Die Sony RX10 im Test – ist das noch eine „Kompakte“?

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Wer Fotozeitschriften liest, hat in den letzten Monaten kaum eine Gelegenheit gehabt an der Sony RX10 vorbei zu schauen. Viele Anzeigen dazu und auch viele – durchweg positive – Testberichte waren in den Printmedien zu finden. (Ob zwischen ganzseitigen Anzeigen und positiven Testberichten ein Zusammenhang besteht steht in diesem Blogposting nicht zur Diskussion!)

Das ich selbst mittlerweile neben den schweren Nikons gerne zu Systemkameras greife um meine Bilder zu machen, die ich für Kunden und für mich erstellen darf, ist sicher kein Geheimnis mehr. Nach unserem Ausflug im Januar nach Fehmarn meinte meine Frau ganz nebensächlich, das Sie auch gerne „sowas wie ich“ (sie meint damit klein, handlich und dennoch „genug Foto“) hätte und Ihr die Nikon D700 mit Ihrem geliebten 28-300VR zu schwer sei um sie auf solche Touren am Wochenende mitzunehmen.

Darauf hin schrieb ich die nette Dame der PR Agentur von Sony an, mit der ich schon zur Sony Alpha A99 sehr netten Kontakt hatte, und fragte ob ich eine Kamera zum Testen bekommen kann. Immerhin überdenke ich selbst ja immer noch den Wechsel meiner schweren Nikon D3s und den schweren Linsen komplett hin zum Sony A7(R) System für unsere Hochzeits-Emotionen-Reportagen und da wäre ja vielleicht auch die Sony RX10, zumindest von den theoretischen Specs her auch eine gute Alternative für Frauchens D700 und dem 28-300VR.

Da wir vor zwei Wochen ein Wochenende in Berlin verbrachten, da wir dort Musical Karten hatten, (Die Gefährten – Sehr sehenswert!!!) nahmen wir die Testkamera mit und machten fleissig ein paar Touri-Bilder und auch eine kleine High ISO Testreihe mit der Kamera, die Ihr dann weiter unten in diesem Posting finden werdet.

Die Kamera an sich ist eine Bridge Kamera, sprich sie hat die Form einer gewohnten Spiegelreflexkamera mit Objektiv, welchses aber nicht abnehmbar ist, sondern fest verbaut ist. Eine sogenannte „All-in-One-Kamera.

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Die generellen Specs der Kamera lesen sich erst mal sehr sehr gut:

  • 2o Megapixel
  • 1″ Sensor (13,2×8,8mm)
  • 24-200 mm Carl Zeiss Objektiv (Vario-Sonnar T*)
  • durchgängige Offenblende 2.8
  • Teil-Magnesium Gehäuse mit ca. 800 Gramm Gewicht
  • eingebauter Blitz
  • Klappdisplay (90 Grad nach oben und 45 Grad nach unten)
  • Serienbilder (10 Bilder in der Sekunde bei JPG und 6,4 Bilder pro Sekunde bei RAW)

„Was will man mehr?“ denken da viele! Wir auch. Nun, lassen wir erst mal ein paar Bilder sprechen die alle komplett unbearbeitet sind und als JPG aufgenommen wurden. Die Exif-Aufnahmedaten seht ihr unten im jeweiligen Bild eingeruckt.

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Hier ein paar unserer „Feststellungen“ in Form einer Pro/Cons-Liste:

Pro:

  • Bildqualität
  • Auflösung
  • Kontrast
  • Schärfe
  • Zommen am Zoomring und am Hebel um den Auslößer
  • Klappdisplay
  • Eingebauter Aufhellblitz
  • Mikro und Kopfhörer Anschluss
  • Weitwinkel beginnt bei 24mm
  • Durchgängig Blende 2.8 – Freistellen ist möglich
  • einen „echten“ Blendenring (Rasterung kann De-/ und Aktiviert werden)
  • Guter OSS – hilft bei 200mm und langen Verschlusszeiten
  • keine starke CA Anfälligkeit
  • AF ist flott genug auch bei wenig Licht
  • sehr gute JPG Engine
  • Selber Akku wie viele NEX und Alpha-Kameras – auch A7 und A7R
  • Akku kann via USB in der Kamera geladen werden – z.B. im Auto
  • WiFi – klappt mit Android und iOS bestens – sowohl das Steuern als auch das Übertragen der Aufnahmen

Cons:

  • relativ lange Anschaltzeit
  • Zoomen am Ring zu langsam
  • Ausklappblitz zu hakelig
  • Leider kein GPS – das wäre die „Kirsche auf der Sahne“!
  • Kein externes Akku-Ladegerät im Lieferumfang
  • Dynamicumfang nicht so hoch wie bei A7 und A7R aber deutlich besser als bei „normalen“ Kompakten
  • Nicht wirklich günstig (aber bei der Leistung doch wieder angemessen!)

Wie oben schon angekündigt haben wir die „kleine Große“ auch mal mit HighISO getestet und eine kleine Serie gemacht (ISO 1.600 bis 12.800):

Eigentlich war der Plan nach dem Musical das Stativ aufzubauen welches im Auto lag und die Bilder alle ganz genau gleich zu machen, aber leider regnete es recht heftig so das die Fotos aus dem offenen Autofenster entstanden sind. Daher sind die Bilder nicht wirklich genau gleich, aber auf jeden Fall sieht man die beachtliche High-ISO Fähigkeit dieser Kamera, und das trotz Ihres kleinen 1″ Sensors. In dieser Disziplin muss sich die RX10 vor Kameras mit größerem Sensor nicht verstecken, das ist mal sicher!

Fragen die wir uns und auch ganz sicher andere sich stellen in Verbindung mit der Sony RX10:

  1. Ersetzt die RX10 eine DSLR?
  2. Ersetzt die RX10 eine Spiegellose Systemkamera?
  3. Ersetzt die RX10 eine Kompakte?

Nun, unsere Meinung:

Zu 1: Kann Sie, je nach Anforderungen die man an eine DSLR hat. Die Bildqualität liegt meines Erachtens auf jedem Fall da wo auch Einsteiger DSLRs oder ältere Semipro DSLRs liegen. Ob die Sony RX10 nun endgültig die (betagte) Nikon D700 bei uns ablösen wird, ist noch nicht sicher. Da sind wir noch zu keiner Entscheidung gekommen und das werden wir sicher erst im laufe der Hochzeitssaison entscheiden wenn die RX10 dort zum Einsatz kommt.

Zu 2: Nun auch das kann die RX10. Die Freistellung eines 1″ Sensors ist sicher eine andere als die einer Vollformat Systemkamera aber dennoch ist die RX10 meiner Meinung nach eine echte All-Round-Waffe mit DSLR Feeling in der Gewichtsklasse einer guten DSLM/Systemkamera.

Zu 3: Nein, denke ich nicht. Eine Kompakte ist kompakt und passt auch „mal eben“ in die Jackentasche oder Aktentasche. Für beide Anwendungsfälle ist die RX10 zu groß und mit ihren 800 Gramm auch zu schwer.

Wenn man nur eine Kamera sucht, dann ist die Allround-Kamera von Sony eine der besten Kameras die wir je in den Händen hatten. Wenn man eine Kamera als Begleitung/Backup zur schweren Nikon D3/D4 oder Canon 1Dxx sucht, macht man mit der RX10 auch garantiert keinen Fehler.

Ich bzw. wir bedanken uns bei der Firma Sony und der vermittelnden PR Agentur für die Möglichkeit diese Kamera zu testen. Wir hoffen diese „Real-Life-Touri-Bilder“ und unsere Eindrücke dazu helfen Euch bei der Kamerawahl. Unser Testgerät ist mittlerweile wieder eingepackt und geht zurück zu Sony und die eigene mittlerweile selbst gebraucht gekaufte RX10 liegt für die nächste Fototour bereit, wenn mein Frauchen und ich wieder auf den Beinen sind und genug von Couch und Nierentee haben… (danke an dieser Stelle für Eure vielen Genesungswünsche, es geht wieder Bergauf!)

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy und sein Frauchen – Jörg & Stephanie Langer

4 Kommentare

  1. Hallo Jörg,

    besten Dank für diesen ausgezeichneten Bericht.
    Deine Erfahrungen sind fast deckungsgleich mit den meinen.
    Das Gewicht der Kamera kommt mir persönlich sehr entgegen, ich mag schweres Zeugs in den Fingern halten.
    Meine Erfahrung ist, je schwerer desto ruhiger liegt die Camera ind der Hand.

    Mit freundlichem Gruß

    Hanns Jörg

  2. Guter Bericht. Ich teste die RX-10 derzeit auch gegen eine A850 VF mit 2,8/24-70 und 2,8/80-200. Die Arbeitsweise ist entspannender, man kann mal schnell ein Detail machen und wieder zurück (ich kann mit dem Ring leben, mit ein wenig Übing gehts dann doch recht flott). Die Qualität ist nur knapp schlechter, für meine Anwendungen aber meist nicht unterscheidbar.
    Blitz hat ein wenig starke Verzögerung, da ist ungewohnt. Auch zoomen und fokussieren zugleich geht nicht, da irritiert manchmal, wenn man noch ein wenig justieren will.
    Lautstärke ist ein extremer Pluspunkte. Die Kamera ist schlichtweg unhörbar ind damit in Konzerten und Kirchen erste Wahl.
    Weißabgleich im Studio funktioniert schlichtweg nicht, das scheint ein Bug zu sein, da wird das Einstellicht völlig falsch miteinbezogen.
    Aber in Summe kann es durchaus sein, dass auf unwichtigereen Events das die Hauptkamera wird.

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