Die kleine silberne mit dem Leica-Feeling

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X100s - Frankfurt Bahnhof

Nachdem ich ein paar Tage „Out of Order“ war, bin ich gestern wieder mal mit meiner Tochter losgezogen um ein bisserl zu knipsen mit der neuen Fuji X100s.

Die Fuji X100s ist eine Kamera die im jetzigen Zeitalter der völlig mit Gimicks überladenen Kameras eigentlich total langweilig wirkt.

  • Sie sieht alt aus.
  • Sie hat einen Sucher.
  • Sie hat „nur“ 16 Megapixel.
  • Sie hat nur eine Festbrennweite.
  • Sie hat keine Wechselobjektive zu bieten.
  • Sie hat kein Dreh- und Schwenkdisplay anzubieten.
  • Sie hat einen ca. 20 Jahre alt aussehenden Auslöseknopf mit Gewinde drinne.

Kurzum: GEIL!

Ich war schon beim erscheinen der X100, der Vorgängerin, ziemlich scharf auf diese Kamera, da sie rein optisch diesen Leica-Charme auf mich hatte. Bei der X100 haben mich aber die vielen negativen Berichte zum langsamen und unzuverlässigen AF gestört und vom Kauf abgehalten. Ich hatte sie sogar mal ausgeliehen und damit rumgespielt und war vom AF wirklich nicht angetan, von der Haptik und dem Anfassgefühl hingegen sehr. Das Fuji mittlerweile sehr ernst zu nehmen ist, wusste ich von meinem Ausflug mit der X10 und auch gute Freunde die mit der X-Pro 1 arbeiten berichten mir immer sehr zufrieden von ihren Fotoausflügen mit zauberhaften Bildern.

Kurzum: Es wurde Zeit die X100s zu testen!

Da ich erst gestern mit der Kamera einmal unterwegs war kann ich noch nicht sehr viel zur Kamera sagen. Was ich aber sagen kann, ist das die Kamera mich wieder in den „Leica-Bann“ gezogen hat. Die Konzentration aufs wesentliche ist wieder da. Die Festbrennweite ist mit ihren umgerechneten 35mm Brennweite ein echter Reportage-Allrounder. Die Offenblende mit f2.0 ist sehr angenehm und das Bokeh brauchbar. Der AF ist flott und bei den ersten 100 Testbildern hatte ich nicht einen Ausreißer dabei. Das Einstellen der Blende am Blendenring und der Verschlusszeit am Verschlusszeitenwählrad (was ein Wort…) versetzt einen mich wieder in die klassische Messucher-Phase zurück und es macht ungemeinen Spaß damit zu arbeiten. Der Sucher ist ein Hybrid-Sucher. Wie erkläre ich am besten was das ist? Nun, es ist ein optischer Sucher, wie an der Leica M, der aber sehr viele wertvolle Informationen, wie ISO, Blende,  Zeit, etc. einblendet. Man kann den Sucher aber auch über den kleinen Hebel vorne an der Kamera umschalten auf einen Displayssucher, so wie man Ihn von den Sony NEX oder SLT Modellen her kennt. Damit sieht man dann auch direkt die Wirkung der Belichtungskorrektur und die Bildnachschau nach dem Auslösen. Diese Doppelfunktion des Suchers ist damit das beste aus beiden Welten und wirklich ein echter Kracher in meinen Augen. Man muss die Kamera dank Ihrer ergonomisch sinnvoll angebrachten Buttons nicht von den Augen abnehmen und kann dennoch alles einstellen was man unterwegs braucht.

Kurzum: Die kleine X100s bleibt!

Ich werde weiter berichten. Für den einen ist das eine Drohung, für den anderen vielleicht wertvoll :-).

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

Fotofuzzynachtrag:
Fuji X100s, 23mm (also 35mm), ISO 200, 1/45stel sek., f 2.8, Bearbeitung in LR4,

17 Kommentare

  1. Ich wußte es! 😀

    Gute Entscheidung. Jetzt noch irgendwann eine X-Pro 1 / X-E1 mit den extrem guten Fuji XF-Wechselobjektiven dazu und alles wird gut!

    1. Erst mal nicht. Wenn ich wechseln will hab ich genug wo Nikon draufsteht und ich gerne wechseln will. Diese reduktion auf das kleine und wesentliche macht mir gerade so viel Spaß. An der M9 hatte ich damals auch zu 99% nur das 35er drauf.

  2. Alle um mich herum scheinen derzeit nach einem 35mm zu schreien. Ich glaube, ich muss mal schauen, was es für die NEX da brauchbares gibt 😉 Aber erstmal sind andere Dinge dran. 35mm f/2 klingt aber nett, muss ich zugeben.

  3. @Christian
    es gibt ja ein ziemlich gutes 35 von Sony für die Nex…
    oder ein sehr gutes 30er von Sigma…
    oder das neue 20er Pancake, das ja rein rechnerisch ein 30er ist…
    oder das 24er Zeiss, das ja rechnerisch ein 36er ist….ein Sahnestück
    Also Magel gibt es momentan bei den Nexen in dem Segment ja nicht.

    Ich warte immer noch auf ein 50er Macro….

    @Jörg.
    ist sicher eine gute Entscheidung.
    Einiges was Fuji so produziert würde ich mir für die Nex wünschen.
    Allerdings wäre mein Favorit in dem Segment eher die RX1, wobei mich da der Preis“etwas“abschreckt.
    Viel Spass mit dem neuen Baby
    Gruß
    bruno

    1. Bruno, die RX1 wäre auch meine erste Wahl und ich wäre wahrscheinlich auch Verrückt genug trotz des Preises mir das Stück naher anzusehen, wenn Sie denn einen Sucher gehabt hätte.

  4. Zunächst ein Gruß (aus einem weiß-grauen Norden) in den sicher-sehr-sonnigen-Süden (:Klischee) und ein Dank für die Infos dieses Blogs!

    Nachdem auch mich die hier gepostete Bilderserie (Krebs-Dokumentation) berührte
    ( — wortlos — ) und mich später dann der Karfreitags-Fischessen-Hinweis ablenkte, lande ich nun bei der puren Technik – und melde mich mal schriftlich…

    …mit der Frage, wie ich als (Noch-) Nicht-Fujianer die FX100s betrachten soll – alles klingt für mich richtig gut (die Systemkamera bleibt eine andere Schiene), die Bildergebnisse scheinen zu überzeugen, doch wo hakt der Workflow?

    Bislang nutzte ich immer RAW-Dateien, weiß nicht, ob noch so feine Fuji-Jpegs da mithalten würden (??) , las dann in der Ankündigung zur X100s auf der Fuji-Site:

    OS compatibility
    Viewer software : Windows 8 / 7 / Vista / XP
    Raw File Converter : Windows 8 / 7 / Vista / XP, Mac OS X 10.6 – OS X 10.8

    …tja, aber wie sieht’s weiter aus, was sagen Apples Aperture oder Nikons CaptureNX2 zu den Fuji-Roh-Happen?

    Bin gespannt, ob ich genau hierzu mehr erfahre (per Mailbenachrichtigung bzw.RSS – gut, daß es den Dienst noch gibt, schade, daß Google den FeedReader einstellt; mein Tip: v.a. NewsRack aus dem Appstore / oder einschreiben bei Feedly).

    So, und nun bring ich mal dem halberfrorenen Hasen draußen eine Heizdecke und die kleinen Ratgeber „Umschulung zum Weihnachtsmannhelferhasen; BfA 2013“ bzw. „Auswandern für Hasenfüße; Bundeshasenverwaltungsamt 2010ff.

    1. Hermann, vielen Dank für Deinen netten und lange Kommentar. Schön das Du zu meinem kleinen Blog gefunden hast.

      Zu Deiner Frage mit den RAWs:
      Aperture und LR werden ganz sicher mit dem nächsten Update auch die RAWs der X100s verarbeiten können. Nikon Capture würde mich sehr wundern, da Nikon doch nur seine eigenen RAWs supportet. Das es immer ein paar Tage/wenige Wochen dauert bis neue Kameras von den gängigen RAW Convertern wie Adobe Camera RAW, der in PS CS und in Lightroom steckt und ebenso Apples Aperture supportet werden ist bekannt und das weiß man in der Regel wenn man sich eine Kamera kauft und zu den ersten gehören möchte. Ob im SW Paket der X100s ein Fuji eigener RAW Converter dabei ist, weiß ich nicht, das Handbuch und die SW sind noch in Folie verschweißt. Ich warte auf „mein“ Lightroom und werde die RAWs der X100s dann ganz normal wie die RAWs aller anderen Kameras von mir dann damit bearbeiten und entwickeln.

      Feedly nutze ich übrigens auch mittlerweile 🙂

      Schöne Grüße an den Hasen aus dem ebenso kalten und grauen Taunus

      Jörg

    1. Ja diese Aufstecksucher, die mag ich nicht. Die hatte ich an meiner Oly E-P2 schon und auch an der Leica X1. Da st mir der eingebaute in der X100s in seiner Doppelfunktion viel lieber. Der steht nicht ab, der stört nicht, der kann nicht runterfallen und ist immer dabei.

  5. Danke für Deine prompte Antwort, Jörg! Und, ja, die Softwareentwicklung kann ich getrost abwarten – bei den benachbarten Kieler Fotohändlern gibt’s noch keine X100s. Kiel liegt übrigens ganz weit im Norden, und kurz dahinter scheint die Welt zu enden. Manchmal auch davor. Auf die Nex7 schaute ich auch schon (das 24er Zeiss 1.8 dafür ist aber mehr aus Kunststoff für Sony), aber mich reizt die kompaktere Fujilösung immer mehr. Erzwungene Reduktion. Herrlich.
    Wie bewertest Du die (durchschnittlich verlustbehafteten?) Jpegs der X100s und die kamerainternen Filter?
    Falls Du überhaupt noch zum Schreiben kommen magst. Jetzt, mit der neuen Kamera. Jedenfalls: Frohe… Frostern! Und ein Gruß aus dem Kieler Hinterland. Das eigentlich ganz reizvoll ist. Zumal eine kleine Ecke weiter ein großartiges Skandinavien wartet. Die Welt endet doch nicht hier. Also, geographisch.
    Hab_t angenehme Tage!
    Hermann

    1. Das 24er Zeiss für die Nex ist doch komplett aus Metall und extrem wertig. Ich mochte das sehr an der Nex 7. Es ist nur deutlich größer und nicht mehr Jackentaschentauglich, was bei der X100s grade so noch geht.

      Liebe Grüße nach Süd-Skandinavien 🙂

  6. Sorry. Da habe ich wohl zu oberflächlich die Nex-Frage betrachtet und eben nicht unterschieden zwischen einem echten Zeiss und einem Sony-Zeiss:
    Sony SEL24F18Z Carl Zeiss E-Mount Sonnar-Objektiv 24mm/F 1,8
    „Das Objektiv ist Sony-typisch sehr gut verarbeitet, hochwertiges Plastik mit einer Art Metall-Finish, wie die anderen NEX-Objektive auch. (…) das Sony Zeiss ist kein echtes Zeiss, sondern ein Sony-Objektiv aus Plastik (…) mit blauem Aufkleber!“

    Aber vielleicht wollte ich nicht so genau gen Hex schauen, da mir die X100(s) so gefällt?

    Herzliche Grüße nach Nord-Frankreich!

  7. …aus gegebenem Anlaß.

    SpiegelOnline.
    Montag, 01.04.2013 – 09:35 Uhr
    „Retro-Kamera Fujifilm X100S: Das Leica-Gefühl für ein Fünftel des Preises“
    http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/digitalkamera-fujifilm-x100s-im-test-a-889775.html

    …aus nochmals aus gegebenem Anlaß.

    „Leica Camera AG: Ausverkauf an US Unternehmen“
    http://www.systemkamera-forum.de/blog/2013/04/leica-camera-ag-ausverkauf-an-us-unternehmen/
    http://www.meinungsbildung.com/deutschland/1-april-2013-die-besten-aprilscherze-zum-schmunzeln/7774
    http://ad-sinistram.blogspot.de/2013/04/das-ende-des-politischen-aprilscherzes.html

    1. Habe mir eben Adobe Lightroom 4.4 Release Candidate runtergeladen und installiert. Das kann hervorragend auch die RAWs der Fuji X100s bearbeiten. Workflow ist damit 1:1 wie bei den anderen Kameras auch. *freu*

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