, ist sicher klar und das funzt auch sehr gut. Des weiteren ist in meinem Gerät, es gibt auch Varianten ohne, ein UMTS/3G Modul verbaut. Dazu kann man unter dem herausnehmbaren Akku seine SIM Karte (keine Mini-SIM) einstecken und mit der installierten Software „AirCard Watcher“ sich in das Mobilnetz einwählen. Das funktioniert gut und schnell und die PIN Nummerneingabe kann man auch bequem mit der Fingerprint Software kombinieren, so das man diese nicht via Touch oder Stift eingeben muss.

Durch die vier USB Ports an der Docking Unit kann man am Schreibtsich gut seine Tastatur und Maus und ein externes DVD oder Festplattenlaufwerk anschließen und das Gerät wirklich auch als „Desktop Replacement“ nutzen wenn man das möchte. Display, Schnittstellen und Docking machen das gut möglich!

Stromversorgung / Akku:

Die Akkulaufzeit ist soweit ich das in Erinnerung habe (habe bewusst kein Datenblatt beim Bloggen über das Gerät neben mir liegen…) mit fast 10h angegeben. Ich habe das Gerät erst wenige Tage in den Händen und kann deswegen noch keine zuverlässigen Angaben zur Akkulaufzeit geben, aber es ist nicht wie bei einem Windows üblichen Notebook bei drei oder vier Stunden Schluss mit dem Spaß, soviel kann ich schon sagen. Was ich sehr sehr gut und innovativ finde, ist das ich den Akku entfernen kann und gegen einen zweiten Akku wechseln kann, sofern man sich diesen als optionales Teil gekauft hat. Das Gerät kommt mit zwei Netzteilen und zwei Stromleitungen (die klassichen „Rassier Apparatekabel“). Die Netzteile sind mit den Maßen 8,5×3,8×2,8cm schön kompakt gehalten. Der Stecker am Gerät ist abgewinkelt und damit auch im eingesteckten Zustand nicht störend im Betrieb.

Lieferumfang:

WOW! Das war mein erster Eindruck…. Ich hatte gesehen das es eine Tasche optional gibt und das ich auch eine Docking Station optional kaufen kann. Gedacht habe ich (als iPad Käufer gewohnt…) das das Gerät quasi Nackt kommt mit nur einem Netzteil und dem Stift. Stattdessen hat mich nach dem öffnen der Verpackung folgender Lieferumfang angelacht:

  • Q550 – Das Gerät selbst
  • Stift mit Batterie und Schnur zum anbinden
  • Folio Case – so nennt sich die Tasche zum Aufklappen und Aufstellen und dort kann man auch seine Visitenkarten und den Stift einstecken
  • Zwei Netzteile und zwei Netzleitungen
  • Eine Docking Unit zum Aufstellen des Gerätes im Quer-Format
    (und nicht wie mich schon immer nervend beim iPad in Hochkannt) und diese ist noch zudem sehr stabil und gut nutzbar und man wirft das Tablet nicht nach ninten um wenn man mit dem Finger oder Stift seine Eingaben macht. Die Docking verfügt neben dem Stromanschluss noch über vier USB Ports.

Also ganz ehrlich, da fehlt nix!

Gewicht / Feeling / Haptik:

Das Teil ist nicht leicht, fasst sich aber sehr gut an und liegt auch sehr gut in der Hand, auch bei langer Nutzung! (lustiges Wortspiel…) Die Tasche ist hochwertig verarbeitet und das Gerät liegt sehr gut geschützt darin. Die Docking ist Ultrastabil und mit vier USB Ports Super ausgestattet.

Jörgs Wünsche an die nächste Generation:

Ups, er arbeitet für diesen Hersteller und das auch noch im Marketing und will jetzt auf „fehlendes“ eingehen und das Gerät „schlecht machen?“.

Ähmmm…. also,  ich will und werde das Teil nicht schlecht machen aber dennoch hat auch ein Marketer eine private und eigene Meinung und diese möchte ich gerne hier in meinem privaten Blog äußern. Dem Gerät fehlt meines Erachtens dringend ein Fach für den Stift. Das man diesen nicht im Gerät unterbringen kann ist nicht ganz optimal gelöst, wenn gleich auch man diesen mit Schnur am Gerät befestigen kann. Das von der 62GB SSD (Festplatte) nur netto 44GB zur Verfügung stehen weil die Recovery Partition satte 12 GB schluckt und das Windows 7 auch noch mal fast 20GB braucht ist nicht ganz so schön, und dadurch fehlt es etwas an Platz auf der Festplatte/SSD. Mal sehen ob ich die Recovery Partition irgendwie auslagern kann. Dazu muss ich mal etwas Zeit in „Tests“ investieren, die mir momentan leider überall fehlt (die Zeit!). Dann wäre es noch traumhaft wenn man das Gerät auf 4GB erweitern könnte im Arbeitsspeicher, denn 2 GB sind zwar OK, aber doch etwas „smart“ für ein Windows / Pro mit einigen Anwendungen darauf. Wenn ich ein ganz persönliches „Wünschmirwas“ machen dürfte, wäre ein CF Card Slot für die „dicken Speicherkarten“ aus der Nikon D3s natürlich fein, aber damit stehe ich, was den Weltmarkt betrachtet betrifft, bestimmt ziemlich alleine dar….

Ansonsten wünsche ich mir nichts und erhoffe mir von Windows 8 deutliche Bedienungsvorteile des Betriebssystems via Touch und Finger.

Fazit:

Der STYLISTIC Q550 ist wirklich keine Rakete in der Benutzung aber seine Schnittstellen und der volle Zugriff auf „echte“ Anwendungen wie Lightroom, Breeze Broser, Word und Excel machen das Teil zum echten Multifunktionsarbeitsgerät! Ich freue mich sehr darauf, dass Gerät im Alltag zu nutzen und werde weiterhin berichten! Um den Anfragen vorzubeugen: NEIN, ich verkaufe mein iPad nicht! Das bleibt brav am Bett oder der Couch liegen!

11 Kommentare

  1. Ich finde diese Tablet-PCs, iPads usw. für unterwegs nicht schlecht. Besser, als so ein kleines Subnotebook (oder wie man die heute nennt).
    Das iPad mag ich nicht, weil zu viele Anschlüsse fehlen, aber das von Dir vorgestellte Gerät kommt meinen Wünschen offensichtlich schon sehr nahe.

    Gibt es schon einen Preis?

  2. Die eingebaute SSD ist cool: wenn bei 62GB Gesamtgröße abzüglich 12GB Recovery abzüglich 20GB für Windows noch 44GB überbleiben, grenzt das ja schon an Magie.

    Oder hat die eingebaute Datenkompression?

    1. HI Sam,

      ich habe das System neu aufgesetzt und die Recovery Partition mit den 2GB dabei geopfert um mehr Platz zu haben und so ergibt sich nach Installation von Lightroom, Office 2007 und allem was ich an Progis unterwegs brauche folgendes Bild:

      Stytlistic Q550 Festplattenplatz

      Beantwortet das Deine Frage?

      LG in den Norden aus dem kalten Taunus

      Jörg

  3. Ist ja leider doch deutlich weniger frei als 44GB – ich grübel ja grad ob ich meinem kleinen Notebook doch mal eine größere SSD gönne (leider hat es keinen Platz, um eine zweite Platte einzubauen. Da ist nichtmal ein optisches Laufwerk drin, dass ich rauswerfen könnte).
    Plaaaatz!

  4. Ich würde es halt mit meinem Notebook vergleichen, weil ich das kenn (und das mit 1,3Kg grad mal doppelt so schwer ist) und es das auch in etwa ersetzen müsste.
    Ich hab noch nicht so recht eine Idee wofür ich sonst ein Tablet bräuchte, wenn nicht für das, wofür ich aktuell mein Notebook nutze: tethered LR unterwegs.

  5. Hm. Wofür benutzt du deine Tablets (Tabletten?) eigentlich? Surfen und lesen?
    Ich weiß ja immer noch nicht so recht, wofür ich das benutzen würde. Also nach der ersten ausprobier-Phase…

    1. Nun die Tabletten sind ja sowas wie Medizin, aber in diesem Falle bei beiden eine gut“schmeckende“ 🙂

      Ich nutze mein iPad unterwegs zum Bilder zeigen, Surfen und Mailen und vor allem zum Lesen meiner geliebten RSS Feeds.

      Das Stylistic Q550 für Bildersicherungen unterwegs und das kurze Sichten von RAWs wenn ich kein Notebook mitnehme. Eigentlich könnte das Q550 alles, auch das vom iPad. Beide machen auf keinen Fall wirklich einen Sinn. Eins reicht alle mal.

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