Eindrücke: Sony SEL FE 90 2.8 Makro G OSS

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Klein – leicht – handlich – diese drei Begriffe passen leider absolut nicht zum neuen 90er aus dem Hause Sony. Das 90er FE ist ein Makro Objektiv von Sony für die Alpha Systemkamerawelt. Ich selbst bin außer ein paar Eheringfotos gar kein Makrofotograf – war trotzdem unglaublich „heiß“ auf dieses nun endlich lieferbare Objektiv. Bisher war ich an meinen beiden Alphas ein extrem großer Freund der Sony Zeiss Linsen und hate bis auf das SEL FE 70-200 4.0 G OSS auch nur Gläser mit dem blauen Zeiss Logo. Dieses neue 90er Makro ist aber nun eins ohne dieses „Qualitäts-Siegel“ mit dem Namen Zeiss. Ich war gespannt.

Die Brennweite mit 90mm ist am Vollformat DIE Brennweite für Portraits schlechthin. Zeiss selbst hat zwar auch in der neuen Serie BATIS ein 85mm 1.8 angekündigt aber ich habe mich dennoch für das 90er entschieden da ich somit nicht nur Portraits, sondern eben auch Nahaufnahmen/Makros machen kann. Ihr wisst schon, die beiden Fliegen und die eine Klatsche.

Nachfolgend habe ich ein paar Aufnahmen die in den letzten Tagen damit entstanden sind. Durch meine OP in der letzten Woche bin ich noch ziemlich eingeschränkt „unterwegs“ aber ein paar Bilder sind es doch geworden die ich Euch zeigen kann.

Auf diesem Objektiv könnte sehr gut und gerne ein Zeiss Logo drauf pappen. Es ist mit Abstand das schärfste Objektiv welches ich jemals an einer Kamera hatte und das ist keine Übertreibung. Die 100% Ansichten sind der Hammer!

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Ich war hinsichtlich der Autofokus-Geschwindigkeit sehr skeptisch. Ein Makro-Objektiv hat Bauartbedingt einen wesentlich längeren Fokusweg zu bewegen als eine normale Festbrennweite. Dennoch ist der AF an der Sony A7S und A7R flott genug und macht einen sehr zuverlässigen Dienst. Ich habe gestern Abend bei über 200 Aufnahmen nicht eine einzige Fehlfokussierte Aufnahme dabei gehabt. Man kann den Fokusweg über den Wahlschalter an der Seite in drei Varianten begrenzen:

  • Unendlich bis Naheinstellgrenze (28cm)
  • Unendlich bis 0,5m
  • 0,5m bis Naheinstellgrenze (28cm)

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Die zweite Taste an der Seite ist eine „Fokus-Stop-Taste“ mit der man den AF quasi einfrieren kann und der so lange „gespeichert“ bleibt bis man die Taste wieder los lässt. Diese Funktion ist wie der automatisch abblendbare Innenspiegel im Auto. Wenn man es nie genutzt hat denkt man, dass sei völliger Unsinn und wenn man es einmal gewohnt ist, wird man es immer vermissen, wenn es nicht mehr da ist. Die Funktion ist mir sehr schnell sehr nah ans Herz gewachsen.

Manuelle Fokus macht mit dem Makro auch sehr viel Spaß. Zur Umschaltung zwischen AF und MF muss man nicht mehr in die Kameramenüs hinein grabbeln sondern zeiht einfach den Fokusring zu sich heran und schon schaltet die Kamera auf den manuellen Fokus-Assistenten im Sucher um und man man fokussiert sehr einfach dank Fokus-Peaking manuell dort hin wo man den Schärfepunkt haben möchte.

Mirrorlessons.com hat einen guten Vergleich zwischen dem neuen 90er Sony Makro, dem 85er Zeiss Batis und dem 55er Sony Zeiss gepostet, welchen ich Euch hiermit auch als Leselektüre empfehlen möchte.

Alles in Allem bin ich sehr happy über dieses Objektiv und danke meinem Stammhändler Isarfoto für die sehr frühe Belieferung. Laut Internet warten ja viele User noch auf Ihre Lieferung.

Ich bin sehr gespannt wie der Fokus damit an der A7R II sein wird, deren AF ja merkbar optimiert worden sein soll. Das werden wir dann wohl nach heutigem Stand Anfang August testen können. *zwinker*

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

6 Kommentare

  1. Schöne Vorstellung, vielen Dank! Ich nutze nun ebenfalls dieses Macro an der A7R II und kann die tolle Schärfe absolut bestätigen. Allerdings nervt mich der bei Macroaufnahmen sehr stark pumpende und oft erfolglose Autofokus. Daran ändern auch die Einstellungen des Fokusbegrenzungsschalters nichts. Als Portätobjektiv funktioniert der Autofokus bestens, aber gerade bei Macros im Bereich der Naheinstellgrenze bin ich nicht wirklich zufrieden. Natürlich kann ich manuell fokussieren, aber der Autofokus sollte dennoch zuverlässig funktionieren. Auch ist mir aufgefallen, dass die Geräusche des Autofokusmotors beim stärkeren Abblenden stark zunehmen. Allerdings kann ich mir dieses Phänomen nicht so recht erklären.

    Funktioniert der AF im Bereich der Macrofotografie bei dir zuverlässiger? Falls ja, würde ich mein Exemplar wohl tauschen müssen …

    1. Villeicht sollte man mit Ratschlägen wie „schlechtes Exemplar erwischt“ etwas vorsichtiger umgehen“. Es kostet im Zweifesfalle nur Geld und das zahlen wir alle dann letztendlich mit.
      Zunächst ist Fokussieren im engen Nahbereich etwas, das eine Automatik aus vielen Gründen kaum leisten kann. Wer sich auskennt der weiss – das ist der manuelle Bereich. Zum Fokussieren selbst: Die Auswertung erfolgt in der Kamera und die steuert dann dann mehr oder weniger intelligent an. Auch das kann man nachlesen.

  2. Habe gerade den Bericht zum Objektiv gelesen, bin von der Abbildungsleistung begeistert. Ich habe das Objektiv an einer Alpha 7 ii. Ich habe ein Problem, vielleicht kannst Du mir ja einen Tip geben. Wenn ich die „Focus Stopp Taste“ kommt die Meldung „Einstellung nicht verfügbar -Qualität RAW/Jepeg“, schalte ich auf JPEG kommt die Meldung „Einstellung nicht verfügbar -Digitalzoom aus“. Ist die Kamera oder das Objektiv defekt. Bin schon am verzweifeln.

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