DA GEHT MAN NICHT ZUM FOTOGRAFIEREN HIN… (229)

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„Jörg, Du kannst doch nicht auf´n Friedhof gehen zum Fotografieren… das macht „man“ nicht!“

Ähhh, Doch! Sagt mal liebe Freunde und Blogleser, warum denken viele so? Warum haben viele Menschen bei einem Spaziergang über einen Friedhof ein komisches Gefühl im Bauch? Warum sagen einige „da fotografiert man nicht…“? Warum?

Wie seht Ihr das? Fotografieren auf einem Friedhof?
Ja klar! oder klares NoGo?

Ich bin schon hunderte Male am Frankfurter Hauptfriedhof vorbeigefahren und war schon auf zig Friedhöfen z.B. in Paris aber noch nie auf dem großen Gelände des Frankfurter Hauptfriedhofs dessen Mauern ich bisher immer nur von außen gesehen habe. Da die Wettervorhersage äußerst siffig und trüb war, war dies um so mehr zum „Thema“passend. Also Tochter geschnappt und mal eine Stunde über das wirklich große Gelände des Friedhofs geschlendert und dabei auch ein paar Bilder gemacht. Mit dem 35mm bewaffnet und die Cam um den Hals und die Tochter im Arm ging es los.

Der Frankfurter Friedhof ist keineswegs mit einem Pariser Friedhof vergleichbar aber dennoch sehr imposant bei den vielen, äußerst unterschiedlichen, letzten Ruhestätten dort. Nach einer ganzen Woche Haus hüten, war das trotz des Wetters, mal eine schöne Runde…

Ich werde in den nächsten Tagen sicher noch ein paar Bilder in Facebook und/oder Flickr posten.

Bin gespannt auf Eure Meinung zum Thema „Fotografieren auf dem Friedhof?!“.

Euer Jörg

Fotofuzzynachtrag:
Leica M9 mit 35mm f1.4 @ 2.0 bei ISO160 und 1/90stel, SW in LR3.

4 Kommentare

  1. Klares Ja. Ich bin auch schon einmal mit einer Freundin auf einem Friedhof gewesen wo wir dann geshootet haben. Dass man sich dabei dezent und mit Respekt den Toten gegenüber verhält ist selbstverständlich. Aber klar, warum nicht?

  2. Ich würde sagen : kommt drauf an!

    Wenn man da mit rosa geschminkten Modells oder ein Zombie-Shooting und riesen Aufheller auftaucht ist das bestimmt gnauso unangebracht als wenn man sich über jedes Grab legt um den letzten Winkel eines Grabsteines zu erhaschen. Alte gräber, Licht & Schatten, den Friedhof an sich ist denke ich vollkommen Ok. Gräber auf denen man Namen sieht oder Bilder der toten ist IMHO etwas, das der Familie gehört und nicht in die Öffentlichkeit (spätestens das unterschreiben lassen des Model-Release wird dann anstrengend…).
    Klar sagen auch einige „ich will provozieren“ aber ob es sinn macht und man schöne Fotos bekommt wenn man immer über die Schulter schauen muss das nicht eine alte Oma oder der Pfarrer einem wütend hinterherschaut oder gar schlimmeres … weiss nicht.
    Es gibt denke ich auch genug Parks, die früher mal Friedhöfe waren oder ähnliches.

    Letzendlich: Muss jeder selbst wissen.

  3. Also bei uns in Wien trifft man nicht nur Hobbyfotografen auf den Friedhöfen sondern auch Jogger, Radfahrer (im gemächlichem Tempo) und viele Menschen die z.B. im Wiener Zentralfriedhof ihren Sonntagsspaziergang machen.
    Jeder Friedhof in Wien hat eine spezielle Pforte, durch die man diesen auch bei bereits verschlossenen Haupt-und Nebeneingängen verlassen kann.
    In einem Teil des Wiener Zentralfriedhofs gibt es sogar wegen der Größe des Areals eine eigene Buslinie.
    Habe bei der langen Nacht der Stadtwerke, bei der nächtliche Führungen zu den Ehrengräbern angeboten werden (die Wege sind mit Fackeln ähnlich einer Landebahn „markiert“) gefragt ob es eine Möglichkeit gäbe in einer Vollmondnacht im Friedhof zu fotografieren.
    Zuerst hat der Bedienstete der Bestattung Wien skeptisch dreingeschaut O-Ton: In da Nocht woins fotografieren?, als ich ihn dann die D 700 unter die Nase gehalten hab und sagte mit der schon, hat er auf einmal gegrinst und mir folgende Tipps gegeben:
    „Um 17.00 Uhr machen die Kollegen ihre Runde mitn Foahrradl, dann versteckst die zwischen die Grobstana. Derfst halt net erschrecken wenn in der Nacht die Marder über die Gräber flitzen. Und do hinter der Dr.Karl Lueger-Kirchen is a Wiesn, do kumman noch fünfe aufd Nocht die Reh aussa (heraus), do fotografieren a viele. Wennst raus willst afoch solang an di Grobstana entlangtastn bist zur Mauer kummst, die gehst entlang bis zu den klanan Tirl (Türe) durt kannst auße (raus).
    Ist schon unheimlich, aber mit meinern Led Lenser L7 und T7 is kein Problem. Jetzt warte ich nur noch auf das Gitzo GT 3320 BS http://www.gitzo.com/product/72038.71837.72020.0.0/GT3320BS/_/Series_3_Systematic_Baby_Aluminium_2-section_Tripod
    mein Manfrotto 055XPROB mit dem 405er Getriebekopf ist mir etwas zu auffällig, die Kamera samt Reserveakkus und 3-4 lichtstarke Festbrennweiten transportiere ich in einem normalen schwarzen Stoffrucksack aus dem Armyshop, muß ja ned jeder gleich sehen was i vorhab.

  4. Sorry, hab vergessen zu moderieren, wollte eh schreiben: In Wien ansich kein Problem
    btw. Der St.Marxer Friedhof gilt als einer der Schönsten Wiens!

    LG. Andi

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