Eine richtig alte Liebe – die Polaroid SX-70

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Schatz ich weiß gar nicht was ich Dir schenken soll….

… war die Frage der Fragen im Dezember, die meine Frau mir stellte. Die Antwort auf diese Frage könnt Ihr in diesem Beitrag auf diesen Bildern sehen. Ich bekam von meiner Frau den Klapp-Spaten der Kameraindustrie der frühen siebziger Jahre geschenkt. Eine Sofortbildkamera die 1972 bis 1974 etwa 700.000 verkauft wurde, die Polaroid SX-70 Land Camera.

Laut Firmengründer Land solle man sie „wie eine Geldbörse aus der Tasche ziehen“ können, um sofort ein Bild zu erhalten.[2] Sie wirft ein geschossenes Foto automatisch aus, in welchem das zugehörige Negativ und die Entwicklersubstanz integriert und versiegelt sind. Der Integralfilm war geboren. Auf einer Polaroid-Hauptversammlung im April 1972 stellte Land die neuartige Kamera vor. Auf der Bühne zog er eine zusammengeklappte SX-70 aus seiner Anzugtasche, entfaltete sie und schoss in nur 10 Sekunden eine Serie von fünf Fotos.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Polaroid_SX-70

Alle SX-70-Kameras haben ein faltbares Kunststoffgehäuse. Ihr Objektiv verfügt über eine Brennweite von 116 mm, eine maximale Blendenöffnung von f/8, besteht aus vier Glaslinsen und kann auf Motive fokussiert werden, die lediglich 26,4 cm entfernt sind. Eine Automatik sorgt mittels einer neben dem Objektiv angebrachten Fotodiode für die korrekte Belichtungszeit zwischen 1/175 und mehr als 10 Sekunden.

Das Spiegelreflexprinzip erfordert einen komplexen Strahlengang, damit ein aufrechtes Bild im Sucher der SX-70 erscheint und bei Auslösung auf den Film projiziert wird. Polaroid erreichte dies durch eine ungewöhnliche Anordnung von drei Spiegeln (davon ein Fresnelelement) in untypischer, asphärischer Form.[4]

Die Einstellung des Fokus kann bei allen Modellen über ein Drehrad neben dem Objektiv erfolgen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Polaroid_SX-70

Gestern kam dieses Geschenk das erste mal zum Einsatz als wir bei minus 8 Grad im Schnee mit einer Braut umherstapften und ich das gute alte Stück in der Jackentasche hatte.

Als die ich Kamera Ende Dezember von meiner lieben Frau bekam musste ich erst mal googeln wie ich da eigentlich den Film einlege. Bevor ich das tat untersuchte ich die flache alte Flunder an Kamera und suchte nach einem versteckten Batteriefach, aber ich fand keines. Auch hier half mir der oben schon zitierte Wikipedia Eintrag dann schlussendlich.

Weiteres Merkmal der SX-70-Kassetten (und nachfolgender Polaroid-Integralfilme) war die eingebaute Batterie Polapulse zur Spannungsversorgung der Kamera mit 6 V. Es wurden Zinkchlorid-Zellen eingesetzt, um die Leistungsspitzen des Kameramotors bewältigen zu können.[6]

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Polaroid_SX-70

Nachdem die Stromversorgung also geklärt war und ich dank Amazon einen Film bekommen hatte, konnte es gestern also losgehen. Ich war sehr gespannt.

Die Fokussierung über ein Drehrad neben dem Objektiv kann durch „Eingabe“ der Motiventfernung“ recht gut erfolgen, sofern man sich nicht verschätzt. Von 6 Aufnahmen habe ich fünf recht gut fokussiert. Die Belichtungskorrektur ist durch das zweite Rad neben den Objektiv, auf der anderen Seite, sehr gut beeinflussbar.

Die fertigen Bilder, bzw. die frisch geschossenen Bilder schießen nach dem Auslösen regelrecht vorne aus dem Schlitz raus. Nach etwa 5-10 Minuten – je nach Temperatur – ist das Bild dann fertig entwickelt. Diese Minuten sind immer wieder spannend. Was die Bilder gar nicht mögen, sind Knicke während der Entwicklung. Die Bilder also einfach in die Hosentasche stecken kann dazu führen das diese nicht gleichmäßig entwickelt werden und man die „Knickstellen“ im Bild als „Artefakte“ später sieht. Zwei Kartons die die Größe der Bilder haben in der Jackentasche mit einem Gummi zusammengehalten schützen Eure Aufnahmen da sehr effektiv.

Der aufklappbare Sucher der SX-70 erlaubt eine recht genaue Bestimmung des Bildausschnittes, was man bei den kleinen neuen Retro-Kameras, wie den Instax Mini oder Leica Sofort nicht wirklich behaupten kann.

Die Polaroid SX-70 gibt es in etlichen verschiedenen Versionen, wie Ihr dem Wikipedia Eintrag entnehmen könnt. Meine scheint eine der ersten „Original-Serie“ zu sein die zwischen 1972 und 1974 verkauft wurden. Das Baby ist also sanfte 43 bis 45 Jahre jung und funktioniert noch wie am ersten Tag. Was leider nicht mehr wie am ersten Tag ist, sind die Filmpreise denn statt der damals normalen 6,90 US $ für einen Polaroid-Film mit 10 Bildern zahlt man heute heftige 19-22 Euro für einen Film von der Firma Impossible der noch dazu nur 8 Bilder liefert. Schön das man diese Filme noch ganz stressfrei in Schwarz-Weiß und ebenso in der Color-Version kaufen kann, aber der Preis von knappen 2,50 Euro für ein kleines nicht endlos scharfes roh anmutendes Bild ist schon knackig. Aber wie soll man „Leidenschaft“ denn wirtschaftlich erklären….

Ich habe heute nach dem ersten Einsatz gestern drei neue schwarz-weiß-Filme bestellt (für über 50 Euro – AUA!) und freue mich auf die nächsten 24 Aufnahmen mit dem alten Schatz – der Lady unter meinen Kameras. Die Plastikversion der klappbaren Polaroids, die Polaroid Spectra 1200 habe ich bereits seit etwa 10 Jahren im gelegentlichen Einsatz, aber die SX-70 ist portabler und irgendwie „schicker“.

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer 

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