Acht Wochen mit der SLT – Erfahrungen mit der Sony A77 (& A99) und Zeiss Linsen

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Sony SLT vs. Nikon DSLR

Ja da ist er nun, der von einigen von Euch, oft nachgefragten Erfahrungsberichte mit der Sony A77 (A99) und den Zeiss Linsen. Wie viele von Euch mitbekommen haben, habe ich den Ausflug ins SLR Lager zu Sony gewagt, mit dem eigentlich erklärten Ziel ggf. von Nikon zu Sony zu wechseln.

„Warum um Himmels willen denn das?“,

haben mich sehr viele von Euch per Mail, Messenger, Skype und Co und auch im persönlichen Gespräch gefragt. Nun, die Gründe sind immer noch die selben, die da sind:

  • Gewicht der Nikons
  • Sucher und Schwenkdisplay der Sony SLTs
  • Carl Zeiss Linsen mit Autofokus

„Jörg, du hast eine echt schöne Ausrüstung von Nikon, ist es das wert? Sind die Sonys so gut? Hast Du Dir das gut überlegt?“,

waren viele der danach folgenden Fragen. Nun, eins nach dem anderen. Ja der Test war es wert für mich, um eine Gewissheit zu haben. Ja, ich hatte auch schon die Sony Vollformat SLT A99 bestellt, die ich ausgiebig auf der Photokina testen durfte. „Hatte?“, ja auch dazu komme ich später.

Qualität der Sony SLT – in diesem Falle der A77:

Nun die A77 ist eine faszinierende Kamera mit einem sagenhaften Funktionsumfang. Um es gleich vorweg zu nehmen, ich mag den Sucher, den EVF (Electronic View Finder) mit seinem extrem hochauflösenden OLED Display sehr und dieser ist ein echt brauchbares Werkzeug. Das Schwenkdisplay und der Live View sind (entschuldigt bitte den Ausdruck) Granatengeil! Die Verarbeitung des Gehäuses ist sehr hochwertig und entspricht gefühlt auf jedem Fall dem einer Nikon D700. Die A77 und auch die A99 liegen tadellos in der Hand, auch in meinen sehr großen Händen und das auch ohne den optionalen Batteriegriff. Die Akkulaufzeit finde ich persönlich mit ca. 400-500 Aufnahmen etwas schwach, ist aber durch die elektronischen Sucher und Display und Dauer-LiveView natürlich einfach erklärbar. Die Serienbildgeschwindigkeit und die AF Geschwindigkeit sind auch schnell genug und würden mir völlig ausreichen, für unseren Hauptanwendungszweck, der Hochzeitsreportage und der Peoplefotografie.

„Und was jetzt? Wechselst Du nun zu Sony?“

Klares Nein! Ich beantworte die Frage später noch. Kommen wir jetzt erst mal beim Body, der A77 und auch der A99, zu den Punkten die mir nicht gefallen haben bei meinem achtwöchigen Test der A77 und dem Test der A99 auf der Messe in Köln. Starten möchte ich die Auflistung der „Mankos“ mit dem AF. Der AF ist sehr schnell, aber leider nicht zuverlässig. Ich habe, trotz nur sehr guten Linsen, sehr sehr viel Ausschuss gehabt. Wenn ich auf ein Auge scharfstelle, dann bin ich von meinen Nikons – von allen meinen Bodys – gewohnt, dass das Auge dann auch Knackscharf ist. Leider war bei der A77 und auch bei der A99 auf der Messe, genau das nicht der Fall, bzw. nicht immer. Mal war es Knackscharf und mal war das Ohr und mal die Nasenspitze scharf. Nicht falsch verstehen, ich mache ca. 150.000 Aufnahmen im Jahr, ich weiß wovon ich rede und weiß, dass dies keine Anwendungsfehler waren. Leider ist der AF, scheinbar von Sony derart auf Speed getrimmt, das die Zuverlässigkeit dabei auf der Strecke bleibt. Wie gesagt, wenn der AF trifft, oder man die geniale „Fokus-Peak-Funktion“ in Verbindung mit dem manuellen Fokus benutzt, ist die Bildqualität wirklich gut und auf sehr hohem Niveau. Leider habe ich aber im Standesamt oder in der Kirchenreportage oder bei den Gratulationen nach Standesamt oder Kirche für diese „entschleunigte Art“ der manuellen Fotografie keine Zeit. Da muss ich mich zu 100% auf das Werkzeug und den „zubeißenden AF“ verlassen können. Das war leider bei der Sony A77 und auch bei der A99 nicht der Fall. Zweites Manko sind die HighISO Fähigkeiten der A77. Die Crop Kamera rauscht ab ISO 1.000 so stark wie eine Nikon D700 bei 3.200. Ja ich vergleiche hier gewissermaßen Apfel mit Birnen, aber die beiden Kameras müssen sich irgendwie schon mit einander messen lassen, sowohl vom Preis des Bodys, als auch von der Zielgruppe, die angesprochen wird. Das Ergebnis ist erschreckend zumal die D700 gute zwei Jahre älter ist als die A77. Das dritte Manko betrifft die A99, und dort die Fokusfelder. Leider hat Sony die Fokusfelder derart in der Mitte des Sensors/Bildfeldes platziert das es für einen Peoplefotograf, der oft die Äußeren Fokusfelder benötigt, um die Augen der Personen mit hochlichtstarken Optiken scharf abzubilden, keine andere Wahl hat als das ganze System zu verschwenken. Die folgen kennen viele. Der Fokus liegt irgendwo…

Die gesamte Bildqualität der A77 und auch der A99 ist wirklich gut und brauchbar wenn man genug Licht hat. Dennoch hatte ich immer den Eindruck, der sich blöd in Text bringen lässt, dass, sagen wir, ein gewisser leichter Schleier über den Bildern liegt. Etwas die Klarheit in Lightroom oder ACR angehoben und etwas mehr nachgeschärft ist das schnell zu beheben, aber die, nennen wir sie mal Grundschärfe, ist bei einer Nikon DSLR deutlich und sichtbar höher als bei einer Sony SLT. Ich gehe davon aus das dies am teildurchlässigen festen und nicht hochklappenden Spiegel liegt, der dieses verursacht, weiß aber nicht sicher ob es daran liegt. So habe ich es mir auf jeden Fall selbst erklärt. Den Vorteil den das ganze hat, ist natürlich auch auf der Hand liegend, das gesamte System ist wesentlich leiser und dezenter als eine „Kalaaaalack“ tönende Nikon Vollformat DSLR.

In Sachen Video und Funktionsumfang der Kameras macht aber ganz sicher weder Canon, noch Nikon den Kollegen von Sony was vor, da sind die Sony SLT´s absolute spitzenklasse meiner Meinung nach! Leider ist das aber alles nicht mein „Mainstream“ in den Anforderungen.

Die Objektive von Carl Zeiss:

Nun, der erste Grund die Sony SLT´s sich näher anzusehen waren die Sony Carl Zeiss Linsen, vorrangig das Sonnar 135mm f1.8 T*. Sony hat irgend einen Deal mit Zeiss gemacht, das Zeiss in den letzten Jahren ausschließlich für Sony Objektive baut (oder mitbaut) die einen AF haben. Für Canon und Nikon baut Zeiss bislang ja nur manuell zu fokussierende Objektive. Zurück zum 135er: Eine sagenhafte Linse mit einem wundervollen Bokeh und einer tollen Schärfe bei hochgeöffneter Blende von 1.8 (wenn der AF getroffen hat oder man manuell scharf gestellt hat…). Das gute Stück hat noch keinen SSM, den schnellen und leisen AF Motor, sondern noch den leicht hörbaren Stangenantrieb, ist aber dennoch sehr schnell und nicht zu laut.

Die zweite Linse die ich getestet habe war ein Sony Carl Zeiss Distagon 24mm 2.0. Auch eine wunderbare Linse mit einem tollen Bokeh, was bei Weitwinkeln ja nicht immer automatisch gegeben ist. Auch diese Linse war in einem Metallgehäuse wie auch das Sonnar 135mm, das einen ein Anfassgefühl verleit, wie kein anderes Nikon oder Canon Objektiv das jemals bisher getan hat. Pure edle Verarbeitung, Haptik, beide, sowohl das Distagon 24 als auch das Sonnar 135mm. Da ich ja auf die Vollformat Sony SLT, die A99, wechseln wollte, habe ich die Distagon 24mm Linse retourniert und mir ein vielseitigeres und bei Hochzeiten für mich unabdingbares Sony Carl Zeiss 24-70 f2.8 gewandelt. Diese Linse ist nicht mehr ganz so hochwertig verarbeitet und hat mehr Kunststoffteile als die beiden erst genannten Objektive. Dieses Objektiv, also das 24-70 CZ, den schnellen und leisen Fokusmotor, den SSM von Sony bekommen. Vielleicht hatte ich einen Ausreiser bekommen in der Qualität bzw. in der Serienstreeung, die ich gehofft hatte bei Carl Zeiss nicht anzutreffen, aber mit der optischen Qualität der wenigen Schüsse, die ich damit gemacht hatte, war ich nicht einverstanden, zumal ich das 24-70 von Nikon nahezu jeden Tag nutze und das eine brutale Grundschärfe hat. So habe ich das Sony Zeiss 24-70 auch wieder retourniert. Habe fast ein schlechtes Gewissen bei zwei Retouren in so kurzer Zeit, da ich sonst überhaupt nicht der Retourenkönig bin!

Alles in allem sind die Carl Zeiss Linsen, die Sony mit Zeiss zusammen herstellt was wirklich feines und erstklassiges und ich denke, dass auch das CZ 24-70 sicher eine sehr gute Linse ist und meines ein qualitativer Ausrutscher war. Wer auf das Schwenkdisplay und den guten OLED EVF Sucher und den sehr hohen Funktionsumfang einer Sony SLT nicht verzichten möchte, macht mit den Zeiss Linsen aus dem Sony Programm ganz sicher nichts falsch. Schade das Carl Zeiss noch nichts mit Autofokus für Nikon im Programm hat. Wobei da ja die ersten Anzeichen mit einem 55mm f1.4 mit AF für Nikon und Canon auf der Photokina gezeigt wurden. Also geht es da jetzt auch in eine „schicke Richtung“ für uns Nikon Fotografen.

Fazit (für mich persönlich):

Ich habe lange überlegt ob ich mich an das Sony SLT System mit seinen Schwächen gewöhnen könnte aber die Kombination aus dem unzuverlässigen AF und den fehlenden Fokusfeldern außerhalb der Bildmitte haben mich dazu gebracht, den Plan, komplett von Nikon zu Sony zu wechseln, an den Nagel zu hängen. Damit opfere ich zwar den wunderschönen EVF, das sagenhafte Schwenkdisplay und die leichten Gehäuse, habe aber dafür echte Werkzeuge in Form meiner Nikons auf deren Ergebnisse ich mich „blind“ verlassen kann.

Ob ich die A77, das 16-50 2.8 SSM, das 85 2.8 und das Carl Zeiss Sonnar 135 f1.8 und den guten Blitz HVL-58 wieder abgebe, das weiß ich noch nicht. Mal sehen. Aber eins ist sicher, ich bin auch weiterhin ein „Nikonian“ und schleppe weiter die schweren Nikons auf meine Termine.

Habt Ihr fragen zu diesem Erfahrungsbericht? Dann her damit, ich freue mich immer über Eure Kommentare in diesem Blog!

Schöne Grüße – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

p.s.: Die Sony A99 habe ich wieder abbestellt! Ich glaube, ich schaue mir doch die Nikon D800 mal näher an… 🙂

p.s.: Meiner Sony Nex 7 Ausrüstung und meiner kompakten Sony RX100 bleibe ich weiterhin treu, denn die habe ich beide schon zu lange in mein großes Fotoherz geschlossen! 🙂

31 Kommentare

  1. Danke für den interessanten Bericht. Das klingt zwar teilweise recht gut, aber leider auch ernüchternd. Ich sehe schon, die Idee, meine recht grosse Minolta-Ausrüstung dann irgendwann auf Sony-Bodys weiter betreiben zu können, wird wohl doch nichts werden und ich muss mich doch irgendwann für einen anderen Hersteller entscheiden und dann dort wieder bei null anfangen.. *seufz*

  2. Hallo Jörg
    Danke für den sehr interessanten Bericht.
    Ich denke Sony braucht noch 2-3 Jahre um wirklich bei allen Belangen mit Canon und Nikon mithalten zu können.
    Vile tolle und kreative Ideen, aber es hakelt halt noch etwas im Detail bei Sony

    Gruß
    bruno

  3. In kleinerer Form stehe/stand ich vor dem gleichen Problem.
    Eine nette EOS-Sammlung, zahlreiche hochqualitative manuelle Objektive an die EOS adaptiert, als Ergänzung und zum Spielen ältere Nikon, Sigma und Pentax DSLRs (sowie einige kompakte Digicams).
    Doch auch ich hatte auf die ganze Schlepperei keine Lust mehr.
    Also kam die NEX-3, dann die NEX-7 und schließlich die M8. Wunderbar kompakt, wunderbar leicht. Die Sigma DLSRs sind fast weg, die Nikon wird auch verkauft. Ich habe einige Objektive für die EOS verkauft, doch auf die EOS-Sachen komplett verzichten? Neee, dann doch nicht, obwohl ich in gut 80% der Fälle nur noch die NEX-7 und die M8 dabei habe (hier und da ergänzt um ein paar nette, ältere Juwelen: Sigma DP1s oder Leica Digilux 2).

    Und gerade wenn man glaubt, jetzt ist das perfekte Set gefunden, dann fängt der Sohnemann an Fußball zu spielen und man merkt, dass ein schnelles Tele fehlt. 😉

  4. Danke für den informativen Bericht. Ich habe ihn mit besonderem Interesse gelesen, weil ich mich als altem Minolta/Sony-User mit den SLT’s nicht wirklich anfreunden kann.
    War interessant zu lesen, dass jemand von Nikon zu Sony wechseln will, wo ich gerade mit der Gegenrichtung liebäugle. Du wolltest zu Sony aus den Gründen aus denen ich Sony verlassen will: EVF, SLT-Prinzip mit ca 30% Lichtverlust durch teildurchlässigen Spiegel, (zu) hohe Auflösung am APS-C Sensor [A77]).

    Danke, dass du mich einer Entscheidung ein Stück näher gebracht hast 🙂

    Grüße
    Tom

  5. Hallo,

    danke für den ausführlichen Bericht.
    Du selbst schreibst, „Leider ist der AF, scheinbar von Sony derart auf Speed getrimmt…“.
    Man kann ja über das Menü den AF Speed zw. „schnell und langsam“ wechseln.
    Hast du diesbezüglich auch Erfahrung gemacht bzw. weißt du wie dies eingestellt war.
    Ist mit der Einstellung „langsam“ die Treffsicherheit vlt. erheblich (ausreichend) besser?

    lg Wolfi

    1. Ein guter Hinweis, den ich in meinem obigen Bericht vergessen hatte zu erwähnen. Der AF wird bei langsamerer Einstellung zwar langsamer aber in meinen Tests nicht merklich treffsicherer. Oder sagen wir es anders, er wurde keineswegs so treffsicher wie der AF der Nikons, die ich verwende. (D700/D800/D3/D3s)

  6. Schöner Bericht – aber, glaube ich, in Bezug auf die AF-Probleme nicht zu verallgemeinern.
    Ich habe bisher noch nie gelesen, dass die Treff-Genauigkeit der Sonys – zumindest der Kreuzsensoren – bemängelt wurde, auch nicht von Nikon-/Canon-Wechslern (wenn nicht die Kamera einen Fehler hatte). Ein paar „anekdotische“ Berichte sowie ein Test in einer deutschen Fotozeitschrift haben sogar der a900/a850 höchste Treffgenauigkeit (des mittleren Fokusfeldes) systemübergreifend bescheinigt – Sony-Probleme waren (und sind?) dagegen immer die Geschwindigkeit des AF und die Objektverfolgung. Und die a77/a99 sollen nach Sony-Nutzer-Berichten eher noch treffgenauer als die a900/a850 sein.

    Mögliche Fehlerquellen (außer natürlich Defekten bei Kamera oer Objektiv):
    Das Zeiss 135/1.8 mit seinem Stangenantrieb ist auch für Erfahrene schwer zu fokussieren. Ich benutze es seit Jahren und liege bei Offenblende bis ca. 2.2 doch immer mal wieder knapp vor oder hinter den Augen – wegen der „Grobheit“ der Fokusschritte und der Größe des Fokusfeldes, denke ich. Ist natürlich MIST! Aber ich kann mir schlecht vorstellen, dass irgendeine Kamera das viel besser könnte – lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
    Das Zeiss 24-70/2.8 ist dagegen an meiner a900 ein Traum – von der Bildschärfe und dem Fokussierverhalten! (Ich habe inzwischen zwei davon.) Das Objektiv sollte – nach userberichten und internet-Tests – dem Nikon nicht nachstehen. Aber eine exakte AF-Mikoadjustierung ist Pflicht! – Und natürlich gibt es selbst von dieser hochwertigen Linse fehlerhafte Exemplare…
    Daher meine Frage: hast Du den Fokus Mikro-adjustiert?

    Ansonsten klingt Dein Bericht sehr fair und kompetent – schade, dass das mit dem Fokus so problematisch war! Sollte aber Interessenten nicht abhalten, sich ein eigenes Bild zu machen – ich empfehle ausdrücklich das Zeiss 24-70 dazu.
    Schöne Grüße!

    1. Danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Hat mich sehr gefreut.

      Nun, wie soll ich es sagen: Nein ich habe keine Mikro Fokus Justierung vorgenommen, da der AF ja ab und an sehr gut getroffen hat, nur leider war das nie reproduzierbar. Ich jammere da ganz sicher auf sehr hohem Nivea, aber ich bin mit meinen Nikons einen sehr treffsicheren AF, auch mit sehr lichtstarken Linsen gewohnt und habe auch schon oft mit einem 135 2.0 und auch mit einem 200 2.0 arbeiten dürfen und da ist der „Schwierigkeitsgrad“ genau so schlimm wie beim Sony 135 1.8.

      Dennoch sind die Sony A77 und A99 wunderbare Stücke Technik, die nur meinem Anspruch nicht genügt haben, leider. Das „leider“ meine ich sehr Ernst, da mir die 24MP und die Thematik mit dem EFV und das Schwenkdisplay extrem zusagten.

      Es ist nicht so, das man mit den A77 und A99 nicht arbeiten kann, ich habe mit der A77 mehrere kommerzielle Aufträge gemacht und das ging, aber eben mit wesentlich mehr Ausschuss als bei den Nikons und das genau war der Grund für mich bei Nikon zu bleiben.

      Ich hoffe ich konnte das mit dieser Antwort noch ein bisserl erklären.

      Schöne Grüße – Euer Jörg

  7. Vielen Dank für diesen informativen und ehrlich-negativen Test über das AF-System der A77! Das Problem das der Autofokus nicht am eingestellten AF-Messfeld scharf stellt, tritt auch bei meiner A77 auf. So habe ich mit verschiedenen Objektiven, ein außermittiges AF-Messfeld angewählt und mit diesem das Auge einer Person anvisiert. Es wurde „immer“ das Ohr scharf gestellt. Die Kamera stellt nicht nur auf das ausgewählte AF-Messfeld scharf, sondern je nach Lust und Laune auch auf ein benachbartes Messfeld. Ich habe den Eindruck, das zwar 19 Messfelder angewählt werden können, sich aber weniger dafür größere Messfelder dahinter verbergen. Eine Dejustierung konnte ich nach mehreren Versuchen ausschließen, da die Schärfe zwischen den Feldern wahllos wechselt. Treffsicher ist nur das zentrale AF-Messfeld.
    Positiv finde ich die Geschwindigkeit des AF-Systems. Ich kannte bisher nur die Geschwindigkeit der Minolta-Kameras und bin auch durch die Schärfennachführung selbst bei 12 B/s äußerst positiv überrascht worden. Mein stangenangetriebenes Telezoom, benutzte ich jahrelang an meinen Minolta-Kameras. Leider war es der Schnelligkeit der A77 nicht gewachsen. Bei meinen ersten Aufnahmen klemmte nach 3 Minuten Dauer-AF, der AF-Ring fest.
    Überraschend ist für mich, das sich der AF bei einem bereits erfassten Motiv sehr leicht durch den Hintergrund ablenken lässt. Das Problem sollte an der A99 durch das AF Range Control gelöst worden sein.

    Als Verfechter der optischen Sucher, ist das der A77 der erste digitale Sucher der etwas taugt und mich absolut überzeugt hat. Dies trifft zumindest für APS-Kameraklasse zu, denn für die Vollformatklasse erwarte ich einfach mehr. Das Bild in der Farb- und Helligkeitswiedergabe sowie mit Bewegungsunschärfe (Abblendtaste), schon vor dem gemachten Bild zu sehen, ist ein unersetzlicher Vorteil. Schade das der digitale Sucher nicht die gewohnte Schärfe meiner analogen Kameras wiedergeben kann. So taucht bei der späteren Bildbetrachtung am PC der eine oder andere Gegenstand im Hintergrund auf, der nicht ins Bild gehört, den mir aber beim Blick durch den digitalen Sucher nicht aufgefallen ist – mir aber beim optischen Sucher auf jeden Fall aufgefallen wäre.

    An meiner A77 verwende ich das Sigma 17-70/2,8-4. Die Testzeitschriften sind sich bei diesem Objektiv alle einig, es soll so ziemlich das beste Standardzoom für die APS-SLRs sein. Jetzt habe ich es und bin mit der Schärfeleistung sehr unzufrieden. Es wird nur, in der Bildmitte, wenn abgeblendet und auch nur im mittleren Zoombereich, den 24 MP gerecht. Am Rand bestenfalls 6 MP gerecht und ist in den Ecken sind die Bilder total unscharf. Welche Erfahrungen hast Du mit dem 16-50/2,8 gemacht? … oder vielleicht auch mit dem 16-80/3,5-4,5 von Zeiss?

    Gruß Jürgen

    1. Das deckt sich mit meinen Eindrücken sehr!

      Das 16-50 2.8 war, wenn der AF getroffen hat sehr gut! Eigentlich eine sehr gute Linse, die sich m.E. nicht hinter dem 24-70 2.8 Carl Zeiss verstecken muss.

      Lieben Gruß – Jörg

  8. Hallo zusammen,

    ein sehr interessanter Bericht, geht mir oftmals genau so mit meiner A77.
    Bei mir stellt v.a. die schlechte High-Iso-Leistung den Schwachpunkt der Kamera dar.

    Was den Fokus angeht, so gibt es hier einige ernüchternde Erfahrungen:
    http://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=121061

    Offenbar wurde bei der A77 häufig keine Feinjustierung vorgenommen, wodurch diese Probleme entstehen. Auch ich habe viel Ausschuss und werde früher oder später die Kamera einschicken, um sicher zu gehen, dass dieses Problem bei mir nicht besteht.

    Ansonsten ist die A77 wirklich eine super Kamera, würde ich allerdings aus heutiger Sicht ein neues System anschaffen, müsste ich mir das sehr gut überlegen, vor allem wegen der High ISO Performance.

  9. Das mit dem AF ist kein Einzelproblem. Bei AF-C und einem einfachen SAL 16105 sind meine Bilder scharf – unscharf, manuell absolut knackscharf, fast schon gigantisch gut für das Objektiv. Ich schaue jetzt, ob der Focus stimmt (Micro-AF Justierung) und wenn es nicht funktioniert, dann schicke ich die Kamera zu Schumann nach Österreich. In D war sie schon, die hatten nichts festgestellt…. Das mit em ISO ist korrekt und nicht korrekt. Ich nutze derzeit sehr viel 1250 ISO und habe kein merkbares Rauschen. Der teildurchlässige Spiegel ist aber eine Herausforderung, die noch nicht wirklich gut gelöst ist. Zu erkennen, ob der Fokus am Ohr liegt oder am Auge ist leider ein wichtiges fehlendes Detail bei Sony. Es wird leider nicht im Programm wie im Image Raw Converter angezeigt. Da ist leider alles Vermutung. Dummerweise. Ein von mir gerichteter Verbesserungsvorschlag an Sony, neben dem AF unde dem Rauschen.

    Wenn man vom Bild lebt, scheint mir Canon und Nikon noch die richtige Alternative zu sein. Das stimmt. Auch weil die Zubehörteile wirklich umfassend sind. Aus wirtschaftlicher Sicht bleibt abzuwarten, wie der Markt sich entwickelt. Interessanterweise tut sich Canon und Nikon auf dem APS-C Sektor schwer, wenn es darum geht funktional der a77 die Stirn zu bieten, als auch eine bessere Alternative zu 24 mp zu bieten. Vielleicht geht der Trend zu billigen Vollformatkameras.

    Sollte jedoch Sony den AF und die ISO in Griff bekommen, dann sind beide mehr wie echte Aternativen.

    Von dem Zeiss 24-70 bin ich persönlich nicht so überzeugt, von den anderen genannten Zeiss halte ich sehr viel. Diese sind gigantisch. Ich suche gerade nach einem billigen Gebrauchtem.

  10. Hallo Jörg,

    der AF-Fehler wurde an der A77V durch das neueste Update auf Version 1.07 behoben. Der AF stellt nun immer an dem gewählten AF-Meßfeld scharf – so wie es sein soll. Ich bin überrascht, das es ein Softwarefehler war und erst 3 Jahre nach der Produkteinführung behoben wurde.

    Freundliche Grüße – Jürgen

  11. mein problem mit der A77 ist, dass ich sie zum dritten mal während der garantiezeit zur reparatur ein senden musste immer mit dem gleichen fehler:
    nach einigen serienaufnahmen,aber auch nach einzelbildern blockiert die kamera und zeigt an KAMERAFEHLER.dann ausschalten,akku raus,warten,akku rein,einschalten,dann geht es wieder.für mich kein zustand.die kamera war nicht warm!!!das passiert schon kurz nach dem einschalten.der sony support teilte mir nur lapidar mit,kulanz erst nach der dritten erfolglosen reparatur wegen des selben fehlers.
    hat jemand das selbe schon erlebt???

  12. Hi Jürgen,
    ich habe bei mir auch Version 1.07 installiert und trotzdem noch das Gefühl, dass die Randfelder manchmal nicht so richtig genau sind. Die vier AF-Sensoren ganz außen an den Ecken bewerte ich sowieso etwas kritisch, denn wenn man z.B. enge Schritfzeilen auf einem Papier damit fokusieren möchte, bekommen diese vier das gar nicht auf die Reihe (Pumpen ohne Ergebnis). Wählt man dagegen einen der 11 Kreuzsensoren aus, funktioniert es gut. Wobei man sowas ja eher selten fotografiert :-).
    Ich musste bei mir das SAL 1650 mit +6 AF-feinjustieren. Zumindest die mittleren Felder treffen damit nun gut bis sehr gut, aber ich bilde mir ein, dass durch die nun korrekte Justierung des zentralen Feldes wiederum die am Rande liegenden Felder etwas aus dem Fokus rücken. Bilde ich mir aber vielleicht auch nur ein.

    Das Seltsame ist aber, dass es im täglichen Einsatz (Portrait, Architektur…) oftmals passt und die Ergebnisse brauchbar bis sehr gut werden, auch mit Offenblende 1.8 oder 2.8 (zur Sicherheit blende ich aber manchmal leicht ab). Ausschuß gibt es natürlich aber auch.
    Die leichten AF-Abweichungen stelle ich immer nur bei Tests wie dem Fokussieren (aus der Hand) auf ein beschriebenes Blatt Papier fest. Da variiert das Ergebnis auch immer wieder. Sind solche „Tests“ ohne Stativ und spezielle Mess-Skala überhaupt sinnvoll? Ich bin übrigens noch Anfänger in der Photographie, es ist meine erste „richtige“ Kamera und ich bin deshalb vermutlich noch sehr kritisch, weil mir Vergleichswerte fehlen.

    Viele Grüße
    Dominik

    Zitat von
    Jürgen:

    19. Februar 2013 um 16:11
    Hallo Jörg,

    der AF-Fehler wurde an der A77V durch das neueste Update auf Version 1.07 behoben. Der AF stellt nun immer an dem gewählten AF-Meßfeld scharf – so wie es sein soll. Ich bin überrascht, das es ein Softwarefehler war und erst 3 Jahre nach der Produkteinführung behoben wurde.

    Freundliche Grüße – Jürgen

  13. Ein sehr guter Bericht! Ich kann die Rausch-Probleme der A77 sehr gut nachvollziehen, kommen doch 24 MPx auf die gleiche Sensor-Fläche wir bei der A57, respektive A37 (bei 16 MPx). Da hat sogar die A37 das bessere Rauschverhalten als die A77. ( http://slta37.blogspot.com/2013/03/familienkrise-die-slt-a77.html ) Das mit dem Fehlfokus ist mir noch nie richtig aufgefallen, aber da ich eher mehr Natur/Landschaften fotografiere und weniger People hatte ich bisweilen noch nicht das Problem damit.

  14. Ich erstelle Kataloge, Produktbilder und Reportagen bin aber auch bei
    Hochzeiten usw Fototechnisch unterwegs.
    Die Bewertung von Kameras ist immer Subjektiv. Es kommt darauf an was man draus macht. Ich bin noch nie an einer Kamera geklebt, aber wenn es schnell gehen muss bin ich mit meiner drei Jahren alten Sony Apha 55 bestens bedient. Ich werde mir nun die Sony Alpha 77 bestellen. Beide Kameras haben feststehende Spiegel und sind gigantisch schnell.Da kann auch mal ein Bild unscharf sein, wo ist da da Problem?
    Das war früher schon so, der gute Künstler bietet nur die besten Bilder an.
    Auch Rauschen, ist kein Problem für mich.Als alter Hase gab es nur DIA Filme mit ISO 400, oder auf Reisen ISO 200 oder ISO 100.er braucht bitte ISO 800 – xxxxx ?

  15. Hallo Mike22,
    wenn du auf Hochzeiten fotografierst, solltest du doch wissen, dass ISO 800 aufwärts dort Pflicht ist! Dunkle Kirche, tanzende Gäste mit schnellen Bewegungen usw. Ich würde niemals wagen, mit der A77 auf einer Hochzeit gegen Geld zu fotografieren (höchstens vielleicht als „Freundschaftsdienst“). Letztendlich haben mich die a77-Mankos hinsichtlich Rauschverhalten und Autofokus übrigens dazu geführt, schon nach einam halben Jahr meine Sony-Ausrüstung wieder zu verkaufen. Ich werde nun vermutlich auf die Canon 6d umsteigen. Nikon d600 fände ich auch hochinteressant, aber es gibt im Netzt immer noch Berichte von Leuten, die auch bei neuesten Seriennummern das berüchtigte „Staubproblem“ haben. Das wäre mir zu heikel.

    LG Dom

  16. Der Bericht ist trotz der 150.000 Aufnahmen pro Jahr für mich nicht nachvollziehbar. Ich habe von Canon auf Sony gewechselt, weil die Bilder der Sony 77 eben immer „knackscharf“ sind, wo CANON schon im schönsten Rauschen ist und der USM-Antrieb vor und zurück fährt, ohne etwas zu finden (schon mal Flugzeuge fotographiert?). Der Effekt, dass der Fokus nicht trifft, wurde von mir überhaupt nicht beobachtet (bei bisher 5000 Aufnahmen (nur-sorry). Wieso soll man auch die Zeiss-Objektive nehmen, die Sigmas sind absolut besser (schon mal was von Fluorglas gehört?)- Also für mich ist der Bericht eigentlich nur konservative Selbstbemitleidung, die Chancen der neune Technologie nicht nutzen zu können. Das dauert nun einmal etwas länger!

  17. Ich hab mir recht spät doch noch eine A77 geleistet, wenn auch nur gebraucht. Nach ein paar Testaufnahmen war ich mit dem Fokus auch nicht zufrieden. Sony 70-200/2,8 und Minolta 100/2,8 Macro waren okay, aber beim Sigma 50/1,4 hatte ich abwechselnd Front- oder Backfokus der sich auch nicht justieren ließ. Also habe ich die Kombi zu Schuhmann in Linz geschickt. Als ich sie wieder in den Händen hatte war das Problem beseitigt. Laut Aussage der Schuhmänner wurde das AF-Modul justiert. Ist bei der A77 leider kein Einzelfall.

  18. Also ich sage herzlichen Dank, ein sehr guter Test mit ganz klarer Aussage über den Einsatzzweck. Hier kann dann jeder für sich die richtigen Schlüsse ziehen. Ich bin fotografisch weniger People eher Street und immer mit viel Zeit unterwegs, deshalb fokussiere ich oft manuell und die A77 würde mich wegen dem Fokus-Peaking in Verbindung mit dem schwenkbaren Monitor reizen. Einzig das Rauschen muss ich mir nochmal ansehen. Da ich auch gerne Nachts unterwegs bin.
    Was ich nie verstehen werde ist Folgendes: Da legt der Autor umfangreich und nachvollziehbar seine persönliche Entscheidung dar und es gibt immer wieder Leute die dann einfach Ihr Kameramodell gegen alle Fakten schönreden. Es ist einfach ein technisches Hilfsmittel was in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden kann beim einen passt es beim anderen nicht, deshalb muss ja jetzt nicht jeder mit einer A77 glücklich werden.

    1. Hallo Volker,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Ich bin ja mittlerweile auch wieder bei Sony gelandet (Sony A7R). Schau Dir doch die A7 oder A7R mal an. Gerade für manuelle Optiken sind die beiden ein Traum!

      LG Jörg

  19. Danke für Deinen Bericht.
    Leider kann ich Deine Erfahrungen 1:1 unterschreiben.
    Angefangen mit einer a100 und mittlerweile bei der a77 angekommen, habe ich -trotz verschiedener Linsen- enorm viel Ausschuss wegen des unpräzisen AF. Leider konnte ich in den unscharfen Bildern auch keine Konstante erkennen, was auf einen Back- bzw. Front-Fokus hinweisen würde.
    Deshalb ich mich für einen Systemwechsel entschieden habe.
    Werde mich jetzt über die Nikons schlau machen und hoffe mit Nikon auf scharfe Bilder wo der Fokus richtig sitzt.

  20. Hallo Joerg,

    danke für den ausführlichen Bericht. Ich bin derzeit noch auf der Suche und habe daher viele Testberichte und Laborwerte gelesen. Wegen des Rauschverhaltens bleibt allerdings eine Frage offen,
    die erwähnte Nikon besitzt meines Wissens nur 12 MP. Wenn man die Auflösung der Sony verringert so nimmt m.E. das Rauschverhalten ab und kann sich durchaus bei der Detailtreue im Vergleich zu anderen Modellen durchsetzen (1600). Welche Erfahrungen hast du damit machen können?

    Mfg Joosua

    1. Hallo Joosua,

      ja das stimmt, die Nikons mit denen ich damals verglichen habe, waren 12MPix DSLRs. Das Sony „Rauscharm“ mittlerweile kann, zeigen sie ja mit der Alpha 7 Serie, mit der ich nun seit guten 18 Monaten sehr zufrieden unterwegs bin.

      Schöne Grüße Jörg

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