Das wollte ich seit Jahren schon mal machen – ein Album selbst drucken

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Vor Jahren habe ich mich mal durch ein Forum anstecken lassen und mir auch ein Album-Set zum selbst drucken bestellt und brav direkt nach Lieferung von Monochrom.com damals in den Schrank gelegt. Einmal im Jahr habe ich das noch verpackte Album dann zufällig in der Hand gehabt und mir gedacht…

… ohhh das wollteste ja auch mal machen – da nimmste den nächsten Urlaub dafür…

… und wieder verging ein übers andere Jahr ohne genau das jemals umzusetzen. Heute früh hatte ich das Set wieder – zufällig – in der Hand. Daraufhin habe ich heute um 18 Uhr Feierabend gemacht und mich diesem Thema gewidmet. Jetzt eben (wir haben 22 Uhr…) ist das Album fertig geworden und liegt nun frisch gedruckt und „gebunden“ (also eigentlich geschraubt) neben mir.

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Nach dem Auspacken und dem Checken was da so alles enthalten ist, kam die nächste und wichtige Planungsphase. Zum einen musste ich ja die Bildergröße bemessen die ich aufdrucken will und somit auch die Ränder des Papieres ermitteln und bestimmen. Schnell wurde mir klar das die gerade und ungeraden Seiten des Buches unterschiedlich gedruckt werden müssen. ALs Bildermaß entpuppte sich 25×19 cm als meine Zielgröße heraus. So habe ich dann auch alle Bilder in Lightroom bei neuen virtuellen Kopien beschnitten.

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Bevor ich das nur 20x vorhandene Fine Art Papier des Albums „verdruckte“ gingen ein paar Testdrucke uf normales Kopierpapier raus um zu sehen ob das mit meinen „Messungen“ und Druckrichtungen auch so funktioniert wie ich mir das in der Theorie überlegt hatte. Es stimmte alles! Also genug geübt und die Generalprobe abgeschlossen und „scharf geschossen“. Bevor ich Anfing checkte ich noch meine Tintenvorräte und auch die sollten reichen.

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Lustigerweise war die Grüne Tintenpatrone als erstes leer. Und das bei reinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Nun gut…

Zwischendurch hat sich mein – auch echt in die Jahre gekommener Bilderdrucker (ein bestimmt 7 Jahre alter Canon PIXMA Pro irgendwas in A3+) auch überlegt das er das Papier nur noch nehmen mag wenn man es ihm quasi „hinten rein schiebt“, aber nun wir Fotografen sind ja Kummer und seltsame Kundenwünsche gewohnt. Wenn er das so will… so lange das Ergebnis stimmt! 🙂

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Die reine Erstellung aus den losen 20 Seiten mit den 40 Fotos drauf war äußerst simpel wie Ihr an meinen Handfotos erahnen könnt. Die Schrauben kommen von hinten (schon wieder von Hinten… ) durch das hintere Albumcover und darauf werden die Seiten einzeln quasi aufgefädelt bis alle Seiten im Album stecken.

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Danach wird das ganze auch von vorne verschraubt und fertig ist das A4 Queralbum auf feinstem mattem Fine Art Papier.

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Ihr lieben, das Bilder auf Papier gehören, predige ich in meinem Blog ja schon seit hunderten von Beiträgen, aber seine eigenen Fotos in einem „Buch“ zu blättern das man selbst gedruckt hat ist noch mal eine ganz andere Angelegenheit. Wenn hier keine Kinder oder sehr religiöse anständige Menschen mitlesen würden, würde ich ja behaupten das macht schon nasse Schlüpper! Ne im Ernst, das ist schon extrem cool!

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Natürlich bin ich direkt nach meinem Facebook und Twitter Posting heute Abend gleich per Message angeschrieben worden was ich da mache und warum ich meine Bücher nicht ausbelichten lasse und wo man das kaufen kann und so weiter. Gerne gehe ich hier kurz darauf ein.

Wo kann man das kaufen?

Ich habe wie oben schon erwähnt so ein Set aus Cover, Verschraubung und 20 Seiten vorgebohrten doppelseitig bedruckbarem mattem Fine-Art-Papier bei Monochrom.com für kleines Geld (ich glaube es waren um die 30 Euro) gekauft. Scheinbar waren das aber Restposten damals, denn heute finde ich sowas nur noch in A4 und das leider für über 150 Euro…

Warum lässt Du Deine Bücher nicht drucken und ausbelichten?

Das genau mache ich pro Jahr um die 40 bis 50 mal Ihr Lieben. Das ist mein Business in der Hochzeit und Peoplefotografie. Die Albenhersteller liefern top Qualität und machen genau was sie sollen. Der Reiz war das selber machen! Warum bauen Menschen Baumhäuser wenn es doch fertige Gartenhäuser zu bestellen gibt? Ihr versteht? Genau aus diesem Reiz und dieser Neugierde heraus habe ich mir damals dieses Set gekauft und es heute endlich mal fertiggestellt.

Ganz ehrlich, selber drucken ist quasi unbezahlbar, da ich satte drei Stunden heute in das Projekt gesteckt habe. Bei einem sinnvollen Stundenlohn ist das nahezu unbezahlbar und ein Ausbelichten lassen ist durchaus bezahlbarer, aber darum ging es mir heute nicht.

Warum ist da keine Farbe zu sehen?

Alle diese 40 Aufnahmen sind vor zwei Wochen bei einem wunderschönen Wochenende mit meiner lieben Frau in „unserer“ Stadt, in Paris entstanden und alle sind mit der Leicakuh aufgenommen worden. Natürlich liegen alle RAW Aufnahmen in Original Farben vor, aber ich nutze für mich persönlich ur Schwarz-Weiß. Für mich ist die Schwarz-Weiß-Fotografie bunt genug und mein Leben ist jeden Tag von Marketing und schrillen, bunten und schnellen Themen bestimmt, das ich für mich – im Moment (seit ein paar Jahren fast…) Fotos nur noch in Schwarz-Weiß mache. Kunden bekommen natürlich beides. Wenn ich die Kameras nur für mich nutzen würde, wäre ich wohl mittlerweile DER Leica Monochrom Anwender schlecht hin. Meine Frau meinte in Paris irgendwann neben mir stehend als ich fotografierte:

Na Schatz, Du siehst das doch schon fertig in Schwarz-.Weiß, oder?

Und genau so ist es! So bin ich und so ist auch mein heute erstelltes erstes selbst gedrucktes Fotoalbum. Klasse! Ein toller Einstieg in die nächsten drei Tage die ich nur mit der Fotografie verbringen werde. Morgen liegt ein Paar- und Familienshooting in Frankfurt an und am Samstag Nachmittag shooten wir ein Paar an der Nordsee die nächstes Jahr dort heiraten werden. Hach, ich freue mich schon auf die nächsten drei Tage….

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

4 Kommentare

  1. Sieht sehr gut aus. Macht Lust das mal zu probieren. Aber ich habe einen wirklich schrottigen Drucker. Der reicht für Briefe, kleine Handouts oä, aber für Fotos völlig unbrauchbar.

    1. Dann ist es wohl ein recht teures erstes Buch, dank der Folgekosten. Irgendwie habe ich aber auch den Eindruck das mein Buch dieses Jahr noch teuer werden könnte und der Drucker nach so vielen Jahren langsam einen Nachfolger möchte…. Seufz.

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